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Mosel: gute Wein-Ernte 2020 sowie aktuelle Marktlage

zufriedene Moselwinzer mit dem Jahrgang 2020

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Mosel: Wein-Ernte 2020 sowie Marktlage - zufriedene Moselwinzer mit dem Jahrgang 2020Mosel: Wein-Ernte 2020 sowie Marktlage - zufriedene Moselwinzer mit dem Jahrgang 2020

Die Ernte 2020

Der Weinjahrgang 2020 an Mosel, Saar und Ruwer passt gut in den Markt, wie der Moselwein e.V. berichtet und den Jahrgang als gut bis sehr gut einstuft. Die gesamte Erntemenge fällt mit geschätzten 810.000 Hektolitern um rund 30 Prozent höher aus als im ertragsschwachen Vorjahr, als nur 624.000 Hektoliter in die Keller kamen. 738.770 Hektoliter, mehr als 90 Prozent der Gesamterntemenge, sind Weißweine. Die Rotweinsorten erbrachten 71.240 Hektoliter, so die Schätzung des Weinbauverbandes Mosel. Die Ertragsrebfläche liegt 2020 bei 8.498 Hektar.
 

Der 2020er von der Mosel wird nach Einschätzung vieler Winzer wohl als Kabinett-Jahrgang in die Annalen eingehen weniger als Auslese-Jahr. Die Winzer freuten sich über kerngesunde Trauben mit sehr guter Aromaausprägung und moderater Fruchtsäure. Fruchtig, aromatisch, sauber und sortentypisch – so lauten die ersten Bewertungen bei der Verkostung der Moste und Jungweine. Das Mostgewicht liegt beim Riesling bei durchschnittlich 80 Grad Oechsle, berichtet der Vorstand der Mosel-Weinwerbung. Teilweise erreichten die Rieslingmoste auch deutlich höhere Werte bis hin zu Auslesen und Beerenauslesen. Mit einem Ertrag von durchschnittlich 95 Hektoliter je Hektar war die Ausbeute bei der Hauptrebsorte Riesling zufriedenstellend. 

Die Lese begann auch 2020 wieder sehr früh, bei Riesling schon Mitte September bei hohen Temperaturen. Der Anteil von Riesling und Burgundersorten ist in den vergangenen Jahren angestiegen, Müller-Thurgau, Dornfelder und Kerner sowie weitere Rebsorten gingen dagegen zurück. 

Erträge wie Qualität fielen lokal jedoch sehr unterschiedlich aus. Grund war die sehr unterschiedliche Verteilung der Niederschläge im dritten Trockenjahr in Folge. Nach einem trockenen Winter ohne Schnee – es war der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in Deutschland – brachte der Februar zwar ausgiebige Niederschläge, aber im Frühjahr, vor allem im April und Mai, war es wieder zu trocken. Positiv wirkte sich die Trockenheit in Hinblick auf Schädlinge und Pilzbefall aus. Die Trauben blieben gesund und auch der ab der letzten Septemberwoche einsetzende Regen änderte daran dank der kühlen Temperaturen nichts. Junge Rebanlagen, die unter der Trockenheit besonders zu leiden hatten, erholten sich aufgrund der Niederschläge sichtlich, und die bessere Wasserversorgung machte sich auch bei den Erträgen noch bemerkbar. Die anhaltend feuchte und kühle Witterung bis in die zweite Oktoberwoche bremste zwar die vorherige rasante Entwicklung der Mostgewichte, die schon Mitte September Werte von über 80 Grad bei Riesling und über 90 Grad bei den Burgundersorten erreicht hatte. Solche Werte sind heute fast selbstverständlich, wurden in früheren Jahrzehnten aber bei weitem nicht in jedem Jahr erreicht. Viele Betriebe setzten die Lese während der Regentage aus und konnten dank des ab dem 10. Oktober teils sonnigen Wetters auch noch Rieslingtrauben für hochwertige trockene und fruchtsüße Weine einbringen. 

Die Marklage

Der Weinabsatz ist von der Corona-Epidemie sehr unterschiedlich beeinflusst worden. Während der Lockdown für Einbußen beim Weinverkauf über die Gastronomie und teilweise auch im Export sorgte, stieg der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel an. Gut behaupten konnten sich auch die Mosel-Betriebe in der Direktvermarktung ab Hof. 

Die neusten Zahlen des Verbandes der Weinexporteure (VDW) für die 12-Monats-Bilanz von August 2019 bis Juli 2020 weisen sogar ein leichtes Plus in der Ausfuhr von Moselweinen auf. Die exportierte Menge stieg demnach um 1,2 Prozent. Der Wert ging dagegen um 7,2 Prozent zurück. Das Mengenplus resultiert aus stärkeren Exporten innerhalb der Europäischen Union, vor allem nach Skandinavien sowie nach Osteuropa. Im Plus ist auch der Exportmarkt China mit über zwölf Prozent Steigerung. Doch alleine nach Norwegen, drittwichtigster Exportmarkt für die Mosel, geht fast doppelt so viel Menge wie nach China. Prozentual hohe Zuwächse für Moselweine gab es auch in Estland, Polen, Litauen, der Ukraine, Tschechien und Slowakei und sogar in Italien. 

Einbußen mussten die Mosel-Exporteure im gleichen Zeitraum in den Niederlanden, Belgien und Japan verkraften. Der Export in die USA – dem wichtigsten Auslandsmarkt für Moselwein – verzeichnete in der gleichen Zeit ebenfalls ein Minus von 2,2 Prozent und 13 Prozent im Wert. Dort machen sich die US-Strafzölle und die Corona-Pandemie bislang vor allem beim Wert der ausgeführten Weine bemerkbar.

Text: Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas. Quelle: Moselwein e.V.

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