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Die Weinmacher, ein Jahr mit den fränkischen Winzern

ein großartiges Buch mit neuen Weinaspekten von Stefan Bausewein und Julia Schuller

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Die Weinmacher, ein Jahr mit den fränkischen Winzern ein großartiges Buch mit neuen Weinaspekten von Stefan Bausewein und Julia SchullerDie Weinmacher, ein Jahr mit den fränkischen Winzern ein großartiges Buch mit neuen Weinaspekten von Stefan Bausewein und Julia Schuller
Weinbücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Vieles wiederholt sich. Vieles kennt man schon. Kann es da noch etwas Neues geben? Ja! Stefan Bausewein und Julia Schuller gehen mit ihrem Buch „Die Weinmacher, ein Jahr mit fränkischen Winzern“ neue Wege. Sie beleuchten die Weinmacher aus einem anderen Blickwinkel, indem sie die Protagonisten in den Jahresablauf der Arbeiten im Weinberg und im Keller einbinden. Also nicht abstrakt, sondern mittendrin in ihrem Wirken. Das schafft sowohl beim Text als auch bei den Bildern Authentizität und Bodenhaftung. 

Großartige Bilder

Wenn man dieses Wein(bilder)buch zu Ende gelesen hat. weiß man nicht, was man am meisten loben soll. Die Aufmachung, das heißt die gelungene Zusammenstellung von Text und Bild, die wunderbaren Fotos, egal ob Klein- oder Großformat, egal ob Landschaftsimpressionen oder Porträts. Wenn man sich die Bilder anschaut, glaubt man sich mittendrin, ganz nah bei den Leuten, nimmt teil an deren Arbeit, sitzt mit auf dem Traktor, taucht ein in die Kühle der Weinkeller oder genießt die wunderschöne Landschaft Frankens.  Authentisch, ehrlich und nicht gestylt sind die Fotos. Sie sind mehr als nur Auflockerung. Sie sind ein wesentlicher Teil dieses Weinbilderbuchs. 

 
Vorab möchte ich auch einmal lobend erwähnen, dass man bei diesem Buch auf die sonst üblichen Empfehlungen, und Glossare von Fachbegriffen mit diversen Erklärungen verzichtet hat. Schon bei der ersten Doppelseite, als Inhaltsverzeichnis gedacht, wird deutlich wohin die Reise geht, nämlich  durch  die vier Jahreszeiten und deren weinspezifischen Arbeitsabläufe. Die nächste Doppelseite zeigt einfach und genial gestaltet die fränkische Weinlandschaft mit ihren Weinbaugemeinden und deren unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten.

Mit dem Winzer hautnah durch das Jahr

Das Buch beginnt und endet mit dem Winter. 25 fränkische Weingüter eine Genossenschaft und eine Büttnerei hat man durch deren Alltag begleitet und  Interviews geführt, die deutlich machen sollen, was die Qualität der jeweiligen Betriebe ausmacht, und welche Prioritäten man setzt. Die kurzen Texte dienen nicht nur dazu, komplizierte Arbeitsabläufe  und -techniken vom Rebschnitt über die Traubenentwicklung bis hin zur Weinlese und den diversen Kellerarbeiten einfach zu erklären, sondern ermöglichen durch persönliche Gespräche mit Winzern unterschiedlicher Generationen und Ausrichtungen auch Einblicke über deren Betriebsphilosophie. So kommen nicht nur die ohnehin bekannten Betriebe zu Wort, sondern auch ein paar junge „Wilde“, die es mittlerweile ja in jedem Anbaugebiet gibt. Die Betriebe werden, eingebettet in die Jahreszeiten, durch jeweils eine bebilderte Doppelseite vorgestellt. Eingefügt in diese Doppelseite ist ein kurzes Porträt mit den wichtigsten Infos zu dem betreffenden Betrieb. Schlagworte wie z.B. „Nachhaltiger Weinbau bedeutet, Ökologie, Ökonomie und Soziales in Einklang zu bringen." Oder: „Trocken ist ein dehnbarer Begriff. Bei uns wird er nicht unnötig strapaziert“, findet man zu dem jeweiligen Betrieb in fetten Großbuchstaben abgesetzt. Sie lockern nicht nur auf sondern sollen auch die Quintessenz des Betriebes widerspiegeln. 
 
Wenn auch die Betriebe in diesem Buch die Hauptrolle spielen, so ist doch Platz genug für andere interessante Dinge. So erfährt der Leser in Text und Bild etwas über die Entwicklung der Rebe, von deren Knospe über den Fruchtansatz bis hin zur fertigen Traube. Die Infos dazu sind kurz, präzise und verständlich und werden mit entsprechenden Bildern wunderbar untermalt. Dies gilt auch für „Der Weinstock in der Anlage“ oder die wunderschöne Doppelseite von dem „Beispiel einer Sommerbegrünung“ oder  bei den „Werkzeugen“ die der Winzer für seine Weinbergsarbeiten braucht.
 
Es macht Spaß umzublättern, da jede Seite Neues bringt. So nimmt der Leser Anteil an den Arbeitsschritten, die es braucht, um irgendwann ein gutes Glas fränkischen Weins im Glas zu haben. Auch hier wird nichts nostalgisch verklärt oder geschönt. Mit der Schere in der Hand, mit den Händen im Boden, beim Traubenteilen im Weinberg oder mit Handschuhen bei eisiger Kälte beim Rebschnitt, hautnah, Realität pur. Das macht dieses Buch anschauens- und lesenswert. Das  man nebenbei noch, bedingt durch die Interviews, ein wenig in die Winzerseele blicken kann und darf, ist mehr als nur schmückendes Beiwerk.

Fazit

Neues Weinbilderlesebuch, neuer Blickwinkel. Authentisch, ehrlich, dicht bei den Protagonisten. Kurze prägnante Texte, wunderbare Bilder. Schöne Einblicke in die Verschiedenartigkeit der Betriebe und der Landschaft.  Man spürt die Lust, die die Macher dieses Buches angetrieben hat. Ein überaus gelungenes Porträt über das Anbaugebiet Franken, die Weinmacher und deren Arbeit, Mühe aber auch Passion in einem arbeitsreichen Jahr wunderbare Weine zu produzieren. Ein Buch nicht nur für die Liebhaber fränkischer Weine. 
Text: Horst Kröber
 
„Die Weinmacher, ein Jahr mit den fränkischen Winzern“
Stefan Bausewein und Julia Schuller
Verlag: ars vivendi
ISBN 978-3-86913-992-0
2. Auflage, 216 Seiten, 102 Bilder, farbig
35 € (in Deutschland)
 
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