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Rotweine trocken: Die besten der internationalen bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020

Frühburgunder, Valpolicella Ripasso und Valpolicella della Amarone

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Rotweine trocken: Die besten der internationalen bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020 Frühburgunder, Valpolicella Ripasso und Valpolicella della Amarone. Foto: bonvinitasRotweine trocken: Die besten der internationalen bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020 Frühburgunder, Valpolicella Ripasso und Valpolicella della Amarone. Foto: bonvinitas
 
Hier die besten Rotweine der bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020 von neutralen Weinfachleuten und Weinfreunden in Blindverkostung taxiert. Alle Weine finden sich im bonvinitas Weinführer – hier unser 100-Punkte-System. Und wie immer probiere ich die besten nach, um sie hier vorzustellen:
 

Frühburgunder vom Weingut Erlenwein

86 rote Punkte (Kategorie 2, trocken über 12% Alkohol) erhielt der Frühburgunder Reserve 2016 trocken Qualitätswein Pfalz vom Weingut Erlenwein in Ilbesheim/Pfalz, mit 13,5% Alkohol und 0,5 g/l Restzucker herrlich trocken. Ich sage extra herrlich, da es der Wein wunderbar trägt, durch seine Kraft keinerlei Restzucker braucht und nichts vortäuschen muss. Meine Notizen lauten: Kräftiger, lebhafter Duft nach Marmelade von gemischten dunklen Früchten sowie Nougat mit einem Hauch Holzkohle; kraftvoller schön trockener Körper mit viel Frucht, die in sanften Schmelz mündet, in dem die Holzkohlenoten nochmals auftauchen und in ein angenehmes Finish münden mit dezenten reifen Tanninen. Ein Wein wie eine barocke Eichenkommode, mit weiterem sechs bis acht Jahren Potenzial und schön zu Ochsenschwanzsuppe, Pfeffersteak, Wild oder Ossobuco.

Die Lage Sonnenberg über Leinsweiler mit dem Slevogthof. Foto: Stephan Sühling - stock.adobe.comDie Lage Sonnenberg über Leinsweiler mit dem Slevogthof. Foto: Stephan Sühling - stock.adobe.comDas 150-jährige 18 Hektar Weingut Erlenwein liegt im Außenbereich mitten in den Reben zwischen Leinsweiler und Ilbesheim. Der Frühburgunder steht auf einer Terrasse nicht weit unterhalb des historischen Slevogthofs, bekannt als Heimat des berühmten deutschen Impressionismus-Malers Max Slevogt, in der Steillage Sonnenberg über Leinsweiler mit Buntsandsteinböden. Zudem ist die Lage vom VDP – Verband Deutscher Prädikatsweingüter – als große Lage eingestuft. Junior Timo Erlenwein, der das Weingut leitet: „Die Reben liegen vergleichsweise höher über dem Meeresspiegel, wodurch der Frühburgunder nicht allzu früh reift, und die Weine so eine feinere Art entwickeln, weil die Trauben bis in kühlere Nächte am Stock bleiben können. Der Jahrgang 2016 war optimal, ich habe den Wein in Holzfässern ausgebaut, er hat ausreichend Säure und ein hohes, sehr langes Potenzial, so dass ich ihn als ‚Reserve‘ klassifiziert habe.“

Frühburgunder

Frühburgunder - kleine TraubenFrühburgunder - kleine TraubenNatürlich ist Frühburgunder kein zu früh gelesener Spätburgunder, sondern eine eigenständige Sorte. Er reift etwas früher als sein Namensbruder, daher bleiben die Trauben meist sehr gut gesund. Da die Beeren vergleichsweise kleinere sind, ist das Verhältnis von Schale zum Beereninhalt größer und der Ertrag dadurch niedriger. So bringt der Frühburgunder nicht selten samtigere und gehaltvollere Weine als sein Bruder. Ende der 1960er Jahre war der Frühburgunder in Deutschland jedoch fast verschwunden, bis sich die Forschungsanstalt Geisenheim seiner annahm. So meldete das Deutsche Weininstitut für 2018 wieder 241 Hektar, vor allem in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Ahr.

