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Weinland Niederösterreich - mehr als nur Wachau

Wein, Kulinarik und Kunstgenuss rund um Krems

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Von Evelyn Damiani & Rupert Schmid  559  
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Weinland Niederösterreich - mehr als nur Wachau: Wein, Kulinarik und Kunstgenuss rund um Krems. Im Hintergrund DürnsteinWeinland Niederösterreich - mehr als nur Wachau: Wein, Kulinarik und Kunstgenuss rund um Krems. Im Hintergrund Dürnstein
Die Wachau ist wohl das bekannteste Weinbaugebiet Niederösterreichs. Etwa 80 km nördlich von Wien im Donautal zwischen Melk und Krems gelegen, ist die UNESCO-Weltkultur- und Naturerbestätte ein beliebtes Reiseziel. Aber auch die benachbarten Weinregionen, das Kremstal, das Kamptal und das Weinviertel lohnen den Besuch.
 

Etwa auf dem 48. Breitengrad liegt die Wachau am Rand der Zone, in der Weinbau klimatisch noch möglich ist. Der Weinbergslage kommt damit zentrale Bedeutung zu. Insbesondere die Steillagen am Nordufer der Donau profitieren von ihrer Ausrichtung nach Süden. Terrassen aus Trockensteinmauern speichern tagsüber Wärme, geben sie nachts ab und die Donau reflektiert Sonnenlicht und Wärme in die Weinberge. So entsteht ein günstiges Mikroklima, in dem Riesling und Grüner Veltliner von Weltruf heranreifen.

Rebanlage im Steilhang oberhalb der DonauRebanlage im Steilhang oberhalb der DonauTrockensteinmauer in der Weinbergslage AchleitenTrockensteinmauer in der Weinbergslage AchleitenGruener Veltliner: Foto: superfood - stock.adobe.comGruener Veltliner: Foto: superfood - stock.adobe.com

Der Grüne Veltliner

Der Grüne Veltliner ist die bekannteste Rebsorte Österreichs. Er ist dickschalig, wüchsig, reift eher später im Jahr und bringt frische Weine mit Aromen von Zitrone, grünen Früchten und Pfirsich. Charakteristisch ist die Pfeffernote, die auf sortentypische Aromaverbindungen in der Schale zurückzuführen ist, die sogenannten Rotundone. Grüner Veltliner wird stets sortenrein ausgebaut.

Junge Weinstöcke am äußersten MauerrandJunge Weinstöcke am äußersten Mauerrand

In der Wachau

Die Weingüter der lokalen Top-Winzer liegen entlang der Donau. Wir konnten bei unserem Aufenthalt in der Wachau Verkostungen bei Holzapfel, Josef Jamek, F.X. Pichler und der Domäne Wachau, einer qualitätsorientiert arbeitenden Winzergenossenschaft, durchführen. Besuchenswert sind weiterhin auch Prager und Franz Hirtzberger. Alle gehören dem renommierten Winzerverband „Vinea Wachau“ an, der ein eigenes Klassifikationssystem für trockene Weißweine entwickelt hat:

Sowohl Grüner Veltliner als auch Riesling werden als leichter, spritziger „Steinfeder“, körperreicher „Federspiel“ bis hin zum Spitzenprodukt, dem konzentrierten „Smaragd“, der in der Regel von den besten Lagen stammt, ausgebaut. Für die hochwertigen Weine sind Handlese, strenge Selektion des Traubenguts, Ausbau im Holzfass und Lagerung auf der Feinhefe für eine cremige Textur üblich. Neben den beiden Hauptrebsorten gehören auch andere Rebsorten, wie Weißburgunder, Chardonnay oder Muskateller zum Sortiment.

Holzapfel und Prager haben ein Gutshofrestaurant, in dem man vor oder nach der Verkostung wunderbar speisen kann. Besonders gut hat uns das Weingut Holzapfel gefallen. Restaurant und Weingut sind in einem 700 Jahre alten, barockisierten Lesehof, einem architektonischen Juwel, untergebracht.

