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Wie wird der 2014er in Deutschland?

Interessante Kommentare aus vielen deutschen Gebieten

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Von Dieter Simon  8816  
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Lesemannschaft der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim. Foto: Stefan F. Sämmer, www.samphoto.deLesemannschaft der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim. Foto: Stefan F. Sämmer, www.samphoto.de

Berichte über die Weinlese 2014 in Deutschland aus Woche zwischen dem 13. und 17. Oktober 2014, in der die Lese schon weitgehend abgeschlossen war. 

Lesemannschaft im Weingut Angelika Vogel, Sinzheim.Lesemannschaft im Weingut Angelika Vogel, Sinzheim.
Winzer des Badischen Winzerkellers bei der Lese.Winzer des Badischen Winzerkellers bei der Lese.
Ernst Nickel, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Wolfenweiler.Ernst Nickel, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Wolfenweiler.

Baden

Weingut Angelika Vogel, Sinzheim. Ehemann Bernhard verlautbart: Trotz Startschwierigkeiten ist die Lese problemlos vorübergegangen mit einer Ausnahme. Die Kirschessigfliege hat beim Cabernet Dorsa rund 70 % der Ernte vernichtet, obwohl wir gleich beim Entdecken zu Bekämpfungsmaßnahmen gegriffen haben. Zum Glück hat der Schädling nicht den Spätburgunder und andere Sorten attackiert. Mit Menge und Qualität sind wir sehr zufrieden. Alle Mostgewichte lagen im Kabinettbereich und aufwärts. Beim Riesling konnten wir sogar 90° Öchsle messen. Der Spätburgunder kam über 100°, so dass es auch eine Spätlese gibt.

Thomas Harteneck, Demeter Wein- und Sektgut, Schliengen: Der Herbst 2014 zeichnet sich aus durch ein hohes Qualitätsniveau mit viel selektiver Arbeit. Durch die in Baden vermehrt auftretende Kirschessigfliege begann der Herbst 2014 bei den frühreifen Sorten mit einer vermehrten Essigfäulnis-Problematik. Dies setzte ein extrem hohen Zeitaufwand und viel selektive Arbeit im Weinberg voraus. Es konnten dennoch gute Qualitäten im Keller verarbeitet werden. Durch eine eintretende Gutwetterphase Ende September Anfang Oktober konnten die Burgundersorten in ertragsreduzierten Anlagen ihr volles Potenzial entfalten und in vollreifem Zustand gelesen werden. Badens schönstes Kind, der Gutedel, zeigte dieses Jahr viel Ertrag mit zufriedenstellenden Mostgewichten. Insgesamt kann man mit dem Herbst 2014 sehr zufrieden sein. Jedoch erforderte dies viel Aufwand, zeitliches Geschick und eine gestaffelte Lese, ohne die Qualitäten fern der Basislinie kaum möglich waren. Es wird ein spannendes Weinjahr, und man kann sich auf viele interessante Weine freuen.

Badischer Winzerkeller: Hoher Einsatz in den Reben, schöne Qualitäten! Dieser Herbst hat allen unseren Winzer viel abverlangt. Ist man anfänglich dem neuen Schädling, der Kirschessigfliege, begegnet und musste man mit einem relativ feuchten Herbstverlauf umgehen, sieht das Leseergebnis dann doch zufriedenstellend aus: mengenmäßig eine durchschnittliche Ernte, aber entspannend mehr als im vergangenen Jahr und mit erfreulichen Qualitäten. Wir dürfen uns auf einen charaktervollen Jahrgang 2014 freuen.

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Lese im Weingut Hunn, GottenheimLese im Weingut Hunn, Gottenheim
Thomas Schenk, Winzerhof Spielberg Otto und Thomas Schenk, RandersackerThomas Schenk, Winzerhof Spielberg Otto und Thomas Schenk, Randersacker
Andrea Wirsching, Weingut Hans Wirsching, Iphofen. Foto: Faber & PartnerAndrea Wirsching, Weingut Hans Wirsching, Iphofen. Foto: Faber & Partner
Rainer Müller, Weingut Max Müller I, Volkach. Foto: pixelfokus.Florian KuettlerRainer Müller, Weingut Max Müller I, Volkach. Foto: pixelfokus.Florian Kuettler
Domdechant-Werner'sches Weingut - drei Generationen Weinfamilie. Foto-Picasa 2.7Domdechant-Werner'sches Weingut - drei Generationen Weinfamilie. Foto-Picasa 2.7
Bastian Klohr und Tobias Müller, Winzergenossenschaft Weinbiet, Neustadt-Mußbach.Bastian Klohr und Tobias Müller, Winzergenossenschaft Weinbiet, Neustadt-Mußbach.
Stefanie Weegmüller-Scherr, Weingut Weegmüller, NeustadtStefanie Weegmüller-Scherr, Weingut Weegmüller, Neustadt
Walter Bibo (links) und Kai Runge, Oestrich-Winkel.Walter Bibo (links) und Kai Runge, Oestrich-Winkel.
Christoph und Thomas Eser, Weingut H.T. Eser, Oestrich-Winkel. Foto: Christoph EserChristoph und Thomas Eser, Weingut H.T. Eser, Oestrich-Winkel. Foto: Christoph Eser
Lesemannschaft der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim. Foto: Stefan F. Sämmer, www.samphoto.deLesemannschaft der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim. Foto: Stefan F. Sämmer, www.samphoto.de
Harald Eller, Kellermeister der Winzergenossenschaft Albig.Harald Eller, Kellermeister der Winzergenossenschaft Albig.
Fabian Mengel, Weingut Zimmer-Mengel, Engelstadt. Foto: TOM SOLOFabian Mengel, Weingut Zimmer-Mengel, Engelstadt. Foto: TOM SOLO
Frédéric Fourré, Weinbau, Radebeul.Frédéric Fourré, Weinbau, Radebeul.
Weingut der Stadt Stuttgart, Promis bei der Lese: Harald Schneefuss, Manager bei Daimler und Unternehmensberaterin Christa van Winsen. Weingut der Stadt Stuttgart, Promis bei der Lese: Harald Schneefuss, Manager bei Daimler und Unternehmensberaterin Christa van Winsen.
Die Lage Cannstatter Zuckerle. Foto: Wolfgang SchmidtDie Lage Cannstatter Zuckerle. Foto: Wolfgang Schmidt
Thilo Heuft, Geschäftsführer, Weingärtner Stromberg-ZabergäuThilo Heuft, Geschäftsführer, Weingärtner Stromberg-Zabergäu
Wein- und Sektgut HARTENECKWein- und Sektgut HARTENECK

