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Beste Weine mit Restsüße der bonvinitas Weinbewertung vom 21.8.2017

Kategorie 3: mit Restsüße und Kategorie 4: edelsüß

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Von Dieter Simon  ·   16 September 2017   ·   592  
Beste Weine mit Restsüße der bonvinitas Weinbewertung vom 21.8.2017Beste Weine mit Restsüße der bonvinitas Weinbewertung vom 21.8.2017
 

Auch dieses Mal haben unsere neutralen Prüfer in Blindbewertung sehr schöne Tropfen herausgeprobt, bis zu 93 Punkten, was natürlich daran liegt, dass uns die Winzer sehr gute Weine einreichen. Orange Punkte bedeuten Kategorie 3: Weine mit Restsüße und violette Punkte Kategorie 4: edelsüß. Wie immer probiere ich die Bestbewerteten nach, um sie hier vorzustellen. Ich selbst werte ja der Neutralität wegen nicht mit. Alle Weine des Termins ab 82 Punkten finden sich in unserem Weinführer – ausführliche Suchfunktionen in der Sidebar. Und hier findet sich unser Bewertungssystem, wobei 85 Punkte bereits als „sehr gut“ gelten.

 
Arbeiten mit viel Liebe: Holger und Nicole Alt, Weingut Holger Alt, Monzingen/Nahe.Arbeiten mit viel Liebe: Holger und Nicole Alt, Weingut Holger Alt, Monzingen/Nahe.
Ein Unikat an der Mosel: Albert Kallfelz mit Crew vor den Merler Königslay Terrassen - nahezu im Alleinbesitz. Foto Schnorbach.Ein Unikat an der Mosel: Albert Kallfelz mit Crew vor den Merler Königslay Terrassen - nahezu im Alleinbesitz. Foto Schnorbach.
85 Punkte: 2016 Riesling Spätlese Monzinger Halenberg, Weingut Holger Alt, Monzingen/Nahe, zu dem ich notiert habe: feiner Duft nach reifen Zitronen, Sandkuchen, Blütenhonig; auf der Zunge ausladende Süße mit lebhaft mundfüllender Frucht, die sich im Finish anhaltend fortsetzt, ein Wein wie ein philharmonisches Konzert mit reichlich weiter aufbauender Zukunft, sicher fünf bis sechs Jahre und Stand heute schön als Aperitif, zu Kalbsbraten oder auch zu Weincreme sowie als Terrassenwein.
 
Holger und Nicole Alt, die das Familienweingut betreiben – Jugend und Großvater legen mit Hand an –schwören auf naturnahe Bewirtschaftung als Grundstein ihrer Premiumweine, die das ökologische Gleichgewicht im Lebensraum Weinberg erhält. Zu zwei Dritteln werden weiße Sorten angebaut, Riesling, Grauburgunder, Müller-Thurgau, an roten Spätburgunder und Dornfelder sowie jeweils noch andere. Das Geheimnis liegt zugleich in den Terroirs, wie in der Lage Halenberg mit stark verwittertem Schiefer. Dort wächst vor allem Riesling. Für Gäste stehen 10 Doppelzimmer mit Frühstück bereit und an Wochenenden wird die Straußwirtschaft geöffnet. Gerne setzt man sich mit den Gästen zusammen.
 
85 Punkte: 2016 Kallfelz Riesling Merler Adler feinherb, Weingut Albert Kallfelz, Merl/Mosel: ruhiger Duft nach Zitronensaft, Candis, Zitronat; üppiger mundfüllender Körper mit schön eingebauter Süße und Frucht, die in ein fruchtiges Finish überleitet – wie eine Klaviersonate und mit gut fünf Jahren weiter aufbauender Zukunft. Stand heute schön als Aperitif, zu Gemüseauflauf, Ochsenschwanzsuppe oder Gulasch. Weine mit Restsüße sollte man als Aperitif wieder mehr entdecken. Es muss nicht immer Sekt sein. Außerdem passen sie gut zu würzigeren Gerichten auch mit Schärfe, womit sich die Restsüße gut verbindet.
 
