Die besten Weine der Kategorie 2, Weinbewertung vom 12.6.2017

trockene, kräftigere Tropfen über 12 %

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Die besten Weine der Kategorie 2, Weinbewertung vom 12.6.2017Die besten Weine der Kategorie 2, Weinbewertung vom 12.6.2017

Unsere Prüfer (Blindbewertung) waren begeistert und haben hoch gewertet, was ich durchaus in Ordnung finde. Warum sollen z.B. deutsche Weißweine – wie in diesem Fall – in ihrer Art nicht hoch bewertet werden, wenn sie überzeugen? Schließlich kommt es darauf an, wann und wozu man die Weine genießen will. Natürlich fallen bei den Prüfungen auch Weine durch, die wir nicht veröffentlichen. Ab 82 Punkten finden sich alle in unserem Weinführer. Die Bestbewerteten probiere ich wie immer nach und stelle sie hier in besonderer Weise vor:

 
Der Hügelzug in der Mitte: die Lage Burkheimer SchlossgartenDer Hügelzug in der Mitte: die Lage Burkheimer SchlossgartenMit stolzen 99 Punkten haben unsere (neutralen) Prüfer den 2016 Burkheimer Alte Rebe Chardonnay trocken aus der Lage Schlossgarten der Burkheimer Winzer bewertet, zu dem ich notiert habe: Wunderbar reifer Duft mit Noten von Zitronat, Aprikosen, Orangenkonfitüre; seidenweicher Körper, den man lange behalten möchte und auch behält, mit angenehmer Frucht und schön ausgewogenem samtweichen, reifen Abgang, wie ein verdientes kleines Mittagsschläfchen. Der Tropfen ist schon gut auf der Höhe, ich würde ihn alsbald genießen. Passt gut zu Lachs gegrillt, Pfifferlingen in Rahm oder zu geschmorter Entenbrust rosa mit Salaten.
 
Die Burkheimer Winzer bewirtschaften knapp 110 Hektar am Westrand des Kaiserstuhls in Baden. Die beiden Einzellagen, Schlossgarten und Feuerberg, zählen zu den wärmsten Standorten Deutschlands. Die Südwest-Lage Schlossgarten, die Richtung Frankreich blickt, mit tiefgründigen Lössboden, in denen die Reben tief wurzeln können, bringt entsprechende mit viel Charakter.
 
Winzerverein Hagnau, Kellermeister Jochen SahlerWinzerverein Hagnau, Kellermeister Jochen SahlerMit 98 Punkten bewertet wurde der 2016 Weißburgunder trocken Hagnauer Burgstall des Winzervereins Hagnau am Bodensee: Brillant ausgewogener, reifer Duft nach getrockneten Feigen, Mango, Williams-Birnen; auf der Zunge saftig, füllig, wunderbar reif, ja edel und schön naturbelassen – denn der Tropfen benötigt kein Barrique – und ebenso rund ausklingend – man möchte drin baden. Ein Wein wie ein Opernhaus mit viel Gold und Plüsch und mit viel Potenzial. Ich wäre gespannt, wie er in 10 Jahren schmeckt. Als typischer 2016er besitzt er ein gut eingewobenes Temperament. Stand heute schön zu Steinpilzen, Gänsebraten oder zur Zigarre. 
 
Noch ein Seewein aus Hagnau mit 98 Punkten bewertet: 2016 Bacchus trocken Hagnauer Burgstall. Herrlich reifer und zugleich feiner Duft mit Noten von Lindenblüten, Salbei, Veilchen, Rosen; wunderbar reif und samtweich über die Zunge fließend mit unterhaltsamer Frucht im Finish, das seidenweich nachklingt. Ein Wein wie ein Himmelbett! Ich finde ihn schon gut auf der Höhe und würde ihn alsbald genießen; schön zu Süßem, wie Crêpes, Waffeln, Apfelkuchen.
 
Kellermeister Jochen Sahler vinifiziert in Hagnau, was 52 Winzerfamilien auf 165 Hektar heranreifen lassen. Zehn Prozent werden als Selektionslagen bewirtschaftet, wo der Ertrag dieser älteren Rebbestände auf 45hl/ha reduziert ist.
 