Bernd Hummel, Wein- und Sektgut Hummel, Malsch: Wir hatten einige Probleme mit der Kirschessigfliege, haben es aber sehr früh erkannt und sehr früh Maßnahmen eingeleitet. Zu Beginn des Problems ab ca. Mitte August haben wir zweimal das Pflanzenschutzmittel Spintor ausgebracht. Das hat bei frühen Sorten wie Regent und Dornfelder sehr gut geholfen, aber nicht lange angehalten. Deswegen haben wir bei späteren Sorten wie Spätburgunder, Merlot und Cabernet Sauvignon das Mittel Fimum Fruchtkalk angewendet. Dies ist ein Löschkalk und wird seit vielen Jahren ausgebracht. Durch das sachgerechte Ausbringen wird der ph-Wert auf den Trauben und Pflanzenteilen auf über 12,5 erhöht. Wenn die Kirschessigfliegen und ihre Nachkommen damit in Berührung kommen, sterben sie. Für Menschen ist dieses Mittel total ungefährlich, deswegen besteht hier auch keine gesetzliche Wartezeit oder andere Vorgaben. Da wir den Fruchtkalk bis kurz vor der Ernte ausbringen konnten, waren diese Maßnahmen sehr erfolgreich. Betroffene Beeren konnten bei einer sorgfältigen Handlese der Trauben sehr gut entfernt werden, so dass der Essig keine geschmackliche Beeinträchtigung verursachen konnte. Sonstige Fäulnis hielt sich in Grenzen. Durch selektive Handlese konnten einzelne Fäulnis-Nester entfernt werden. Der Mengenertrag lag dieses Jahr etwas über dem Vorjahr, aber doch bei relativ niedrigen 55 Liter/Ar. Die Qualität lag bei uns durchweg im unteren bis mittleren Prädikatsweinbereich. Wir erwarten fruchtbetonte und stoffige Weine mit angenehmen, nicht überhöhten Säurewerten. Der Alkoholgehalt bei den Weißweinen liegt bei moderaten 12 bis 12,5 % Vol., bei den Rotweinen ideal bei 12,5 bis 13,5 % Vol.

Ernst Nickel, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Wolfenweiler: 2014 ist ein Wunschjahrgang in Menge und Qualität. Wir erlebten eine rasche Lese in allen Burgundersorten. Nach zwei kleinen Ernten sind wir besonders über das Ernteergebnis unserer Hauptrebsorte Gutedel sehr erfreut. Der Jahrgang 2014 wird uns frische, fruchtige Weißweine und farbintensive, gehaltvolle Spätburgunder Rotweine bringen. Ja, und die Gefahr der Kirschessigfliege konnte durch rechtzeitige Maßnahmen wie Entblätterung und umweltschonende Pflanzenschutzmaßnahmen gering gehalten werden. Fazit: wir sind mit dem Jahrgang sehr zufrieden.

Martina Hunn, Weingut Kilian Hunn, Gottenheim: Mit einem Mostgewicht von 101° Oechsle für unsere Grauburgunder Selection wurde die Weinlese 2014 beendet. Mit dem Gesamtergebnis sind wir sehr zufrieden. Die Qualität ist sehr gut, denn das Warten wurde mit sehr reifem Traubengut belohnt. Mengenmäßig wurde nur bei Grauburgunder und Chardonnay einiges weniger geerntet als erwartet. Die ersten Jungweine von Müller-Thurgau probieren sich sehr fruchtbetont und vielversprechend.

