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22. Rheingau Gourmet&Wein Festival – Interview mit Hans B. Ullrich

mit bedeutendstes kulinarisches Ereignis der Welt - fast 50 intern. Spitzenköche - ab 22. 2.2018

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Von Dieter Simon  ·   31 Januar 2018   ·   913  
Hans Burkhardt Ullrich, Begründer und Organisator des Festivals vor der Kulisse seines Kronenschlösschens.Hans Burkhardt Ullrich, Begründer und Organisator des Festivals vor der Kulisse seines Kronenschlösschens.
Hans Burkhardt Ullrich, Gründer und Organisator des Festivals, sieht es sicher mit Recht als eines der bedeutendsten kulinarischen Ereignisse der Welt. Ab 22. Februar 2018 präsentieren zum 22. Mal fast 50 weltbekannte Spitzenköche, viele mit 2 und 3 Michelin-Sternen an 18 Tagen ihr großartiges Können in gleicher Weise internationale Spitzenwinzer. 243 Weingüter haben bereits angeliefert. Jährlich zieht das Festival rund 6500 Feinschmecker aus aller Welt an. Dazu ein Interview mit Hans Burkhardt Ullrich, Inhaber des Hotels und Restaurants Kronenschlösschen in Eltville-Hattenheim, in dessen Räume die meisten Veranstaltungen stattfinden.
 
Wie kam die Idee des Festivals zustande? 
Viele Jahre lang hat man mir vom Festival „Masters of Food & Wine“ in Carmel (California) vorgeschwärmt. 1996 habe ich dann beschlossen: Ein solches Festival veranstalten wir auch in Deutschland, wir nannten es „Rheingau Gourmet & Wein Festival“. Die amerikanischen Veranstalter fanden das toll und haben uns tatkräftig unterstützt.
 
Was waren die größten Herausforderungen im ersten Jahr?
Ohne das Prestige, das das Festival heute hat, war es eine große Herausforderung, prominente Köche und Winzer zu finden. Der Erfolg hing davon ab, bereits beim ersten Anlauf den großen Durchbruch zu erzielen. Das ist uns gelungen. Das erste Festival im Jahre 1997 haben wir unter das Thema „California“ gestellt. Amerikanische Kochstars und die besten Winzer aus Kalifornien wurden eingeflogen und präsentierten persönlich ihre großen Weine. Unter anderem waren Chuck Wagner mit Caymus, Christian Moueix mit Dominus, Paul Draper mit Ridge und Manfred Krankl mit Sine Qua Non dabei. Der Koch Thomas Keller – später jahrelang die Nr. 1 der Köche weltweit – war beim ersten Festival dabei.
 
Welches war der erlesenste Wein, den Sie je beim Festival geöffnet haben? 
Da gibt es einige. Besonders erinnere ich mich noch an den 1917er JFK-Wein, den wir im vergangenen Jahr geöffnet haben: 1917 Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Rotweiß-Edelbeerenauslese von den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach aus dem Geburtsjahr von John F. Kennedy. Diesen Wein hat JFK bei seinem Besuch in Wiesbaden 1963 als Geschenk erhalten. Auch dieses Jahr haben große Raritäten dabei, wie z.B. fünf Weine aus dem Jahrgang 1938 – 80 Jahre alt.
 
Was war das beste Menü, das bisher präsentiert wurde? 
Fast ein Drittel aller Köche aus der Liste „Die besten 100 Köche der Welt“ waren im Laufe der letzten 21 Jahre Teil des Festivals. Da gab es viele faszinierende Menüs und außergewöhnliche Persönlichkeiten. Als Show ist mir in bester Erinnerung die des indischen Superstars Vineet Bhatia im letzten Jahr. Sie war so gut, dass wir Vineet Bhatia spontan eingeladen haben, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein. 
 
Was waren die wichtigsten Erfahrungen? 
Köche, seien sie noch so berühmt, die sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen haben, können nicht mehr konkurrieren. Die Entwicklung von Geschmackstypen, Kochtechniken und Kreationen ist so rasant, dass derjenige, der nicht mehr aktiv im Mittelpunkt steht, sofort den Anschluss verliert. Wir sind stets topaktuell und nehmen nicht nur neue Trends auf, sondern entwickeln sie.
 
Welche berühmten Köche haben Sie dieses Mal dabei?
Alle aufzuzählen wäre zu viel, doch ich möchte Christian Bau und Klaus Erfort als Drei-Sterne-Köche nennen, sowie als Zwei-Sterne-Köche Jean Claude Bourgueil, Tristan Brandt, Sebastian Frank, Andreas Krolik, Thomas Kellermann, Thomas Martin, Tohru Nakamura und Jörg Sackmann je aus Deutschland sowie Gerhard Wieser aus Italien.
 

Andreas KrolikAndreas KrolikThomas KellermannThomas KellermannThomas MartinThomas MartinTohura NakamuraTohura Nakamura

Zum Jahresbeginn haben Sie die Zügel an Ihre Tochter übergeben? 
Die nächsten Jahre werde ich das Kronenschlösschen gemeinsam mit meiner Tochter leiten. Sie konnte viele Jahre eine hervorragende Ausbildung in einigen der besten Hotels genießen, unter anderem im „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg, dem „Bachmair Weißach“ und dem „Hotel Egerner Höfe“ am Tegernsee. Frische Ideen, neue Aktivitäten und Know-how spielen perfekt zusammen. So wird es auch beim Festival sein.
 
 
Quelle: Rheingau Gourmet&Wein Festival, Hans B. Ullrich; Fotos: Andreas Krolik: Wonge Bergmann für Tiger & Palmen GmbH; Thomas Martin: Ydo Sol Images; Tohru Nakamura: Jelena Moro; übrige Fotos PR
 
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