Das Familienweingut Knöll&Vogel, die mittlere Generation (von links): Nicole Vogel und Sandra Vogel sowie die jeweiligen Ehemänner Stefan Trutter und Jochen Becker. Foto: Melanie HubachDas Familienweingut Knöll&Vogel, die mittlere Generation (von links): Nicole Vogel und Sandra Vogel sowie die jeweiligen Ehemänner Stefan Trutter und Jochen Becker. Foto: Melanie Hubach94 Punkte erzielte der 2016 Graue Burgunder fumé Bergzaberner Wonneberg vom Weingut Knöll & Vogel in Bad Bergzabern/Pfalz: Üppiger Duft mit Noten von Walnüssen, Haselnussgebäck, Honig; mundfüllender, ausladender Körper mit Schmelz an der Obergrenze zu trocken, was ihm gut steht; überrascht im Finish mit angenehm herben Noten, die einen Kontrapunkt und nochmals einen Höhepunkt bilden. Mit fumé bringt Sandra Vogel, die im Rahmen der Familie für den Ausbau verantwortlich zeichnet, zum Ausdruck, dass der Wein im Holzfass ausgebaut wurde. Ein Wein wie ein vornehmer Schlosssaal mit edlem Parkett mit gut vier bis fünf Jahren Potenzial und schon heute sehr gut zu Räucherlachs, Kürbissuppe oder Pfeffersteak.
 
Von diesem 64 Hektar Familienweingut konnten unsere Prüfer schon eine ganze Reihe schöner Tropfen hoch bewerten. Ich sage: Volle Anerkennung!
 
Manche der Meersburger Reben reichen bis ans Bodenseeufer. Foto: Reinhold AdolphManche der Meersburger Reben reichen bis ans Bodenseeufer. Foto: Reinhold AdolphMit ebenso 94 Punkten bewertet wurde die 2016 "Edition" Weisswein Cuvée trocken vom Winzerverein Meersburg mit Noten von reifen Zitronen, Quitten, Zitronengelee im Bukett; auf der Zunge ein süffiger, mundfüllender schön trockener Tropfen mit temperamentvoller doch angenehmer, weil gut eingebauter Fruchtsäure, die dem Tropfen im fülligen Finish eine langanhaltende Eleganz verleiht; ein Wein wie das lebhafte Treiben an Einkaufstagen in einer historischen Innenstadt; dürfte in den nächsten drei bis vier Jahren noch weiter aufbauen und schon heute gut zu gemischten Vorspeisen, Schnitzel natur oder Kalbsteak.
 
Noch ein Tropfen des Winzervereins Meersburg, ebenfalls mit 94 Punkten bewertet: 2016 Meersburger Weissburgunder trocken aus der Lage Sonnenufer: kräftiger, cremiger Duft mit Anklängen an Pfirsiche, Nektarinen, getrocknete Birnenschnitze; schmeichelnder Körper mit Kraft und Schmelz, der in ein gut gepacktes Finish übergeht, das lange nachklingt; wie ein gepacktes Auto, das mit Dachgepäckträger in Ferien fährt. Ein Tropfen zum Hinlegen mit gut fünf und mehr Jahren Potenzial, schon heute schön zu Fisch gedünstet, Choucrout oder Kalbsleber mit Äpfeln. 
 
Schon vielfach wurden Weine des Winzervereins Meersburg von unseren Prüfern hoch bewertet – 1884 gegründet und mit bewirtschaften 30 angeschlossene engagierte Winzern auf 53 Hektar Reben fast ein wie großer Familienbetrieb.
 
Nochmals ein Tropfen der Burkheimer Winzer, der mit 92 Punkten bewertet wurde: 2016 Burkheimer Feuerberg Grauer Burgunder Spätlese trocken: In der Nase reife Herbstäpfel, Nussgebäck, Honig; warmer Körper mit viel Schmelz und schöner Frucht wie reife Weintrauben mit einer Spur Walnuss; unterhaltsam fruchtiges Finish, das reif und weich ausklingt; ein Wein wie ein gepflegter Schlossgarten, schon gut auf der Höhe, den ich in den nächsten zwei Jahren genießen würde. Passt gut zu Jägerschnitzel, Curryhuhn oder Pfannkuchen mit Pilz/Fleischfüllung.
 
Dieter Simon, Herausgeber und Chefredakteur bonvinitas; Titelfoto: binvinitas, andere Fotos PR sofern nicht anders angegeben.
 
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