Franken

Thomas Schenk, Winzerhof Spielberg Otto und Thomas Schenk, Randersacker: Der 2014er Jahrgang stellt sich für uns als vielleicht etwas unromantisch, jedoch sehr solide dar. Wobei er keinesfalls undifferenziert betrachtet werden kann. Wie fast jedes Jahr gab es Gewinner und Verlierer der zum Teil recht wilden Kapriolen aus Regen, Sonne und Temperatur. Jedoch ist auch hier wieder anzumerken, dass die „fränkische Trockenplatte“ ihrem Namen alle Ehre machte. So haben häufig die Frühsorten, allen voran Müller-Thurgau, in schlecht gepflegten Anlagen zu früh den Kampf gegen die Botrytis aufgeben. Im Umkehrschluss heißt das aber: Winzer, die ihre Hausaufgaben in der Laubwand erledigt hatten, wurden mit weitaus besserer Qualität belohnt. Dieser Zusammenhang stellt sich nicht in jedem Jahr derart deutlich ein und motiviert uns, auch im nächsten Jahr wieder in die Traubengesundheit zu investieren.

Die Kirschessigfliege konnte uns in Ermangelung frühreifer, dünnschaliger, roter Rebsorten kein Bein stellen, wodurch wir den Focus auf die selektive Lese der weißen Sorten legen konnten. Dagegen haben Silvaner und Burgundersorten die feuchten Perioden weitgehend unbeschadet überstanden und konnten von dem anschließenden Hochdruckwetter nochmal richtig profitieren. Da durch die Bodenfeuchte noch zusätzlich Kalium aufgenommen werden kann, ist bei diesen Sorten mit entsprechend gut gepufferten, balancierten und fülligen Weinen zu rechnen. Dieser Trend zeichnet sich bei der Verkostung der ersten Jungweine bereits ab, die sich schon ungewohnt harmonisch geben. Wie gesagt, kommt man beim 2014er nicht um eine differenzierte Betrachtung herum, was den Jahrgang aber umso spannender macht, da es unter seinen Weinen echte Perlen geben wird!

Andrea Wirsching, Weingut Hans Wirsching, Iphofen: Mitte Oktober haben wir die Ernte 2014 abgeschlossen und sind froh, wie gut sie sich in der zweiten Hälfte entwickelt hat. In diesem Jahr schob sich die ganze Vegetationszeit nach vorne. 2013 hatten wir Mitte Oktober erst mit dem Silvaner angefangen! Nach einem hektischen Beginn wegen Kirschessigfliege, Wärme und Regen beruhigten sich die Nerven wieder. Es ging diesmal darum, konsequent die befallenen Trauben schon im Weinberg abzuschneiden und auf dem Boden liegenzulassen und dann den guten Trauben Zeit zur Weiter-Entwicklung zu geben. Dank strenger Selektion in Weinberg und Keller liegt jetzt ein guter Jungwein in den Fässern. Die Menge ist dementsprechend geringer.

Es war halt eine Ernte mit doppelter Arbeit, da wir mindestens zweimal durch jeden Weinberg gehen mussten. Aber die Arbeit hat sich gelohnt! Der Jahrgang hat erstaunlich hohe Oechslegrade und eine sehr gute Aromatik. Da es auch ausreichend Feuchtigkeit im Weinberg gab, hatten die Rebstöcke keinen Stress, so dass wir uns auf spannende 2014er Weine freuen.

Fürstlich Castell’sches Domänenamt: Wir befinden uns am Ende der diesjährigen Weinlese - ein arbeitsreicher Jahrgang, der gute Qualitäten brachte. Nach einem warmen, trockenen Frühjahr folgte ein früher Austrieb mit sehr guter Blüte und einem guten Fruchtansatz. Der schwül-warme Sommer brachte Unwetter mit Niederschlägen. Während wir von Hagel verschont blieben, bekamen unsere Reben einige Regenschauer ab. Noch im Juli waren die Trauben in ihrer Entwicklung ca. zwei Wochen voraus, und man prognostizierte in den Medien einen Jahrhundert-Jahrgang. Doch durch die Feuchtigkeit im Spätsommer begannen die Trauben langsam zu faulen und zwangen uns, schnell zu handeln.

Wir begannen am 9. September 2014 mit der Lese der frühreifen Sorten, wie Bacchus und Müller-Thurgau, bei denen die Fäulnis am schnellsten voranschritt. Eine selektive Handlese mit flexiblem Handeln und vielen Arbeitsstunden stand unserem Team im Weinberg bevor. Die Kellermannschaft war währenddessen damit beschäftigt, unsere neue Traubenannahme für die ersten Fuhren Trauben startklar zu machen. Ohne größere Probleme bestand sie ihre Feuertaufe und brachte die Trauben schonend in den Keller, wo der Most jetzt in den Fässern gärt und die Weine ausgebaut werden. Die Menge, die wir bisher in den Keller bringen konnten, ist zufriedenstellend. Um allerbeste Qualitäten in "der Spitze" ernten zu können, war eine aufwendige, händische Selektion notwendig, die jedoch mengenmäßig für Einbußen sorgte. Die Großen Gewächse im SCHLOSSBERG dürfen noch ein wenig reifen. Auch die Trauben für die edelsüßen Weine hängen teilweise noch am Stock.

Die Kirschessigfliege, die durch die Medien flog, ließ uns in diesem Jahr noch in Ruhe. Eine spannende, arbeitsreiche Weinlese mit einigen schlaflosen Nächten geht dem Ende zu. Wir freuen uns auf einen guten Jahrgang 2014 mit einer großen Bandbreite von fruchtigen, frischen Weinen in der Basis bis zu langlebigen, dichten Weinen in der Spitze.

