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Georgien: Weinland mit 8000 Jahren Tradition

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Von Alexander Wischnewski  3616  
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Weinland Georgien (Foto: Beso Gulashvili)Weinland Georgien (Foto: Beso Gulashvili)

Die Wiege des Weins

Der Blick zurück offenbart eine fantastische Geschichte von Wein, Land und Leuten. Eine Wein-Kultur-Geschichte, die schon in den Werken der Antike von Homer, Appolonius oder Xenophon ganz eindrücklich und ausführlich beschrieben wurde. Selbst die UNESCO erhob die Qvevri – Methode, den Wein in Tonkrügen aufzubewahren und heranreifen zu lassen, 2013 zum Weltkulturerbe. Es waren Archäologen, die in alten Tonkrügen Reste von Traubenkernen fanden, die 8.000 Jahre überlebt hatten. Diese Mischung von Wein und Schalen, Kernen und Stilen sind typisch für diese Produktionsform. Im Museum von Wine Company SHUMI, ganz im Osten Georgiens, lagert im Tonkrug ein Qvevri, der aus dem 12. oder 11. Jahrhundert vor Christus stammt. 

Wein in Georgien ist Seelentrunk. Aber er punktet auch, wie schon von 8.000 Jahren, durch seine biochemischen Qualitäten, ein ganz eigenes Bouquet und Geschmack,  und auch durch seinen Nährwert und seine Heilkraft. Die Kunst des Weismachens ist ein tief mit der Georgischen Geschichte verbundener Kulturschatz. Er bestimmt und steuert soziale Interaktion, Gastfreundschaft und Respekt. Auch die Linguisten haben ihren – nie angezweifelten- Forschungsbeitrag zum Thema geleistet. Das Wort für Wein, vin, wine oder vino, das, wie ein tüchtiger Rebstock im Wingert, in den Sprachen dieser Welt verwurzelt ist. Der georgische Begriff für den vergorenen Traubenmost ist „ghvino“. Georgien wurde zum Kernland des Weinbaus, auch über die Kaukasus-Region hinaus. 

Wie in anderen Weinbauländern hatte auch in Georgien die Christianisierung, durch die Missionstätigkeit im vierten Jahrhundert durch die kappadokische Nonne, die Heilige Nino, begonnen. Sie flocht, so die Legende, ein Kreuz aus Weinranken, die Beeren trugen. Dieses Symbol gilt auch heute noch als bildhafte Darstellung der Verehrung der Jungfrau Maria. Das mit Trauben besetzte Reben Kreuz wird immer noch als grafisches als Symbol oder Logo von Weinbaubetrieben und anderen Firmen Georgiens genutzt.

Wein aus Georgien wird bevorzugt in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion geliefert. Russland (gem. der offiziellen 2014 Statistik) ist nach wie vor der größte Abnehmer von Georgischem Wein mit ca. 37,6 Millionen Flaschen, was einem Anteil am gesamten Exportvolumen von 63,7 Prozent entspricht. Gefolgt von der Ukraine mit 7,2 Millionen Flaschen und Kasachstan mit 5,4 Mio. Flaschen. Deutschland rangiert mit einem Anteil von 0,5  Prozent auf Platz 10. Das entspricht 285.360 Flaschen im vergangenen Jahr, die die Kaukasus-Republik in Richtung Deutschland verließen. Das beste Exportgeschäft in Deutschland konnte Tiflis in anno 2011 verbuchen: gut 300.000 Falschen. Zu den übrigen Märkten gehören neben China auch Polen und die Länder des Baltikum.

Das das Land hat, ähnlich wie Portugal einen Schatz von etwa 525 autochthonen Rebsorten zu bieten, von denen allerdings nur 38 für die Produktion zugelassen sind. 

Kleine Georgische Weinkunde

Weiße Trauben

Rkatsiteli-Trauben (links), Mtsvane Kakhuri-Trauben (Mitte) und Chinuri-Trauben (rechts).Rkatsiteli-Trauben (links), Mtsvane Kakhuri-Trauben (Mitte) und Chinuri-Trauben (rechts).

Rkatsiteli ist die am weitesten verbreitete weiße Traubensorte Georgiens. Etwa 20.000 Hektar (=43 Prozent der Anbaufläche) sind mit ihr bepflanzt. Rkatsiteli stammt aus dem östlichen Landesteil Kakheti. Der Wein wird nach internationalen wie auch nach internationalen Geschmackswünschen ausgebaut. Wegen der relativ dezenten Aromen wird die Rebsorte häufig mit 15 und 20 Prozent Trauben der Sorte Mtsvane Kakhuri verschnitten. Der Wein wird dadurch weicher und aromatischer.

Mtsvane Kakhuri, volkstümlich „Das Grün aus Kakheti“. Die Rebsorte gedeiht vorzüglich auf den kalkhaltigen Böden der Region Kakheti. Die Rebe, die vermutlich sogar älter als die Rkatsiteli Traube ist, besitzt handförmig gelappte Blätter, die wie Trichter funktionieren. 

Chinuri, diese Rebsorte kommt aus der Region Kartli und wird ebenfalls in der Region Kakheti angepflanzt. Chinuri kommt von dem georgischen Wort chinebuli und heißt „exzellent“ oder „Die Beste“. In Verbindung mit „Goruli Mtsvane“ oder Alligoté, ist diese Traubensorte eine Basis für hochwertige Schaumweine. 

 

Rote Trauben

Saperavi-Trauben (links), Ojaleshi-Trauben (Mitte) und Otskhanuri Sapere-Trauben (rechts).Saperavi-Trauben (links), Ojaleshi-Trauben (Mitte) und Otskhanuri Sapere-Trauben (rechts).

Saperavi, der Name bedeutet „...um etwas einzufärben“. Der Saperavi ist die meist verbreitete Rotweintraube in Georgien. Die Rebsorte kann alle Geschmacksnuancen von trocken bis portwein-süss abdecken. Egal wie der Saperavi ausgebaut wird, er leuchtet in tiefen Tintenrottönen und liefert Aromen von dunklen Beeren, Lakritz, gegrilltem Fleisch, Tabak, Schokolade und Gewürzen. Von der Struktur her ist der Wein saftig, tanninhaltig und mit beachtlicher Säure. Sein Alkoholgehalt liegt zwischen 12 und 14 Prozent. 

Ojaleshi, gehört zu den ältesten Traubensorten Georgiens. Das Wort bedeutet in dem Georgischen Dialekt Megrelian „wächst auf einem Baum“. Die Rebsorte war die vorherrschende in der Bergregion Samegrelo im Nordwesten des Landes. Man hatte sie in alten Bäumen ranken lassen. Heute sind die Rankbäume von wesentlich niedrigerem Wuchs. Diese Anbauweise führt allerdings zu besten Qualitäten. Der typische Ojaleshi hat eine kräftige rote Farbe und ist lieblich, mit zartem Geschmack nach roten Früchten und leichten Aromen von Pfeffer und Gewürzen.

Otskhanuri Sapere, stammt aus dem Dorf Otskhana, im Westen des Landes. Diese Rebsorte, die zu den ältesten Georgiens zählt, gedeiht nur dort. Otskhanuri-Sapere- Weine bestechen durch intensiven Rotton und ein ausgeprägtes Aromaprofil.

 

Mehr Infos unter :

georgianwine.gov.ge

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