Bei Spaziergängen in den Weingärten fiel schnell auf, dass der Jahrgang 2020 höchste Anforderung an die Sorgfalt und das Können der Winzer stellen wird. Im Spätsommer hatte Hagel die Trauben beschädigt. Darauffolgende starke Regenfälle hatten zu deutlich sichtbarem Fäulnisbefall geführt. Die Winzer rechneten mit Ernteausfällen von bis zu 70% und damit einhergehender aufwändiger Handarbeit zur Selektion verwertbarer Trauben. Die höheren Kosten bei gleichzeitig deutlicher Ertragsreduzierung werden nicht komplett über Preissteigerungen an den Kunden weitergegeben werden können.

Wehrkirche in WeissenkirchenWehrkirche in WeissenkirchenWeissenkirchen. Foto: Stefan Rotter adobestockWeissenkirchen. Foto: Stefan Rotter adobestock

Dürnstein, Weissenkirchen, Krems

Zu den schönsten Weinorten in der Wachau gehören Dürnstein und Weissenkirchen. Dürnstein ist geschichtlich Interessierten ein Begriff, da auf der dortigen Burg, die noch als Ruine erhalten ist, der englische König Richard Löwenherz Ende des 12. Jahrhunderts gefangen gehalten wurde. Weissenkirchen glänzt mit einer stimmungsvollen Altstadt und seiner trutzigen, den Ort überragenden spätgotischen Wehrkirche. Direkt am Marktplatz beginnt hier der Panoramaweg „Achleiten“ auf dem sich die gleichnamige Premium-Weinbergslage erwandern lässt. Große Kunst findet man im nur etwa 20 km entfernt gelegenen Stift Melk. Die aus dem Mittelalter stammende, später barockisierte Klosteranlage gilt als Wahrzeichen der Wachau.

Dürnstein an der Donau mit Burg, auf der Richard Löwenherz Gefangener war. Foto: Wolfgang HartwigDürnstein an der Donau mit Burg, auf der Richard Löwenherz Gefangener war. Foto: Wolfgang Hartwig

Altstadt von KremsAltstadt von Krems

 

Aus der Wachau gelangt man über Krems ins Kremstal. Die Altstadt mit ihren bilderbuchmäßig restaurierten Bürgerhäusern aus Spätgotik, Renaissance und Barock sowie österreichischer Kaffeehauskultur lohnt einen Zwischenstopp. In Palt im Kremstal haben wir das sehr renommierte Weingut Malat kennengelernt. Die Produktionsstätte, inmitten der eigenen Weinberge und in Sichtweite des ebenfalls sehenswerten Benediktinerstifts Göttweig, lohnt nicht nur wegen der spektakulären Lage den Besuch. Der Familienbetrieb produziert ein breites Sortiment von leichten Weißweinen bis hin zu körperreichen Rotweinen sowie Sekt nach traditioneller Methode.

Das Kamptal

Brunnenhaus im Stift ZwettBrunnenhaus im Stift Zwett

Wer auf unterhaltsame Weise sein Weinwissen vertiefen möchte, ist im Kamptal in der Loisium Weinerlebniswelt richtig. Im Gebäude eines amerikanischen Stararchitekten, das über jahrhundertealten Weinkellern errichtet wurde, wird der Verarbeitungsprozess von der Traube bis zum Wein multivisionell, über Ton, Bild und Installationen, dargestellt. Das Weingut Steininger ist mit seiner Produktion in das Museum integriert, so dass man den Arbeitern live bei der Traubenverarbeitung und Weinbereitung zusehen kann. In der zugehörigen Vinothek lässt sich eine große Anzahl von Weinen der Region verkosten und natürlich erwerben. Ein kunsthistorisches Highlight im Kamptal ist das Stift Zwettl, mit dessen Bau im 12. Jahrhundert begonnen wurde. Der frühgotische Kreuzgang mit Brunnenhaus sowie die barocke Stiftsbibliothek mit Deckenfresko von Paul Troger haben uns besonders beeindruckt.

 


Es empfiehlt sich also, bei der Reiseplanung nicht nur die Wachau, sondern auch die umliegenden Weinregionen ins Visier zu nehmen. Niederösterreich insgesamt ist mit seiner Vielzahl an sehenswerten Klöstern, Burgen und Schlössern, in Verbindung mit vorzüglicher Küche und exzellenten Weinen für Kunstinteressierte und Genießer gleichermaßen ein attraktives Reiseziel.

Fotos: Rupert Schmid sofern nicht anders angegeben

 
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