2014 SCHLOSSBERG Riesling Trockenbeerenauslese VDP.ERSTE LAGE: Am 8. Oktober trafen sich unser Winzermeister Peter Hemberger, unser Vertriebsleiter Philipp Kollmar und unser Weingutsleiter Karl-Heinz Rebitzer zu ihrer, während der Lese sehr regelmäßigen, Begehung der Weinberge. Vor allem unsere VDP.GROSSE LAGE SCHLOSSBERG steht unter ständiger Beobachtung. Die Grossen Gewächse Silvaner und Riesling, unsere hochwertigen Rotweine und unsere edelsüßen Weine, die dort wachsen sollen, benötigen besonders viel Aufmerksamkeit. Bei der gemeinsamen Begutachtung des SCHLOSSBERGs bemerkten die drei Herren am Waldrand wunderbar rosinierte, eingetrocknete Trauben vom Riesling mit bester Botrytis (Edelpilz) in hochwertiger Qualität und trafen schnell eine Entscheidung. Die Trauben müssen am nächsten Tag geernet werden. Doch was tun, wenn die Lesemannschaft schon in einem anderen Weinberg fest eingeplant ist. Keine Frage! Karl-Heinz Rebitzer, Philipp Kollmar und zwei Mitarbeiterinnen gingen am Dienstag, den 9. Oktober 2014 selbst in den Weinberg, um die hochwertigen Trauben in den Keller zu holen. Die 2014er SCHLOSSBERG Riesling Trockenbeerenauslese wurde mit 224 °Oechsle gelesen - ein Qualitätshöhepunkt des Herbstes! Am folgenden Tag pressten die Kellermeister 80 Liter Trockenbeerenauslese! Wir freuen uns mit Ihnen auf das Ergebnis im nächsten Jahr!

Rainer Müller, Weingut Max Müller I, Volkach: Die Weinlese ist fast abgeschlossen. Sie begann früh, bereits in der 1. Septemberwoche bedingt durch starke Regenfälle. Dann folgten ungewöhnlich warme Temperaturen. Sämtliche Weinberge wurden selektiv in zwei bis drei Durchgängen geerntet - ein enormer Aufwand und auch eine große Belastung für das Leseteam. Bei den vorselektierten Weinbergen wurde dadurch das Optimum an Qualität erreicht. Silvaner, Riesling und Weißburgunder waren top. Durch perfekt reifes Lesegut konnten bis zu zwei Tagen Maischestandzeiten ausgereizt werden. Heute schließen wir die Lese ab mit Rieslaner, der botrytiseingetrocknete Beeren zeigt und dürfen auf eine Beeren- oder gar Trockenbeerenauslese hoffen.

Mosel

Christian Ebert, Weingut Schloss Saastein, Serrig: Wir sind bisher sehr zufrieden, wird kein Super-Jahrgang wegen zuviel Regen während der Ernte und schon im August aber genau der, den wir gebraucht haben. Die Menge passt zum Glück wieder und die Trauben sind gesund, reif und aromatisch. Ein Jahrgang der Spaß bringt!

Pfalz

Bastian Klohr, Geschäftsführer Winzergenossenschaft Weinbiet, Neustast-Mußbach: Mitte Oktober haben wir die Lese mit den letzten Cabernet Sauvignon Trauben abgeschlossen. Hat das Weinjahr mit Austrieb und Blüte wie aus dem Bilderbuch begonnen, trieb der zu feuchte Sommer erste Sorgenfalten in die Gesichter unserer Winzer. Gefördert durch den frühen Austrieb konnten wir bereits am 18. August Solaris Trauben mit 100° Öchsle ernten. Solaris und Ortega finden bei uns Verwendung für den Federweißen-Ausschank und –Versand. Unser jährliches Fest beim Federweißen, das noch bis zum 3. November andauert, haben wir am 23. August eröffnet, so früh wie noch nie.

Die Einwanderung der Kirschessigfliege aus dem asiatischen Raum schürte europaweite Verunsicherung in Wein- und Obstbau – so auch in der Pfalz. Frühzeitig gewarnt, haben wir Anfang September mit der Hauptlese begonnen. Und ab diesem Zeitpunkt ging es rasant weiter, wir haben Gas gegeben. Die frühen Rotweinsorten konnten allesamt rechtzeitig und mit guter Qualität eingebracht werden. Die Burgundersorten, Sauvignon blanc und Silvaner zeigten sich im Anschluss kerngesund und mit sehr guter Reife. Einzig der Ertrag hing etwas hinter den Erwartungen zurück. Mit Riesling haben wir am 22. September begonnen. Hier hat die feucht-warme Witterung keinen Aufschub mehr erlaubt. Gesundes Lesegut hatte bei der Terminierung oberste Priorität. Zum Abschluss der Hauptlese haben wir vor dem Feiertag (3. Oktober) Spätburgunder gelesen, wie man sie schöner nicht malen kann. Vollreif, kerngesund und ohne Fliegenbefall, was man bei roten Rebsorten in diesem Jahr explizit erwähnen muss. Am Ende hat sich die Hauptlese auf nur 4 Wochen erstreckt, in entspannten Jahren lassen wir uns 6 bis 7 Wochen Zeit. Unsere Winzer, die junge Mannschaft um den neuen Kellermeister Tobias Müller und das neue Kelterhaus haben gezeigt, was in ihnen steckt. Dass sich die Arbeit gelohnt hat, lässt sich mit den bereits vergorenen Jungweinen bestätigen. Der 2014er ist sehr facettenreich. Die Weine zeigen eine feine Frucht und viel Eleganz. Mit der Qualität können wir sehr zufrieden sein. Etwas mehr Menge hätte uns aber gut getan. Begründet durch die Trockenheit während der Blüte, Windbruch im Sommer und eine selektive Lese fehlen uns 15% zum Mittel der Jahre. Die Qualität wird den Erfolg des Jahrgangs allerdings entscheiden.

