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Weinspiel

Beste Weine von der Nahe – der bonvinitas Weinbewertung vom 14.8.2020

vom Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen

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Beste Weine von der Nahe – der bonvinitas Weinbewertung vom 14.8.2020 vom Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen. Reinhard Peitz ist ein Reisenarr und sucht Sorten in anderen Gebieten. Hier vor dem Grand Canyon in Arizona, wo es auch Weinbau gibt.Beste Weine von der Nahe – der bonvinitas Weinbewertung vom 14.8.2020 vom Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen. Reinhard Peitz ist ein Reisenarr und sucht Sorten in anderen Gebieten. Hier vor dem Grand Canyon in Arizona, wo es auch Weinbau gibt.
 

Das Weinbaugebiet Nahe

Das Weinland Nahe. Quelle: Weinland Nahe e.V.Das Weinland Nahe. Quelle: Weinland Nahe e.V.

Sie gehört zu den kleinen aber feinen deutschen Weinbaugebieten, die Nahe. Rund 4.200 Hektar beträgt die Rebfläche, vielfach an den Steilhängen zur Nahe hin, die bei Bingen in den Rhein mündet, sowie auch in den Seitentälern. Mit knapp 29% stellt Riesling die wichtigste Sorte gefolgt von Müller-Thurgau, Dorfelder, Grau- und Weißburgunder, blauem Spätburgunder und weiteren Sorten. Vor allem an der oberen Nahe und in den höher gelegenen Regionen der Seitentäler machen sich kühlere Luftmassen vom Hunsrück bemerkbar, so dass die Trauben später reifen und Zeit haben, feinere Aromen zu bilden. Dazu kommen die durch ehedem vulkanische Tätigkeit und wiederum Meeresablagerungen sehr vielfältigen Bodenarten. Dazu zählen Schiefer, Quarzit, Melaphyr, Rotliegendes sowie auch Sande und Kiesel, beste Terroirs in außergewöhnlich großer Vielfalt. Ein Klavier, auf dem die Winzer spielen und den Charakter in den Weinen herausarbeiten können - spannend für die Weinfreunde!

Die Naheschleife zwischen Ober- und Niederhausen. Foto: Thomas Riebesehl - AdobestockDie Naheschleife zwischen Ober- und Niederhausen. Foto: Thomas Riebesehl - Adobestock


Sehr gut ja hervorragend bewertet: Weißer Burgunder, Riesling, Chardonnay vom Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen/Nahe

Hier beste Tropfen, die unsere Prüfer bei der Weinbewertunge am 14.8.2020 als sehr gut, ja hervorragend taxiert haben. Stets werten neutrale Weinfachleute und -freunde in Blindverkostung und damit eine echte Bewertung. Ich probiere die bestbewerteten dann nach, um sie hier vorzustellen. Ab 85 Punkten gelten die Weine als sehr gut, ab 89 als hervorragend – hier unser Bewertungssystem.

86 Grüne Punkte – sehr gut - für den 2019 Wallhäuser Pastorenberg Weißer Burgunder trocken 

Weingut Schmitt-Peitz: Junior Thomas Peitz gibt Trockeneis auf den Sauvignon Blanc, um eine kühle Gärung zu bekommenWeingut Schmitt-Peitz: Junior Thomas Peitz gibt Trockeneis auf den Sauvignon Blanc, um eine kühle Gärung zu bekommenDeutscher Qualitätswein Nahe mit 11,8% Alkohol und 6,4 g/l Restzucker, zu dem ich notiert habe: Sehr lebendiger, frischer Duft mit Noten von Stachelbeeren, Limetten, mit einem Hauch Mimosen; auf der Zunge eine saftige Leichtigkeit mit viel Schwung; erfrischendes Finish, leicht salzig unterlegt. Ein Wein, der kräftige Präsenz mit schwungvoller Leichtigkeit verbindet, mit zwei bis drei Jahren weiterem Potenzial und schön zu Gemüsegerichten, Spargel, zu Fisch generell, ebenso zu eingemachtem Kalbfleisch wie auch ein sehr schöner Terrassenwein. Grüne Punkte bedeuten Kategorie1, trocken bis 12% Alkohol. Über solche sehr guten leichten Weine, die es ja nicht so häufig gibt, freue ich mich immer besonders. Dazu der Weingutsbesitzer Reinhard Peitz: „Der Weißburgunder gehört zu unseren Vorzeigeweinen. Die Reben stehen auf Rotliegendem und sind ca. 25 Jahre alt. Rotliegendes liefert ja inhaltlich immer etwas kräftigere Weine, was nicht unbedingt Alkohol heißen muss, wie dieser Tropfen beweist.“

89 violette Punkte – hervorragend – für die 2018 Wallhäuser Pastorenberg Riesling Auslese

