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Weinbauminister Wissing hat Schutzgemeinschaft für Pfälzer Weinwirtschaft anerkannt

Die Winzer der Region erhalten gemeinsam mehr Gestaltungsspielraum im gesetzlichen Rahmen

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Blick auf Leinsweiler, Pfalz, südliche WeinstraßeBlick auf Leinsweiler, Pfalz, südliche Weinstraße
Der rheinland-pfälzische Weinbauminister Dr. Volker WissingDer rheinland-pfälzische Weinbauminister Dr. Volker WissingDer rheinland-pfälzische Weinbauminister, Volker Wissing (FDP), hat auf dem Großen Pfälzer Weinbautag am 15. Januar 2019 der ersten Schutzgemeinschaft in Rheinland-Pfalz den Anerkennungsbescheid überreicht. Somit kann die Schutzgemeinschaft Pfalz ihre Arbeit aufnehmen.
 

Vor genau einem Jahr hatte Wissing die Weichen zur Gründung von Schutzgemeinschaften gestellt. „Mit den Schutzgemeinschaften stärken wir die Selbstverwaltung und das Mitbestimmungsrecht der Weinwirtschaft. Winzerinnen und Winzer, Kellereien und  Genossenschaften aus der Pfalz entscheiden zukünftig gemeinsam darüber, welche Kriterien die Qualitäts- und Landweine aus dem Weinanbaugebiet Pfalz erfüllen sollen“, sagte Weinbauminister Wissing beim Großen Pfälzer Weinbautag in Neustadt an der Weinstraße und übergab den Anerkennungsbescheid an den Vorsitzenden Reinhold Hörner und seine Stellvertreter in der Schutzgemeinschaft Pfalz. „Wein steht wie kaum ein anderes Produkt für eine Region. Er spiegelt die geologischen Besonderheiten aber auch die lokalen Weinbautraditionen wieder. Deshalb ist es mir wichtig, dass er als Produkt der Region in seiner Typizität von den Winzerinnen und Winzern definiert wird“, so Wissing.

Rheinland-Pfalz hatte die Rechtsgrundlage zur Gründung der neuen Selbstverwaltung als erstes Bundesland geschaffen. Die Schutzgemeinschaften können selbst maßgeblich bestimmen, welche Anforderungen Qualitätsweine (Weine mit geschütztem Ursprung (g.U.)) sowie Landweine (Weine mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.)) erfüllen müssen. Sie können beispielsweise für Wein mit der geschützten Ursprungsbezeichnung „Pfalz“ die Zulassung neuer Rebsorten, die Änderung des Hektarertrags, der Mostgewichte oder die Neuabgrenzung des Gebietes beantragen. Zuvor war dies ausschließlich Gegenstand von Landesverordnungen. Jetzt kann die Branche unmittelbar Anträge stellen. Die in der Schutzgemeinschaft beschlossenen Kriterien können auf Antrag gegenüber dem Bund und der EU im Lastenheft geändert werden. 

Wissing: „Die Beteiligten sollen selbst bestimmen können, wie ihr Kulturgut angebaut, bereitet und vermarktet werden soll. Dafür haben wir mit der Anerkennung der ersten Schutzgemeinschaft für die Pfalz jetzt den Grundstein gelegt.“ Die Schutzgemeinschaft für das Weinbaugebiet Pfalz erhält als erste ihre Anerkennung, Rheinhessen folgt in Kürze.

Grundlage für die neue Gestaltungsmöglichkeit durch die Branche ist die neue „Landesverordnung zur Änderung weinrechtlicher Vorschriften“, die im Januar 2018 in Kraft getreten ist. Diese ermöglicht die Anerkennung von Schutzgemeinschaften (Organisationen zur Verwaltung herkunftsgeschützter Weinnamen) durch das rheinland-pfälzische Weinbauministerium. Der Bund hatte mit der Weingesetzänderung 2017 die Länder dazu ermächtigt.

Quelle: Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz

Anmerkung von bonvinitas: 

Im Grunde haben wir über die EU schon länger ein Weinrecht stark nach französischem Vorbild, das prinzipiell natürlich gilt. Bisher hat sich die deutsche Weinwirtschaft zusammen mit den deutschen Gesetz- und Verordnungsgebern allerdings dagegen gewehrt und die Dinge in Deutschland so lange hingebogen, bis sie notdürftig unter das EU-Weinrecht passten. Denn Grundlage der Qualitätspyramide nach EU-Recht sind vor allem die Herkunft und das Wachstum der Weine, weniger die Öchslegrade, die in Deutschland bisher im Vordergrund der Eingruppierung standen und noch stehen. Doch allmählich findet ein Umdenken statt, wie diese Schutzgemeinschaft zeigt. bonvinitas hat schon mehrfach über diese Dinge berichtet, wie z.B. ausführlich hier.
Dieter Simon, Chefredakteur
 
Aufmacherfoto: Stephan Mahlow, Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V.; Foto Wissing: PR
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