Stefanie Weegmüller-Scherr, Weingut Weegmüller, Neustadt: Nachdem auch bei uns wegen der Kirschessigfliege die Lese schon am 12. September angefangen hat, bin ich doch sehr positiv angetan von der Fruchtigkeit des Jahrgangs. Die Säure ist angenehm und nicht so hoch wie 2013. Leider hat auch bei uns die Menge am Ende nachgelassen, was besonders bei Riesling schade war, da hier dann doch verstärkt Fäulniss auftrat. 2014 wird für mich, da auch ein moderater Alkohol typisch ist, ein schöner leichter Trinkwein sein.

Rheingau

Bibo & Runge Wein, Oestrich-Winkel: Die starken Niederschläge Im Juli/August und das Regenwochenende Mitte September sowie die Kirschessigfliege zwangen, uns am 24. September mit der Riesling Lese zu beginnen. Der schöne Altweibersommer bis zur 2. Oktober Woche ermöglichte eine zügige, aber zwingend selektierte Lese in allen Weinbergen. Da wir unsere Trauben mit einer hydraulischen Korbkelter pressen, wurden nur gesunde Trauben gelesen und nach Standzeiten von 12 bis 24 Stunden abgepresst. Die Qualität bewegt sich im gehobenen Kabinettbereich und einzelnen Spätlesen. In drei Weinbergen sind noch ein paar edelsüße Trauben zu ernten. Die Hauptlese wurde am Sonntag abgeschlossen, wobei die Mostgewichte nach den Regenfällen in der 2. Oktober Woche leicht zurückgingen. Alles in allem war es ein schneller Herbst, bei dem wenig Spielraum zum Pokern blieb. Es hat sich außerdem wieder gezeigt, dass eine sorgfältige Laubarbeit im Sommer und frühzeitiges Freistellen der Trauben der einzige Weg sind, um möglichst gesundes Lesegut zu erhalten. Die Säurewerte bewegen sich zwischen 8,5 bis 11 Promille, also Riesling-typisch. Die gärenden Jungweine probieren sich knackig und sehr aromatisch. Der Betriebsschnitt wird bei ca. 75 hl/ha liegen.

Dr. Franz Werner Michel, Domdechant Werner’sches Weingut, Hochheim: Infolge der Wetterkapriolen ein Turboherbst mit nervigen Handlesen und großen Mengenverlusten, aber "happy end" mit überraschend guten Qualitäten und vor allem sauberen Mosten.

Christoph und Thomas Eser, Weingut H.T. Eser Oestrich-Winkel: Wegen der sehr warmen und feuchten Witterung war es dieses Jahr nicht ganz so einfach gute Qualitäten zu ernten. Essigfäule macht sich doch ganz schön breitflächig bemerkbar. Wir haben es aber gut im Griff und können aufgrund der Tatsache, dass wir gute Vorarbeit geleistet haben und darüber hinaus mit unseren Handlesern konsequent nicht erwünschte Trauben am Stock selektioniert haben, gesundes Lesegut in guten Qualitäten nach Hause bringen – durchweg aus allen Rebsorten, die wir anbauen, hauptsächlich Riesling und Spätburgunder, dazu Weißburgunder und Müller-Thurgau. Die Trauben sind insgesamt sehr aromatisch. Maschinenlese war in diesem Jahr besonders interessant, bietet sie doch die Möglichkeit, bei zu warmem Wetter nachts kühles Lesegut zu erhalten. Diese Option haben wir intensiver genutzt als gewöhnlich. Insgesamt sind wir mit den Ergebnissen zufrieden, die Menge ist in Ordnung, nicht übermäßig viel aber ausreichend. Die Qualitäten sind erfreulich.