Weingut Schales, Astrid Schales im Gespräch mit Besuchern. Foto: Marco UrbanWeingut Schales, Astrid Schales im Gespräch mit Besuchern. Foto: Marco Urban
VDP Weingut Juliusspital: Team mit Gutsleiter Horst Kolesch (Mitte).VDP Weingut Juliusspital: Team mit Gutsleiter Horst Kolesch (Mitte).
Albert Kallfelz, der das Weingut betreibt, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahundert zurückreichen, ist ein echtes Unikat und durchaus ein Aushängeschild der Mosel. Aus einer kleinen Fläche von zwei Hektar hat er bis heute gut 50 gemacht, weil er von der Qualität und Einzigartigkeit der Moselweine auf Grund der Schiefersteillagen einfach überzeugt war, und so überzeugen seine Weine, die weithin bekannt sind.
 
85 Punkte: 2016 Mont Donnerre Pinot Blanc, Weingut Schales in Flörsheim-Dalsheim/Rheinhessen: Ruhiger Duft mit Noten von Sandkuchen; kräftiger Körper, der einen von saftig zu dezenter Süße mitnimmt; angenehm abgerundetes Finish – wie ein schöner heimeliger Hausgarten und mit zwei bis drei Jahren weiterem Potenzial. Passt gut zu Jägerschnitzel oder Pilzen in Rahm.
 
Das 60 Hektar umfassende Familienweingut Schales wird von Astrid Schales geleitet, die sich wie folgt vernehmen lässt: „Schon lange vor der Qualitätsoffensive in Rheinhessen hatten wir uns bedingungslos der Qualität verschrieben. Unsere Reben wachsen auf besten Terroirs, auf jahrmillionenalten mineralstoffreichen Kalksteinböden, dennoch benennen wir unsere Weine nicht nach den Lagen, sondern als ‚Mont Donnerre‘ in Anlehnung an den nahegelegen Donnersberg, der für unser Klima sorgt und uns vor zu viel Regen schützt.  Weil wir meinen, dass die Lage mit ihren Terroir zwar den Grundstein legt, dass es aber gilt, im Keller diese Qualität herauszuarbeiten.“
 
89 Punkte: 2016 Würzburger Riesling Kabinett, VDP Weingut Juliusspital, Würzburg/Franken: feiner Duft nach Zitronensaft, weißen Pfirsichen, reifen Äpfeln; am Gaumen ein kräftiger, völlig stimmiger Körper mit Terroirnoten und Schmelz; sehr angenehmes Finish, das man lange behalten möchte – wie ein Streichquartett und mit gut fünf Jahren weiterem Potenzial. Weine mit Restsüße haben ja prinzipiell ein gutes  Entwicklungspontenzial, natürlich nur, wenn die entsprechenden Anlagen vorhanden sind. Denn wo nichts ist, kann nichts reifen. Gerne würde ich diesen Tropfen zu fritiertem Tintenfisch, paniertem Kotelett oder zu Peking-Ente trinken.
 
Das Weingut Juliusspital, eine Stiftung aus dem 16. Jahrhundert, besitzt beste Lagen in Franken und zugleich schöne historische Sehenswürdigkeiten. Besonders betont man das Team, geleitet von Horst Kolesch: „Wir, das Team Juliusspital, sind die Leidenschaft. Mit rund 180 Hektar Betriebsfläche sind wir das zweitgrößte Weingut in Deutschland und stehen als VDP-Weingut für Top-Qualität. Das spornt uns an und schweißt zusammen, denn nur als Team können wir unsere Ziele erreichen. Unter dem Strich sind es unsere 71 Köpfe und 142 Hände, zusammen mit ihren zahlreichen Saisonhelfern, die das Weingut mit Leben füllen und die Qualitäten hervorbringen.“
 
89 Punkte: 2016 Hagnauer Burgstall Spätburgunder Weissherbst Kabinett, Winzerverein Hagnau/Bodensee: Im Duft Anklänge an weiße Kirschen, wenn man reinbeißt, sowie Erdbeeren und Rosen; warmfließender Körper mit angenehmer Süße bis in den Nachklang. Ein Wein wie ein Glockenspiel, dem ich gerne drei Jahre weiteres Potenzial gebe, schön als „5-Uhr-Tee-Wein“, Terrassenwein oder zu pikanteren Speisen, wie z.B. gefüllte Paprika.
 
