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Süffige Weine, lieblicher, beste der Weinbewertung v. 23.10.2017

interessante Entdeckungen, die es wert sind

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Von Dieter Simon  ·   14 November 2017   ·   284  
Süffige Weine, lieblicher, beste der Weinbewertung v. 23.10.2017Süffige Weine, lieblicher, beste der Weinbewertung v. 23.10.2017
 
Wer es süffiger mag, ein wenig lieblicher, hier die besten Weine in der Kategorie 3 – mit Restsüße (orange Punkte) – unserer Weinbewertung vom 23.10.2017. Wie immer probiere ich die besten Tropfen anschließend nach. Hier meine Notizen:
 
Heiko Engelhard, Weingut Engelhard, Hillesheim, Rheinhessen, eine Entdeckung!Heiko Engelhard, Weingut Engelhard, Hillesheim, Rheinhessen, eine Entdeckung!Das Weingut Engelhard in Hillesheim/Rheinhessen war eine Entdeckung. 18 Hektar Rebfläche bewirtschaftet die Familie. Ein Teil geht als Fasswein weg, aber was er in Flaschen füllt, bei diesen Tropfen legt Heiko Engelhard besonderen Wert auf Qualität, vom Weinberg an. Ertragsreduzierung und Entlauben ist selbstverständlich. Aus Bescheidenheit erwähnt er das gar nicht, erst auf Nachfrage, wie er denn zu den Qualitäten kommt.
 
Wer einen süffigen Müller-Thurgau mag, hier: Nicht schwer, 12 % und mit 18 g/l Restsüße nicht pappig, ein Wein wie ein Blumenbeet, passt gut zu Schaschlik, Grillspießen oder asiatischer Küche. Als Erstes kommt einem ein frischer Duft nach Äpfeln, gelben Pfirsichen und Rhabarbermarmelade entgegen; auf der Zunge mundfüllend mit exakt passender Süße und einem fruchtigem Finish mit feinherben Noten – das Ganze sogar in der Literflasche – Weingut Engelhard, 2016 Müller-Thurgau lieblich mit 88 Punkten bewertet, und mit obendrein gut vier bis fünf Jahren Potenzial.
 
Ein zweiter Engelhard: 2016 Cuvée Anton feinherb (weiß) – ebenfalls mit 88 Punkten bewertet. Ein samtweicher, geschmeidiger Wein begleitet von lebhafter Frucht, wie das Ausruhen auf einer Parkbank, an der Spaziergänger vorbei flanieren, passt gut zu Kalbsnierenbraten, Steinpilzen in Rahm oder Gänsebraten. In der Nase blumig, an reife Äpfel, Rosinen, Zuckermandeln, Biskuit erinnernd mit lebendig animierendem Finish und ebenfalls gut vier bis fünf Jahren Potenzial. Weine mit Restsüße haben nun einmal mehr Reifungspotenzial. Da findet die liebe Zeit einfach mehr Futter zum Aufbauen.
 
Blick auf Meersburg. Foto: Mario Gumpp, pixelioBlick auf Meersburg. Foto: Mario Gumpp, pixelioDer Bodensee mit seinem Weinbau auf kiesigen Endmoränenböden hat uns schon viel Gutes geliefert. Hier der 
2016 Meersburger Sängerhalde Bacchus lieblich vom Winzerverein Meersburg: Lebhafter Duft nach Kiwi, Paprika, Granatäpfeln; saftiger, weiniger Körper mit gut passender Süße, feinherbes, animierendes Finish, das zum Sinnieren einlädt, ein Wein wie ein Gedicht. Würde ich zu gebratenem Speck, zu Couscous oder gefüllten Paprika wählen. 89 Punkte – verdient!
 
Auch in Sachsen gibt’s Gutes - mit 93 Punkten! Das Geheimnis ist das nicht ganz so warme Klima, in dem die Trauben in der damit längeren Reifephase gut Aromen bilden, doch nicht zu viel Zucker. Daher sind die Weine angenehm nicht zu schwer, wie dieser mit 11,5 %: 2016 Radebeuler Goldener Wagen Traminer Spätlese vom sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul, wo schon August der Starke rauschende Feste feierte. Mit seinem blumigen Duft nach Rosen, Nelken, kandierten Früchten und einem Hauch Ingwer, seinem ausladend, mundfüllenden, üppigen Körper und zwischen Süße und feinherben Noten balancierenden Finish, ist der Wein fast ein Alleskönner: passt als Aperitif, zu Kassler mit Sauerkraut, zu Kohlrouladen oder Gänsebraten sowie zu Früchtedesserts. Ein Wein wie ein Schmuckkästchen, habe ich notiert, und ein weiteres Entwicklungspotenzial von acht bis zehn Jahren gebe ich im lässig. Nebenbei, Goldener Wagen ist keine Phantasiebezeichnung, sondern eine eingetragene Lage.
 
Schloss Wackerbarth Panorama. Foto: Heinz-Dieter SchulzSchloss Wackerbarth Panorama. Foto: Heinz-Dieter Schulz
 
Und noch ein Engelhard, dieses Mal ein Roter: 2016 Schwarzriesling aus der Lage Hillesheimer Sonnheil, übrigens die Sorte, die auch in manchen Champagner fließt und in der Champagner Meunier heißt. Richtig, eine rote Sorte, die für Champagner dann weiß gekeltert wird, also rasch abgepresst, keine Maischegärung. Doch zurück zu Engelhards Rotem: In der Nase ein maskuliner Rotweinduft schön unterlegt von begleitender Süße, die an Bratapfel und Nusskuchen erinnert mit einem Hauch Lakritze. Auf der Zunge setzt sich die schöne Balance zwischen Tanninen und fruchtigen Noten fort bis weit ins Finish. Ein Wein, der an den Duft erinnert, wenn Weihnachtsplätzchen gebacken wurden. Passt gut zu Pastagerichten, Rinderschmorbraten oder Rehrücken, mit gut sechs bis acht Jahren Potenzial. 91 Punkte!
 
Text: Dieter Simon, Herausgeber und Chefredakteur bonvinitas; Fotos: Titelfoto bonvinitas, andere Fotos PR sofern nicht anders angegeben.
 
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