Dr. Rowald Hepp, Gutsdirektor, Schloss Vollrads: Das Jahr 2014 war für uns sehr außergewöhnlich. Schon zu Beginn des Jahres war ein ungewöhnlich milder Winter der Grund dafür, dass es zum ersten Mal seit 30 Jahren aus dem Weinjahrgang 2013 keine Eisweine in Deutschland gab. Die niedrigste Temperatur des vergangenen Winters war lediglich -5°C – zu wenig, um die Trauben für die Eisweinlese zu gefrieren. Danach setzte bald erstaunlich warme und frühlingshafte Witterung ein, die schon im Februar und März wunderschöne Terrassentage zur Folge hatte. Der Austrieb der Reben erfolgte 3 Wochen vor dem langjährigen Mittel und schon vor der Blüte war ein bis zu 3-wöchiger Vorsprung erreicht. Dieser schmolz jedoch nach der Blüte dahin – sehr wechselhafte Witterung verlangsamte das Wachstum der Reben, so dass man sich wieder an die Normalwerte annäherte. Sehr bemerkenswert waren die ergiebigen Niederschläge im Juli und August, wodurch die Reben und die Trauben durchgängig sehr gut mit Mineralstoffen versorgt wurden und die für den Riesling so typischen Aromen und die charakteristische, frische Säure ausbilden konnten. Wie in kaum einem Jahr zuvor kam es 2014 auf intensive und qualitativ hochwertige Handarbeit bei der Entlaubung und Traubenhalbierung an, um den zur Erzielung von Topqualität notwendigen guten Gesundheitszustand der Trauben zu erhalten. Am 29. September machten wir uns mit unseren langjährig erfahrenen Lesehelfern an die Arbeit und begannen mit der Traubenlese. Schon die erste Fuhre brachte 85 °Oechsle und die Trauben erfreuten uns mit einem saftigen, kräftigen und nachhaltig-intensiven Geschmack. Bedingt durch einige Niederschläge mussten wir die Lese dann immer wieder für einige Tage unterbrechen, aber zum Glück nahmen die Trauben dadurch keinen Schaden – im Gegenteil, die Aromen wurden durch die Wartezeit intensiver und die Fruchtsäuren integrierten sich zunehmend harmonisch ins Geschmacksbild. Auf Grund der guten Traubengesundheit und Aromenvielfalt konnten wir auch in diesem Jahr wieder einige Ausbauvarianten mit ausgedehnter Maischestandzeit sowie einige Maischegärungsvarianten machen: Dies dürfte den Weinen noch mehr Spannung, Tiefgang und Komplexität verleihen. Zurzeit haben wir noch zwei Weinberge, in denen wir hoffen, geeignete Trauben für edelsüße Weine ernten zu können: In einem Weinberg ist unsere Zielrichtung die Gewinnung eines Eisweins, im anderen hoffen wir auf einen edelsüßen Botrytiswein. Drücken Sie uns die Daumen, dass das Wetter der nächsten Tage und Wochen unterstützend wirkt und wir dann hoffentlich mit beiden Weinen dem sehr guten Jahrgang 2014 noch die krönende Spitze aufsetzen können.Eines können wir Ihnen schon jetzt in Aussicht stellen: Die gärenden Moste und die ersten Jungweine sind wirklich spannend, voller Saft und Kraft! Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Rheinhessen

  • Etikett Wilhelmshof
  • Etikett Bozen
  • Etikett Schales

Otto Schätzel, Abteilungsleiter Weinbau, Oenologie und Weinmarkt, Stellvertretender Dienststellen- und Schulleiter, Staatliche Weinbaudomäne Oppenheim: Und dann kam alles ganz anders! Bis zu den Niederschlägen im September sah alles noch sehr gut aus: Unsere Weinberge waren gut vorbereitet: entlaubte Traubenzone, durchgeführte Ertragsregulierung max. 7500 l/ha, max. 10-15 Trauben pro Stock. So kamen die frühen Rebsorten auch erfreulich gesund ins Kelterhaus. Die "Ruhe" wurde etwas durch die Meldungen über die Kirschessigfliege gestört, die aber in unserem Domänenweingut nicht sehr erfolgreich war. Die Schäden an unseren frühen Rotweinsorten blieben erträglich gering.

Richtige Freude hatten wir an unseren top gepflegten Silvaneranlagen am Roten Hang und in den guten Lagen in Oppenheim. Dort ernteten wir auch nach dem großen Regen am 20. und 21. September noch gesunde Silvanertrauben mit guten Mostgewichten von 85 bis 90° Öchsle. Die Rieslinge in den Steillagen, die eigentlich für eine "Ausreizung" bis Mitte Oktober vorgesehen waren, bestanden den Kampf gegen den Botrytispilz nicht immer mit Bravour: Das heißt, auch die TOP-Lagen mussten am Stock selektiert werden. Das haben wir dank einer zuverlässigen Handlesemannschaft auch, so gut es ging, bewerkstelligt. Die großen Gewächse wurden bei schönstem Herbstwetter am 3. Oktober geerntet. Mostgewichte von 90° Öchsle und gesundes Lesegut! Dank Handselektion bestehen beste Voraussetzungen für gute Rieslinge. Die Erntemengen sanken sturzflugartig auf 2000-3000 l/ha. Unser Durchschnittsergebnis wird zwischen 5000 und max. 6000 l/ha liegen. Die Mostgewichte und Säurewerte liegen ideal und geben Anlass zur Hoffnung auf balancierte Weine.

