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Deutschland exportiert weniger, aber teureren Wein

Exporte nach Russland eingebrochen – Bekanntheit deutscher Weine oft noch gering

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Von  2005  
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Deutschland exportiert weniger, aber teureren WeinDeutschland exportiert weniger, aber teureren Wein

Unter der Top 10 der größten Abnehmerländer sind fünf Nicht-EU-Länder – auch der Hauptabnehmer für deutsche Weine zählt dazu.

Der deutsche Weinbauverband hat die vorläufigen Zahlen der deutschen Weinexporte für 2014 veröffentlicht. Demnach wurden 1,174 Mio. hl deutscher Wein im Wert von 315 Mio. Euro ausgeführt. Im Vergleich zu 2013 entspricht dies einem Minus von 10 %  in der Menge und von 6 %  im Wert. Der Durchschnittspreis lag dafür aber mit 268 Euro/hl um 11 Euro über dem Vorjahreswert.

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Drei deutsche Regionen bestimmen den Export

Qualitätsweine haben mengenmäßig die höchste Bedeutung: Sie halten einen Anteil von knapp drei Viertel an den Gesamtexporten. Die Menge lag 2014 aber um ein Drittel unter dem Wert von vor fünf Jahren. Auch die Erlöse aus dem Export von Qualitätsweinen sind im gleichen Zeitraum gesunken, aufgrund der gestiegenen Durchschnittspreise jedoch in weit geringerem Umfang. Der Durchschnittspreis für deutsche Qualitätsweine konnte nämlich um 16 Euro auf 297 Euro/hl gesteigert werden.

85 % der exportierten deutschen Weine waren weiß. Die exportstärkste Weinregion ist Rheinhessen mit einem Anteil von 53 %, gefolgt von der Mosel mit rund einem Drittel und der Pfalz mit 13 %. Die – mit Abstand – höchsten Preise im Ausland erzielten Moselweine mit durchschnittlich 388 Euro/hl.

 

 

Nicht-EU-Länder besonders lukrativ

Seit 2010 machen deutsche Exporteure in Drittländern höhere Umsätze als in EU-Ländern. In Ländern außerhalb der EU wurden 2014 rund 57 % der Gesamterlöse erzielt, obwohl nur rund 40 % der Ausfuhrmenge dorthin geliefert wird.

Das wichtigste Exportland für deutschen Wein sind die USA mit einem Anteil von rund 25 % - auch wenn die deutschen Weinexporteure auf dem hart umkämpften amerikanischen Markt seit 2010 sinkende Erlöse und Absatzmengen hinnehmen müssen. Die Gründe dafür sind eine zunehmende Konkurrenz durch andere Anbauländer, beschränkte Verfügbarkeit deutscher Weine im wichtigen Premiumsegment (10-14 Dollar) und hoher Erklärungsbedarf bei Endverbrauchern.

Auf Platz 2 und 3 im Exportranking folgen die Niederlande und Großbritannien. Norwegen belegt Platz 4 – dort sind deutsche Weine seit Jahren sehr erfolgreich und behaupteten im Weißwein-Bereich weiterhin die Marktführerschaft. Der seit Jahren steigende Durchschnittspreis (2014: 437 Euro/hl) ist Spiegel dieser Erfolgsgeschichte.

Russland war 2014 nicht mehr unter den Top Ten. Davor wurden vor allem liebliche und nicht sehr hochwertige Weine zu relativ niedrigen Preisen dorthin geliefert. Doch durch die Ukraine-Krise sind die Weinexporte nach Russland regelrecht eingebrochen. 

 

China – kein einfacher Markt

Dafür setzen viele deutsche Weinlieferanten auf den aufstrebenden Markt China. 2014 konnte hier die Exportmenge bei stabilem Exporterlös leicht gesteigert werden (+2 %). China ist jedoch kein leicht zu bearbeitender Markt. Die Exportabwicklung ist kompliziert, insbesondere seit die chinesische Regierung wegen des Antikorruptions-Programms die Auflagen verschärft hat.

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Fotos: Titelbild: Deutsches Weininstitut (DWI) / Grafiken: Kompetenzzentrum Weinmarkt & Weinmarketing RLP/KRh / Datenquelle: Verband deutscher Weinexporteure


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