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Prosecco: Buch und gute Tipps von Peter Burian

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Von  1610  
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Prosecco: Buch und gute Tipps von Peter BurianProsecco: Buch und gute Tipps von Peter Burian

Viel Wissenswertes über Prosecco, woher die besten kommen, wie sie gemacht werden und was sich überhaupt Prosecco nennen darf, hat Peter Burian in diesem Buch mit vielen schönen Bildern zusammengetragen. Es ist zwar schon 2011 erschienen, aber ich habe es jetzt entdeckt und finde es absolut berichtenswert:

 

Der Autor, Peter Burian, in seinem Prosecco Weingut. Foto: Tilman FinkDer Autor, Peter Burian, in seinem Prosecco Weingut. Foto: Tilman Fink"Einfacher" und "gehobener" Prosecco

Seit dem neuen einheitlichen EU-Weinrecht von 2009 sind die Qualitätsanforderungen bzw. die Gebiete, aus denen der Prosecco kommen muss, genau festgelegt. Es gibt den „einfachen“ Prosecco DOC sowie den „gehobenen“ Prosecco Superiore DOCG, den man an der Banderole erkennt. DOC steht für „Denominazione di origine controllata“, zu Deutsch kontrollierte Ursprungsbezeichnung. Der „einfache“ Prosecco DOC darf aus einem sehr großen Gebiet mit mehr als 600 Gemeinden im Nordosten Italiens kommen, aus den Provinzen Treviso, Belluno, Venedig, Padua, Vicenza, Udine, Pordenone, Triest und Gorizia. 
 
Wohingegen der Prosecco Superiore DOCG mit entsprechenden Qualitätsanforderungen aus einem kleinen, eng abgegrenzten Gebiet in der Mitte der Region zwischen Conegliano und Valdobbiadene kommen muss mit lediglich 15 Gemeinden und 6000 Hektar Anbaufläche, ca. 60 km nördlich von Venedig. Zum Vergleich: das Weinbaugebiet Mosel umfasst ca. 8600 Hektar Rebfläche. Dabei steht DOCG für „Denominazione di Origine Controllata e Garantita“, was qualitativ den deutschen Prädikatsweinen entspricht. Oft tragen die Prosecco Superiore DOCG noch die Gebietsbezeichnung Conegliano Valdobbiadene, ja es sind sogar einzelne Orts- und Lagebezeichnungen erlaubt, wenn die Trauben von Hand gelesen daher stammen. Die höchste Stufe stellt die Unterzone „Cartizze“ dar.
 
Die Sorte Glera
Die Weinbautradition geht weit zurück bis in die Römerzeit. Einst waren viele Sorten im Anbau, doch insbesondere eine, die sich „Prosecco“ nannte, die im Vordergrund steht und heute „Glera“ heißt, woraus der „gehobene“ Prosecco zu mindestens 85 % bestehen muss. Andere Sorten werden gerne zum Verschnitt benutzt, um den Geschmack noch zu verfeinern, was der „Nase“ des Kellermeisters obliegt.
 
Das Perlen
Das Perlen wurde eher zufällig entdeckt, weil man den Wein in kleinen Weinbergshäusern einlagerte, wo auf Grund der Winterkälte die Gärung zum Erliegen kam und mit der Wärme im Frühjahr wieder einsetzte, wodurch neue Kohlensäure entstand. Heute wird der zunächst fertige Stillwein nach gekonnten Verschnitten mit Zucker und Hefe zur zweiten Gärung in Drucktanks gefüllt, aus denen er dann per Druckfüller auf Flaschen gezogen wird.
 
Von Brut bis Dry
Den Prosecco Superiore gibt es als herben Brut, als den besonders trockenen Extra Dry sowie als den etwas lieblicheren Dry – alles nicht zu verwechseln mit „Frizzante“, dem italienischen Perlwein, der aber nicht aus der Prosecco-Region kommen muss.
 
Qualitätsentwicklung
Mit der Gründung der „Società Enologica Trevigiana“ (Önologische Gesellschaft der Provinz Treviso) im Jahre 1868 wurden die qualitativen Grundlagen für den heutigen Prosecco geschaffen. Durch den bis heute noch weithin anzutreffenden Streubesitz wurden insbesondere in der Mitte des vorigen Jahrhunderts Winzergenossenschaften gegründet. Deren Qualitätsstreben trug mit zur Anerkennung des Gebiets zwischen Conegliano und Valdobbiadene als DOCG-Gebiet im Zuge der neuen EU-Weinmarktordnung bei. 
 
Trinkempfehlung
Burian empfiehlt eine Trinktemperatur von sechs bis acht Grad, und den Prosecco nach 18 bis 24 Monaten nach der Flaschenfüllung, bzw. bis zu zwei Jahren nach dem angegebenen Jahrgang, zu genießen.
 
Land und Leute
Burian stellt dann noch eine Reihe wichtiger Winzer und Produzenten vor und gibt lesenswerte Reise- und Restauranttipps.
 
Der Autor
Peter Burian war bis 2000 erfolgreicher Leiter einer weltweit agierenden Agenturgruppe. Danach erwarb er das kleine Weingut „Col di Stella“ im „Superiore-Gebiet“ und widmet sich seitdem zusammen mit seiner Frau Judith der Produktion und Vermarktung des eigenen Prosecco. Als „Botschafter des Prosecco“ ist er europaweit unterwegs und stellt seine Kenntnisse und umfangreichen Erfahrungen der Gastronomie und dem Handel, aber auch privaten Weinliebhabern gerne zur Verfügung.
 
Das Buch ist im Cadmos Verlag erschienen und kostet 9,95 EURO.

ISBN: 978-3-8404-8501-5

 
Text: Dieter Simon, Herausgeber und Chefredakteur bonvinitas
Coverabbildung: Cadmos Verlag, Miguel Dieterich
 

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