Harald Eller, Kellermeister – aus Leidenschaft, wie er betont – der Winzergenossenschaft Albig: Es fällt im Herbst 2014 nicht ganz leicht, die Lage in Worte zu fassen. Sicherlich wird die Lese in die Geschichte - zumindest hier in Albig - eingehen, denn noch nie waren wir mit der Ernte so schnell und so zeitig fertig. Letzter Erntetag war am 1. Oktober. Gerade einmal 17 Lesetage dauerte der Herbst 2014. Normalerweise liegen wir in den letzten Jahren immer um die 25 Tage. Das sagt eigentlich schon alles aus, was wir in den letzten Wochen hier erlebt haben. Negatives wie faules und unreifes Lesegut, der Einfluss der Kirchessigfliege usw. brauche ich ja nicht mehr zu kommentieren, denn dies ist nicht nur in der Fachpresse sehr ausführlich geschildert worden.

Glücklicherweise gibt es aber auch sehr schöne und fruchtige Jungweine im Keller, die nun langsam zum Gärende kommen. Gerade Burgunder, gleich ob Weiß-Grau- oder Spätburgunder, probieren sich schon jetzt sehr wuchtig und vollmundig und lassen die Hoffnung auf einen guten Wein aufkommen. Aber auch fruchtige Sorten wie Scheurebe, Sauvignon blanc oder unser Schönburger zeigen sehr ausgeprägte und intensive Aromen. Auch da erwarten wir einen guten bis sehr guten Wein.

Fabian Mengel, Weingut Zimmer-Mengel, Engelstadt: Intensive und regelmäßige Beobachtungen jeder einzelnen Parzelle waren in diesem Jahr unabdinglich und so wichtig wie in kaum einem anderen Jahrgang. Denn der Grat zwischen Vollreife und einsetzender Fäulnis war außergewöhnlich schmal. Wir haben jede Parzelle einzeln und auf ihrem individuellen Höhepunkt von Hand gelesen, oftmals in mehreren Lesedurchgängen. Dies erforderte außergewöhnlich hohe Flexibilität.

Doch es war zu erwarten, dass es eine Herausforderung wird: Schon zum Zeitpunkt der Rebblüte stand fest, dass wir es in diesem Jahr mit kompakten Trauben zu tun haben werden, die bei Eintritt von feuchter Witterung aufzuplatzen drohen. Von den Medien wird derzeit die Thematik der Kirschessigfliege (Drosophila Suzukii) hochgeschaukelt, doch ich möchte davor warnen, die Schwierigkeiten in diesem Jahrgang ausschließlich diesem, bei uns neuen, Schädling zuzuschreiben. Fakt ist, dass die Kirschessigfliege ein neuer Schädling ist, doch wer genau hingeschaut hat, der konnte auch sehen, dass sich zahlreiche andere Insekten an den Trauben zu schaffen machten. Und auch der im Durchschnitt viel zu nasse, regnerisch-kühle August ist nicht spurlos an ungepflegten Anlagen vorbeigegangen.

Lesebeginn in unserem Weingut war der 8.9.2014. Wir widmeten uns zunächst dem Frühburgunder, dem wir in unserem Weingut ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Durch selektive Handlese konnten wir kerngesunde Trauben ernten, die sich für die Maischegärung und somit für kräftige Rotweine eignen. Die Annahme, mit vielen anderen roten Rebsorten noch abwarten zu können, hat sich nach der Lese von Frühburgunder jedoch als negativ herausgestellt. Wir sind zügig fortgefahren mit der Lese von Portugieser und Dornfelder. Die Lese von Spätburgunder und Cabernet Sauvignon/Merlot konnten wir hingegen weiter ausreizen, da sich diese Sorten als sehr stabil zeigten. Hier hatten wir im Vorfeld bereits intensive Qualitätsarbeit im Sommer eingebracht, um dies zu ermöglichen.

Den Abschluss der Lese brachten in unserem Weingut Riesling und Silvaner. Der Silvaner zeigte sich als superstabil. Einfach genial - und das bestätigt auch die Standorteignung dieser Sorte für Rheinhessen. Beim Riesling hingegen war deutlich mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Mehrere Lesedurchgänge von Hand waren notwendig, um in diesem Jahr Spätlesequalitäten aus gesunden Trauben zu ernten. Insbesondere hohe Temperaturen machten dieser sensiblen Rebsorte zu schaffen.

Uns ist es sehr wichtig, dass ausschließlich gesundes Traubenmaterial für die Produktion von trockenen Weinen verwendet wird. Und das war auch in diesem Jahrgang möglich. Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität und sind zuversichtlich, sehr ordentliche Weine abfüllen zu können. Denn den Kunden interessiert nicht, ob es ein guter oder schlechter Jahrgang war. Was zählt ist die Qualität im Glas.

Sachsen

Weinbau Frédéric Fourré, Radebeul: Es war eine sehr schwierige Lese. Das Wetter war den ganzen August und September hindurch feucht und schwül, dies brachte viele Trauben dazu, schon vor der Reife zu faulen. Durch konsequentes Herausschneiden und gute Laubarbeit konnte aber viel gerettet werden und die Qualität der letztendlich in der Presse gelandeten Beeren war hervorragend. Es hat sich ausgezahlt, wenn man schon ganz im Frühjahr und Sommer gut ausgebrochen hat und entgeizte. Eine effektives Entblättern schon vor der Feuchtigkeit war auch hilfreich. Bei den frühen Sorten, wie Müller-Thurgau oder Gutedel, haben wir mehr geerntet als sonst, aber bei den späten Sorten, wie Grauburgunder, Spätburgunder und Riesling, hatten wir dennoch zwischen 50-70% Verlust. Es war kein Jahr für Spät-oder Auslesen. Die Säurewerte sind relativ hoch können aber durch leichten Restzucker ausgeglichen werden. So erwarten knackigere und weniger alkoholreiche Weine, die sich schnell trinken lassen werden.

