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Weinentdeckungen der Redaktion: drei erstklassige Tropfen

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Von Dieter Simon, Chefredakteur bonvinitas  1361  
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Weinentdeckungen der Redaktion: drei erstklassige TropfenWeinentdeckungen der Redaktion: drei erstklassige Tropfen

Neben unseren offiziellen Blindweinbewertungen durch Fachleute, bei denen ich der Neutralität wegen selbst nicht mitwerte, gehe ich auch auf eigene Entdeckungsreisen. Sehr gut gefallen haben mir diese absolut berichtenswerte Tropfen:

  • Vivani Schokolade

2013 Forster Ungeheuer Riesling VDP große Lage, Weingut Georg Mosbacher, Forst/Pfalz: Sehr eleganter Riesling „comme il faut“, schon in der Nase sehr elegant mit Noten von reifen Pfirsichen, Sandkuchen und anklingender Petrolnote; auf der Zunge Reife und Rasse gut kombiniert mit fein eingebauten Terroirnoten; ein Wein mit Persönlichkeit und trotz sich ankündigender Petrolnote fast noch zu jung, den ich mit 91 Punkten bewertet habe. Man sollte ihn noch ein bis zwei Jahre reifen lassen und wieder probieren, dann dürfte er noch ein größerer Genuss sein mit sicher weiterer Zukunft.

Sabine Mosbacher-Düringer und Jürgen Düringer, die das Weingut Mosbacher in Forst führen. Foto: PRSabine Mosbacher-Düringer und Jürgen Düringer, die das Weingut Mosbacher in Forst führen. Foto: PRStand heute schön als Aperitif, zu Fisch gedünstet, Kalbsnierenbraten oder Kalbsteak.

Das 20-Hektar-Weingut Georg Mosbacher wird von Sabine Mosbacher-Düringer und ihrem Ehemann Jürgen Düringer in der dritten Generation geführt mit erstklassigen Terroirs in Forst und Deidesheim. Rieslinge, wie dieser überzeugende, stehen im Vordergrund. Seit 2012 befindet man sich in der Umstellung zum biologischen Weinbau und wird voraussichtlich ab Ernte 2015 Bioweine erzeugen.

Gleichermaßen gut gefallen hat der 2011 Duttenberg Gewürztraminer, AC Alsace, von der Domaine Rémy Gresser in Andlau/Elsass, aus biologischem Anbau. Als Terroir d’Argiles, zu Deutsch Ton/Lehm/Letten, bezeichnet Gresser intern diese Lage. In der Nase zeigt der Tropfen Anklänge an Birnen, Rosen, schwarze Oliven, leicht nussig unterlegt; am Gaumen füllige Frucht mit Süße und Schmelz; fruchtig-wuchtiges Finish mit wunderbaren Reifenoten an exotische Früchte erinnernd – schon schön gereift mit Anklängen an Sherry. In Deutschland würde man sagen eine Auslese mit noch viel Zukunft. 94 Punkte lautet meine Bewertung. Passt gut als Aperitif, gleichermaßen als Dessertwein, sozusagen hors- und après-d’œuvre.

  • Vivani Schokolade

Der bekannte Ihringer Winklerberg. Oben, wo das Rebhäuschen zu sehen ist, befindet sich die Lage „Häusleboden“. Foto: Baschi BenderDer bekannte Ihringer Winklerberg. Oben, wo das Rebhäuschen zu sehen ist, befindet sich die Lage „Häusleboden“. Foto: Baschi Bender

Mit ansehnlichen 96 Punkten – kommt bei uns nicht häufig vor – bewertet habe ich den 2012 „Häusleboden“ Spätburgunder aus der Lage Ihringer Winklerberg vom Weingut Dr. Heger in Ihringen/Baden, VDP großes Gewächs bzw. nach der neuen Klassifikation große Lage, im Barrique gereift: Edler Burgunderduft, elegant mit Noten von Bitterschokolade, Kirschkonfitüre, Toast, Tabak; auf der Zunge runder, mundauskleidender, harmonischer Körper, der in ein elegantes Burgunderfinish mit sehr schön eingebauten Tanninen übergeht. Ein großer Burgunder mit gut 20 Jahren und mehr Zukunft – bei ruhiger, kühler und dunkler Lagerung. Natürlich darf es dort auch keine Nebengerüche geben, was den Wein stören würde. Stand heute schön zu Rehrücken rosa, Filetsteak oder Château Briand mit Sauce béarnaise.

Das 1935 vom Landarzt Dr. Max Heger gegründete Weingut wird heute von Enkel Joachim Heger und dessen Frau Silvia geleitet. Beste Lagen am Ihringer Wiklerberg, Achkarrer Schlossberg und anderen sind die Voraussetzungen für diesen Vorzeigebetrieb. Spätburgunder Rotweine stehen im Vordergrund. Die Trauben durchlaufen 10 bis 25 Tage Maischegärung, dann reifen die Weine 12 bis 18 Monate im Barrique. Noch etliche große gut gereifte Tropfen aus älteren Jahrgängen befinden sich im Angebot, was man nicht überall findet.

Text und Titelfoto: Dieter Simon, Chefredakteur bonvinitas


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