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bonvinitas-Beste bei der Bewertung vom 10.3.2014:

Albert Kallfelz und Markgraf von Baden auf dem Siegertreppchen

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Von Dieter Simon  971  
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Natürlich wird blind geprobt, am Schluss aber werden die Geheimnisse gelüftet: Als bester mit 88 Punkten glänzte der feinherbe Mosel-Riesling Kabinett Merler Adler 2012 des sehr bekannten Weinguts Albert Kallfelz in Merl an der Mosel. Ein eleganter feinherber Riesling mit fruchtig mineralischem Finish!

Oder etwas ausführlicher: mit Noten von Zitronat, Biskuit, Birnenkompott in der Nase, einem sehr eleganten Riesling Körper mit fein eingebauter animierender Süße und eben jenem fruchtig-mineralischem Finish. Ein Wein, der sich sehr gut als Aperitif macht oder als schöner Terrassenwein und ebenso zu Gerichten wie Kalbsbraten Gärtnerin oder Gänsebraten passt, kurz zu allem, was ein wenig Süße vertragen kann. Nebenbei: Von bonivinitas selbst nimmt niemand an den Bewertungen teil. Sie werden von unabhängigen Fachleuten und Weinliebhabern durchgeführt, die wir in Kommissionen zusammenstellen. Denn nur so sind die Ergebnisse echt neutral und nicht tendenziös.

Besonders gefallen hat uns, dass auch zwei Weine der Kategorie 1 – Punkte auf Grün - sehr gut abgeschnitten haben. Wir lassen ja bewusst in vier Kategorien bewerten, damit nicht immer nur gilt: je dicker je besser. Oft möchte man ja keine schweren Weine trinken, ganz besonders im Sommer. Daher haben wir die Kategorie 1 geschaffen für Weine bis maximal 12 % Alkohol. Als wunderbar ausgewogener Tropfen präsentierte sich dort der 2013 Birnauer Bacchus trocken des VDP-Weinguts Markgraf von Baden, ein Wein vom Bodensee. Die herrliche Birnauer Rokoko-Kirche hoch überm See mit großartigem Blick auf die Alpen ist ja weithin bekannt. Der Tropfen zeigt in der Nase Noten von reifen Birnen und Herbstäpfeln mit einer Spur Quitte bis hin zu Haselnuss, dem folgt ein weinig nussiger Körper, der sich in einem langanhaltenden Finish forstsetzt. Kurz, der Wein glänzt durch eine wunderbare Ausgewogenheit und animiert gleich zum nächsten Schluck. Als gute Kombination fiel mir Wiener Schnitzel, Kalbsbraten oder Poularde ein. Die 87 Punkte sind verdient!

Nochmals glänzte das Weingut Markgraf von Baden in der Kategorie 1 mit einem Müller-Thurgau, ein 2013 Kirchberger trocken, ein eleganter Tropfen, den ich mir gut zu Spargel, Meeresfrüchten oder auch zu Kalbschnitzel vorstellen kann - mit Noten von reifen Zitronen, Aprikosen, Stachelbeerkonfitüre in der Nase, einem rassig quirligen Körper mit Rückgrat, der in einem weinigen Finish gipfelt. Ein schönes Beispiel, wie elegant auch Müller-Thurgau-Weine sein können, und dass gut gemachte Tropfen durchaus mehr Aufmerksamkeit verdienen. Es kommt wohl darauf an, ob der Winzer bereit ist, kräftig zur Rebschere zu greifen und den Ertrag zu begrenzen.

Als etwas kräftiger Tropfen mit 12,5 % Alkohol in der Katagorie 2 (rot) punktete die 2012 Merler Stephansberg Riesling Spätlese, ein kraftvoll reif-eleganter Riesling, oder ausführlicher ein Tropfen mit Anklängen an frische Zitronen, Pfirsiche und einem Hauch Karamell im Duft, einem kraftvoll ruhig strömenden Körper mit Schmelz und schönen Terroirnoten, was ihn mit seinem reifen Finish mit Biss zu einem ebenso gelungenen wie individuellen Tropfen macht.

Das 49-Hektar inhabergeführte Weingut Albert Kallfelz mit hervorragenden Lagen an der Mosel wird nicht umsonst auf der 100-Besten-Liste der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft auf Platz fünf unter den Top 10 geführt. Die Weine sind auf vielen Karten der Topp-Gastronomie zu finden. Ich möchte sagen, dort geradezu ein Muss und darf anfügen: Das Markenzeichen der Kallfelz-Rieslinge ist eine dezentere, gut eingebaute Fruchtsäure.

Die angesprochenen Tropfen des Markgrafen von Baden stammen aus seinem Weingut Schloss Salem. Sein Weingut Schloss Staufenberg in Durbach ist aber nicht minder profiliert. Seit Jahrhunderten ist die Familie der Markgrafen von Baden dem Weinbau eng verbunden. Ich meine, sie pflegen nicht nur die Tradition, sondern verstehen es bis heute, beste Tropfen auf die Flasche zu bringen, wie die Bewertungen der Kommission zeigen.

Dieter Simon, Chefredakteur bonvinitas, Foto: bonvinitas 

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