Württemberg

Bernhard Nanz, Betriebsleiter, Weingut der Stadt Stuttgart – Meldung vom 27.9.2014: Zwei bis drei Wochen früher als normal und zweimal schneller wegen häufigem Regen und der Kirschessigfliege startete die Lese am 16. Des Monats. Man kann nichts mehr hängen lassen. Seit 1968, meinem 1. Lehrjahr vor 46 Jahren, habe ich so einen aufregenden Herbst noch nicht erlebt. Es muss bei allen Sorten ausgelesen werden. Bei Anlagen, in denen mindestens zwei Behandlungen gegen die Essigfliege in der zweiten Augusthälfte erfolgten, sind 5-10 % Ausfälle zu verkraften. Bei unbehandelten kann es 30 bis 100 % Verlust je nach Lage und Befallsschwerpunkt geben. Dieses Jahr geht es darum, möglichst schnell und viele gesunde Trauben durch Auslese einzubringen, und weniger um hohe Öchslegrade. Alles liegt zwischen 75 und 85° im Schnitt. Die rechtzeitige Bestellung des Trauben-Vollernters in fahrbaren Lagen wird ausschlaggebend für eine erfolgreiche Weinlese 2014. Alles muss möglichst schnell in die Kelter und so schnell als möglich von den festen Bestandteilen wie Haut und Kerne getrennt werden, so dass, wie bei Weiß und Rose üblich, auch bei Rot nur der Saft vergoren wird. Die Farbe kommt dieses Jahr durch erwärmen aus der Haut, seltener durch klassische Maischegärung. Die Maischegärung zur Farbgewinnung bei Rotwein ist dieses Jahr eher die Ausnahme und ein großes Wagnis. Mit heute sind etwa 50.000 Liter im städtischen Keller und die halbe Rebfläche geerntet.

14.10.2014: Mit knapp 100.000 Liter Maische ist der Jahrgang 2014 etwas größer als der Vorjahrgang 2013. Schnelligkeit und Gesundheit waren die Faktoren für eine bessere Ernte mit Start am 16. September. Die Kirschessigfliege und heftige Niederschläge im September führten die Weingärtner in eine atemlose „Turboweinlese“ im Zeitfenster von drei statt sechs Wochen Dauer. Der Einsatz des Trauben-Vollernters in fahrbaren Direktzuglagen war so unumgänglich wie vorteilhaft .Die Öchslegrade standen diesmal nicht im Focus. Gleichwohl erreichten wir bei strahlender Sonne am letzten Lesetag, dem 9. Oktober, beim Spätburgunder von der Bergheide versöhnliche 95° Öchsle.

Marc Nagel, Vorstandsvorsitzender, Weingärtner Bad Cannstatt: Die Weinlese 2014 war anders als erwartet. Das kann man zusammenfassend sagen. Wir konnten am Ende einen guten Herbst einfahren und sind glücklich, dass weder Witterung noch Kirchessigfliege zum befürchteten Problem wurden. Dabei sind wir als Weingärtner Bad Cannstatt besonders auf unsere anliefernden Betriebe stolz. Durchweg lieferten diese gesundes und hochwertiges Traubengut ab, aus dem unser Kellermeister und sein Team nun die gewohnten Topp-Weine kreieren können. In der demütigen Haltung, die man braucht, erarbeitet man in und mit der Natur ein schönes Ergebnis.

Thilo Heuft, Geschäftsführer, Weingärtner Stromberg-Zabergäu: Die Weinlese ist in unserem Haus für dieses Jahr so gut wie beendet. Momentan werden noch Trauben für unsere Exklusiv-Wein-Serien gelesen. Daraufhin wird diese Woche der Leseabschluss bekannt gegeben. 

Die diesjährig ungewöhnlich schnell und früh verlaufene Herbstkampagne ist mehreren Faktoren geschuldet: Zum einen hat in diesem Jahr aufgrund des sehr warmen Frühjahrs der Austrieb und die Blüte der Reben sehr früh stattgefunden. Dieser Vegetationsvorsprung wirkt sich schließlich auf den Lesetermin aus. Zum anderen hatten wir dieses Jahr die japanische Kirschessigfliege als Schädling in unseren Weinbergen, die es zu bekämpfen galt und darüber hinaus heftige Niederschläge im September und im Oktober. Wir haben uns der Herausforderung gestellt, die Traubenlese und -verarbeitung mit höherer Schlagzahl zu meistern. Auch unsere Weingärtner mussten dieses Jahr mit größter Sorgfalt das Lesegut durch Handarbeit selektieren um beste Qualitäten abzuliefern. Diese Herausforderungen haben wir nun gemeinsam gemeistert. Am Ende der Weinlese 2014 sind wir sowohl mit der Erntemenge als auch mit der Qualität der angelieferten Trauben mehr als zufrieden.

Zusammenstellung: Dieter Simon; Fotos, sofern nicht anders angegeben PR.

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