Valpolicella Ripasso und Valpolicella della Amarone vom Bio-Weingut Mont’Albano

Das Weingut Mont'Albano in Friaul-VenetienDas Weingut Mont'Albano in Friaul-Venetien1985 stellte Mauro Braidot sein Fünf-Hektar-Weingut Mont’Albano in Savorgnano del Torre im Herzen Friaul-Julisch Venetiens nördlich von Udine auf Bio-Produktion um – seinerzeit noch neu und ungewöhnlich. Doch das  Unternehmen wuchs rasch. 1998 wurde die Kellerei vergrößert und auch Trauben von vertrauenswürdigen regionalen Winzern, die sich an die strengen Bio-Vorgaben halten, mit übernommen. 2008 entstand die Mont’Albano spa und das Unternehmen wurde Teil der großen Veroneser Weingruppe Sartori. Auf Grund des großen Bio-Knowhows beider kann Mont’Albano zusätzlich gute Bio-Weine aus den Abruzzen wie Sizilien anbieten, natürlich ebenfalls von sorgsam ausgewählten, zertifizierten und kontrollierten Bio-Winzern. Außerdem bietet das Weingut mehrere komplett eingerichtete Ferienwohnungen mit Küchen, von denen aus man Friaul-Venetien erobern kann. 

87 Punkte erzielte der 2015 Valpolicella Ripasso DOC Vino Biologico mit 13,5%: Feiner fruchtiger Duft mit Noten von Schlehe, Sanddorn, Pflaumenmarmelade; fester Körper mit viel Rückgrat, aus dem fruchtige Noten aufsteigen, leicht gepfeffert; fein gebauter, sanft pfeffriger Abgang. Ein Wein wie ein Schlagzeug-Solo mit vier bis fünf Jahren weiterem Potenzial und schön zu geräuchertem Speck, Roastbeef mit Zwiebeln oder zu Wildgulasch.

Valpolicella und Ripasso 

Valpolicella ist die Gegend um Verona. Das italienische Wort Ripasso bedeutet generell Wiederholung und heißt hier, dass junge Valpolicella-Rotweine auf den Trester von Amarone Weinen gegeben werden, wodurch es zu einer erneuten Gärung kommt. Hierdurch nimmt der junge Wein den typischen, etwas rosinenartigen und leicht pfeffrigen Geschmack des Amarone an, gewinnt Farbe und Alkohol, ist aber leichter und auch preiswerter. Offiziell gibt es den Valpolicella Ripasso DOC seit 2010. DOC steht bekanntlich für Denominazione di origine controllata, was Qualitätswein bedeutet, und je Gebiet definiert und zugelassen werden muss. Inzwischen ist die Methode sehr verbreitet, so dass die Herstellung von Ripasso Weinen schon seit einigen Jahren die des „normalen“ Valpolicella übersteigt.

Amarone

Das Bewertungsteam bei der Arbeit. Personen per Link. Foto. bonvinitasDas Bewertungsteam bei der Arbeit. Personen per Link. Foto. bonvinitasHier ein echter Amarone, der mit stolzen 91 Punkten bewertet wurde, der 2013 Amarone della Valpolicella DOCG Vino Biologico ebenfalls von Mont’Albano, mit 15 % Alkohol: Tiefer Duft mit Anklängen an Sanddorn, dunkle Schokolade, Haselnüsse, Holzkohle; vollmundiger, echt mundfüllender Körper mit viel Frucht und Schmelz, der eine lange Geschichte erzählt, dezent unterlegt mit weißem Pfeffer und einem wunderbar weichen, fast aristokratischen Finish. Ein Wein wie ein Opernball mit einem weiteren Potenzial von gut sechs bis acht Jahren, der gut zu Rindersteak passt - auch englisch, wie zu Lammkeule oder Wild.

 

Amarone della Valpolicella

Innerhalb des Valpolicella-Gebiets sind die Gemeinden, bzw. Teile der Gemarkungen, die für den Amarone zugelassen sind, genau festgelegt. Gleiches gilt für die Rebsorten. Die Weine müssen mindestens 14% Alkohol aufweisen, auch die Restzuckerwerte sind begrenzt. DOCG - Denominazione di Origine Controllata e Garantita – ist ohnehin die höchste Qualitätsstufe. So zählt der Amarone zu den besten Rotweinen Italiens, ja gilt als Kultwein, wie z.B. ein Brunello di Montalcino. 

Text: Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas. Foto Frühburgunder: Deutsches WeininstitutPR; übrige Fotos PR sofern nicht anders angegeben.

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