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Spitzenrieslinge und ein sehr erstaunlicher Müller-Thurgau

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Von Dieter Simon  3112  
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Spitzenrieslinge und ein sehr erstaunlicher Müller-ThurgauSpitzenrieslinge und ein sehr erstaunlicher Müller-Thurgau

Hier eine sehr interessante Nachlese zur VDP Jahrespräsentation 2015 Baden-Pfalz unlängst in Baden-Baden: Von Spitzenweinen, die mich überzeugt haben, ließ ich mir separat Muster senden, um sie in Ruhe verkosten zu können. Die daraus entspringenden Bewertungen hier in unserem Magazin-Teil stellen die Meinung der Redaktion dar. Die Bewertungen in unserem WINE GUIDE hingegen sind absolut neutrale Gruppen-Blindbewertungen von Weinfachleuten.

 

Blick in die VDP Jahrespräsentation 2015 in Baden-BadenBlick in die VDP Jahrespräsentation 2015 in Baden-BadenZum sehr erstaunlichen Müller-Thurgau, den mich das Weingut Schlör aus Wertheim-Reicholzheim im badischen Tauberfranken unbedingt zu probieren empfahl: 2014 Reicholzheim VDP-Ortswein trocken, mit lediglich 11,5 % Alkohol; ein Tropfen, der Temperament mit viel Kraft vereint; in der Nase reife Äpfel, Apfelmus, Kiwimarmeldade, Zitronengelee; mit belebend feinherben an Wacholder erinnernden Noten im Finish; durchaus mit Zukunft, und jetzt schon schön als Terrassenwein, zu Grillstaeks, Calamar oder Muscheln – 89 Punkte in der grünen Kategorie 1 (bis einschließlich 12%). Klasse muss nicht schwer sein!

 

Nun zu den Rieslingen (im Bild von links): Sehr eleganter, großartiger Tropfen mit eigenen Noten und viel Zukunft – fast noch zu jung: Schweigener Riesling „Kalkmergel“ VDP-Ortswein 2014 trocken vom Weingut Bernhard in Schweigen-Rechtenbach, Südpfalz – 91 Punkte in der roten Kategorie 2 ab 12,5% - die er genau hat und in seiner Eleganz auch nicht mehr braucht. Sehr klares, typisches Bukett mit Noten von hellen, reifen Pfirsichen, Zitronensaft, Marillenmarmelade; auf der Zunge Reife, Opulenz und Eleganz; ebenfalls sehr reif-elegantes Finish gut balanciert zwischen Fruchtsäure und feinen Terroirnoten. Ein Wein, der Spaß macht, seine weitere Entwicklung zu erleben und ihn in zwei bis drei Jahren erneut zu probieren. Schon heute schön zu Spargel, Kalbsbries, Hechtklößchen, Kalbsfrikassee. 

 

Mit 90 Punkten bewertet habe ich den VDP erste Lage Riesling 2014 trocken vom Weingut Müller-Catoir, Haardt in der Pfalz: Ein sehr harmonischer Riesling mit eigener Persönlichkeit; gut gereifte Nase mit Noten von Herbstäpfeln, Williams-Birnen, Quittenspeck mit einem Hauch Eukalyptus; auf der Zunge eben jene wunderbare Harmonie mit Kraft und Eleganz, die in ein fein ziseliertes anhaltendes Finish mit feinen Terroirnoten mündet. Ein Wein mit gut und gerne 8 bis 10 Jahren Zukunft. Ich wäre interessiert, wenn sich bei bonvinitas ein Weinfreund meldet, der ihn in einigen Jahren Jahren probiert hat und berichtet. Stand heute, schön zu: gemischten Vorspeisen, Fisch gedünstet, Schweinlende, Kalbsnierenbraten. 

 

Ein großer Wein, alles da, Harmonie, Fülle, Eleganz, Frucht, Reife, 94 Punkte: 2013 Ilbesheimer Kalmit trocken, VDP Große Lage, Weingut Kranz, Ilbesheim. Schon im Bukett wunderbare Reifenoten, Blütenhonig, Zitronat, getrocknete Birnenschnitze, Zuckermandeln; die genannte Harmonie, Fülle, Eleganz, Frucht, Reife setzt sich im Finish fort und verklingt in einer belebenden feinherben Note. Ein bereits gut gereifter Wein, wie wir ihn oft nicht einmal bis dahin abwarten mit noch etlichen Jahren Zukunft. Stand heute schön als Aperitif oder zu Räucherfisch, Weihnachtskarpfen, Kassler in Brotteig. Auch hier gilt: Spitze braucht nicht viel Alkohol: 12,5 %.

 

Zwei Tropfen aus dem Elsass vom Weingut Domaine Gresser in Andlau, die mir auf der VÉRITABLE begegneten, und von denen ich dieser Tage je ein Muster erhielt: 2012 Moenchberg Riesling, „Terroir Calcaire“, Alsace Grand Cru: ein sehr hochwertiger Tropfen, edle Nase mit Anklängen an Mimosen, Williams-Birnen, reife gelbe Pfirsiche, Karamell; reif und edel am Gaumen, hohe Eleganz und Dichte, die sich Finish fortsetzt und in Terroirnoten mit Anklängen an Nusskuchen ausklingt. 94 Punkte! Ein Wein, der noch lange nicht fertig ist, mit 13 % etwas kräftiger, und der noch mehr Honig- sowie edle Petrolnoten entwickeln dürfte, ein Gewächs, das neugierig macht, wie es weitergeht. Stand heute schön als Aperitif mit Salzmandeln aber auch zu asiatischer Küche, wie Fleischgerichte mit Orangen oder Curry-Huhn.

 

Als sehr interessanter, schon ein Stück weiter gereifter Riesling „comme il faut“, der viel Freude und Begeisterung auslöste, probierte sich der 2009 Wiebelsberg, „Terroir des Grès des Voges“, Alsace Grand Cru, ebenfalls von der Domaine Gresser: edler Duft mit Noten von reifen Pfirsichen, Zitronat, Sandkuchen; überraschend frischer, eleganter Abgang bei sehr dezenter Petrolnote, was noch viel weiteres Potenzial verspricht, kurz ein Genuss. Stand heute schön zu Fisch poschiert, Tafelspitz, Kalbschnitzel – 89 Punkte.

  • Vivani Schokolade

 
Text: Dieter Simon, Chefredakteur bonvinitas; Fotos: bonvinitas.
 
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Fotos: Dieter Simon


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