Deutscher Prädikatswein Nahe mit 8,5% Alkohol und 80,1 g/l Restzucker, ein edelsüßer Wein – unsere Kategorie 4, violette Punkte: Edler Duft nach einer Vielzahl kandierter und getrockneter Früchte insbesondere Ananas und getrocknete Aprikosen, sowie Anklänge an Vanille und mit einem sehr schönen Hauch Edelfirne; vornehm vollreifer mundauskleidender Körper mit Kraft und Eleganz, dezent unterlegt mit Erinnerungen an Sultaninen; hochelegantes Finish, das man schlicht behalten möchte. Ein Wein, der mich an einen Spiegelsaal im Schloss erinnerte, und sehr schön als Aperitif, zum Anstoßen bei Anlässen oder als Dessertwein. Solche Weine entwickeln sich ja über viele Jahre weiter empor. 15 bis 20 Jahre sind keine Zeit. Dazu Peitz: „2018 war wie gemacht für eine Auslese. Wir haben die Trauben Anfang Oktober gelesen. Sie waren vollreif und topgesund, trotzdem haben wir eine sehr strenge Mostvorklärung durchgeführt und dann sehr kühl und sehr langsam vier Wochen lang vergoren, eine lange Geschichte, damit sich schöne Aromen bilden, und die Gärung dann abgestoppt, um einen edelsüßen Wein zu erhalten. Dazu ist nicht jeder Jahrgang geeignet, aber 2018 war es so.“ Die Reben stehen ebenfalls auf Rotliegendem, was dem Wein Fülle verleiht, und sind ca. 35 Jahre alt.

91 violette Punkte – hervorragend – für die 2018 Wallhäuser Pastorenberg Chardonnay Auslese

Deutscher Prädikatswein Nahe mit 8,8% Alkohol und 74,8 g/l Restzucker: Wunderbar individueller Duft mit Noten von Nektarinen, Apfelkompott, Vanille mit einem Hauch Ingwer; üppig fließender Körper wie eine Wohltat mit Anklängen an Blütenhonig und kandierte Früchte; wohlig rundes Finish, in dem zum Schluss nochmals eine sehr dezente elegante Schärfe auftaucht, die etwas von weißem Pfeffer und Ingwer hat – macht den Wein sehr interessant, zumal edelsüße Chardonnay ohnehin eine Seltenheit bedeuten. Ein Wein mit gut 10 bis 15 Jahren weiterem Potenzial und ebenso schön als Aperitif, zum Anstoßen bei Anlässen oder als Dessertwein. Peitz: „Den Chardonnay haben wir gleich nach der Zulassung Mitte der 90er Jahre gepflanzt. Normalerweise bauen wir Chardonnay trocken aus, aber die vollreifen topgesunden Trauben 2018 haben uns gereizt, quasi als Experiment, eine Chardonnay-Auslese zu versuchen. Wir freuen uns sehr über das gelungene Experiment, und so meine ich, dass 2018 das Prädikat Jahrhundertjahrgang zu Recht trägt, wie diese Auslesen beweisen, die lange nicht jedes Jahr möglich sind.“

Das Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen

Das Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen/NaheDas Weingut Schmitt-Peitz in Wallhausen/Nahe14 Hektar beträgt die Rebfläche auf acht Lagen in Wallhausen und angrenzenden Orten mit insgesamt sechs Bodenarten. Inhaber Reinhard Peitz ist ein Reisenarr und hat schon viele Weinbaugebiete auch in Übersee besucht. Peitz: „Sehr gerne probiere ich eingehend die Weine anderer Regionen und überlege, ob die Sorten auch etwas für uns sein könnten. Wenn ja, gilt es zu erwägen, auf welchem Boden sie stehen könnten, und so suche ich dann die optimalen Kombinationen von Boden und Weintyp.“ So kommt es, dass Peitz 22 Rebsorten im Anbau hat. Im Vordergrund steht natürlich Riesling gefolgt von Weiß-, Grau- und blauem Spätburgunder. Tatkräftig unterstützt wird er von seiner Lebensgefährtin Heike Jäckel, von Mutter und Seniorchefin Renate und insbesondere von Sohn Thomas, der in den Betrieb eingestiegen ist und sich sowohl um den Außenbetrieb wie den Keller kümmert.

Teil des Wallhauser Pastorenbergs, der über den Ort nach Süden blicktTeil des Wallhauser Pastorenbergs, der über den Ort nach Süden blickt

Der Ort Wallhausen liegt im Gräfenbachtal, einem Seitental der Nahe. Die Reben ziehen sich bis in 330 m Höhe und machen mit den umliegenden Orten zusammen 10% der Nahe-Rebfläche aus. Peitz: „Wir profitieren von den sehr detaillierten Böden bzw. Terroirs sowie auch von den kühleren Luftmassen vom Hunsrück. So ist unsere Lese immer eine Woche später als in Bad Kreuznach, was sich positiv auswirkt.“ 

Text: Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas. Flaschenfoto: bonvinitas. Andere Fotos: PR sofern nicht anders angegeben

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