Top engagieret sind die Hagnauer Winzer, 52 Winzerfamilien, wie die Weine beweisen. Man steht fest zusammen und weiß, dass nur beste Pflege der Reben zu guten Tropfen führt. Die großartigen eiszeitlichen Endmoränenböden am Bodensee, die mit ihrem kiesigen Konglomerat den Reben tiefes Wurzeln erlauben und eine Fülle von Mineralien liefern, sowie das milde Bodenseeklima fanden schon mehrfach unseren Beifall. So bilden die Hagnauer Winzer, ihre Terroirs und ihr Engagement einfach eine glückliche Fügung.
 
93 Punkte: 2016 Flavabom Vine-Dried Shiraz von Byrne Vineyards in Norwood, Südaustralien, ein Dessert-Rotwein, der hauptsächlich aus eingetrockneten Trauben erzeugt wird, wie die Beschreibung sagt, und von daher mit stattlichen 15,5% Alkohol: Tiefer Duft nach Schattenmorellenkompott, Cassis, Holunder, Nougat; ausladender Körper mit üppiger Frucht und schön eingebauter Süße; fruchtiger Abgang mit ebenso schön eingebauten Tanninen, wie eine Toccata auf der Orgel. Diesem Wein zehn bis zwölf Jahre weitere Emporentwicklung zu geben, klingt schon fast wenig, ein Dessertwein, schön zu Mousse au chocolat und anderen Süßspeisen.
 
Rund 500 Hektar Reben bewirtschaftet die Familie Byrne, großenteils im Riverland, woher auch dieser Wein stammt, und wo sich über die Hälfte des australischen Weinbaus befindet. Das Riverland ist eine sehr schöne Region in Südaustralien, 2 1/2 Autostunden nordöstlich von Adelaide, ein Mekka für Wildtiere und Vogelparadies, das von Naturfreunden geliebt wird. Auf 300 km durchzieht es der majestätische Fluss Murray. Historisch wurde es zuerst Mitte der 1850er Jahre von „Pastoralists“ besiedelt. Mit der Einführung der Bewässerung in Renmark im Jahre 1887 und der Ansiedlung der "soldier settlers" nach den Weltkriegen I und II blühte die Region auf. Weinberge und Obstgärten breiteten sich aus. Denn das Riverland bietet viele natürliche Vorteile: ideales Klima für den Weinbau mit vielen Sonnenstunden während der Reifezeit, gute Böden, genügend Wasser und geringes Auftreten von Schädlingen, was einen naturnahen Weinbau erlaubt.
 
88 Punkte in der Kategorie 4, edelsüß: 2016 Kallfelz Riesling Merler Königslay-Terrassen Spätlese, nochmals Weingut Albert Kallfelz, Merl/Mosel: edelreifer Duft mit Noten von weißen Pfirsichen, Zitronat, Mandeln, Zitronentorte; auf der Zunge üppige, frisch-lebendige Frucht; sehr elegantes Finish mit feinster Frucht, ein Wein wie eine Tanzformation und mit gut acht bis zehn Jahren weiterem Entwicklungspotenzial. Solche Weine danken es großartig, wenn man ihnen Zeit gibt. Sehr schön als Aperitif, zum Anstoßen bei festlichen Anlässen, zu Früchte-Desserts oder als krönender Abschluss.
 
Text und Titelfoto: Dieter Simon, Herausgeber und Chefredakteur bonvinitas; andere Fotos PR sofern nicht anders angegeben.
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