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Die 'Goldenen' mit sanfter bis zu üppiger Restsüße der PIWI International Wine Challenge 2022

großartige Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten – die Zukunft des Weinbaus!

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VerbandslogoVerbandslogoHier die bestbewerteten abgerundeten bis üppig süßen Tropfen der Kategorie 3, Weine mit Restsüße. Warum die Zukunft des Weinbaus? Weil diese pilzwiderstandsfähigen, s.g. PIWI-Sorten, nur ein Bruchteil der Schädlingsbekämpfung benötigen und inzwischen sehr gute Weine daraus erzeugt werden. Hintergrund sind Schädlinge, insbesondere echter und falscher Mehltau, die schon vor über 100 Jahren aus der neuen Welt eingeschleppt wurden und unseren beliebten europäischen Rebsorten leider stark zusetzen. So kam die Idee, offensichtlich widerstandsfähige Reben der neuen Welt mit unseren zu kreuzen und so diese Standhaftigkeit zu übertragen. Inzwischen sind die Dinge gut erforscht, und es gibt großartige PIWI-Sorten, sowie einen internationalen PIWI-Verband von Winzern, Züchtern, Rebschulen und Wissenschaftlern, die die Dinge pflegen und weiter voranbringen. Für diesen haben wir von www.bonvinitas.com die PIWI International Weine Challenge 2022 ausgerichtet. Dazu passt auch, dass sowohl die EU-Kommission wie die Internationalen Artenschutzkonferenz anstreben, die Schädlingsbekämpfungsmittel deutlich zu reduzieren, womit der Weinbau mit den herkömmlichen Sorten ohnehin schwierig werden dürfte. Hier schon ein top-anregender Vorgeschmack auf die besten Weine - und hier unser Bewertungssystem. Ökologisches Weingut Schmidt: Martin und Helen Schmidt. Foto: Royal PicturesÖkologisches Weingut Schmidt: Martin und Helen Schmidt. Foto: Royal Pictures

Secco vom ökologischen Weingut Schmidt in Eichstetten am Kaiserstuhl

GOLD mit 95 Punkten (natürlich alles in Blindbewertung durch Fachleute) erhielt der Secco Weiß Deutscher Perlwein (im Bild oben ganz links) mit süffigen 11,5% Alkohol, zu dem ich notiert habe: Blumiger Duft nach Rosen, Mimosen, Zitronat, Zitronengelee; am Gaumen temperamentvoll mit viel Frucht und nochmaligen Noten von Zitronengelee; lebhaft fruchtiges Finish leicht salzig unterlegt; ein lebhafter Tropfen, der einen mit auf die Reise nimmt, sehr schön als Aperitif, zum Anstoßen oder zum Dessert.

Neben seinem großen Weingut und Kellereibetrieb Friedrich Kiefer betreibt Martin Schmidt sein exklusives Ökologisches Weingut bereits mit 25% PIWI-Sorten. Die Bezeichnung Perlwein ist bewusst tiefgestapelt. Schmidt: „Ich möchte Cuvées machen, so wie es geschmacklich am besten passt, und die Sorten bewusst nicht nennen, was die Konsumenten bei einem Secco auch nicht erwarten.“

„Enjoy the MOMMent“ 2021 Sauvignac feinherb vom Weingut Momm 

Weingut Momm, Reinhard MommWeingut Momm, Reinhard MommQualitätswein Pfalz, mit GOLD bewertet bei ebenfalls 95 Punkten, mit 10,7 g/l Restzucker und 11,8 % Alkohol: Kräftiges Bukett – da kommt einem etwas entgegen – mit Noten von Nusskuchen, Honigmelone, Mango, Blütenhonig; sehr eleganter, saftiger Körper, aus dem ein lebhaftes Temperament aufsteigt, leicht salzig unterlegt; sehr saftiges, fest gebautes Finish zum „Schmatzen“, ein kraftvoll temperamentvoller Tropfen, mit gut sechs bis acht Jahren weiterem Potenzial und schön zu Reisgerichten, Pekingente oder Couscous.

Sauvignac ist eine PIWI-Sorte des Schweizer Züchters Valentin Blattner, wurde von der Rebschule Freytag in Neustadt a.d.W. weiter selektioniert und zur Zulassung angemeldet. Auch wenn zunächst noch „aus Versuchsanbau“ auf dem Etikett stehen muss, zeit der Wein, was die Sorte Sauvignac kann. Davon dürfte mehr zu hören sein.

18 Hektar Reben bewirtschaften Reinhard und Ulrike Momm mit Neffe Jochen und Nichte Lisa plus Team in Neustadt an der Weinstraße im Ortsteil Duttweiler, das Ganze ohne Herbizideinsatz mit mechanischer Bodenbearbeitung unter den Stöcken.

Mit zwei Supertropfen war das Weingut Klohr dabei, ebenfalls aus Neustadt a.d.W. Ortsteil Mußbach

Sauvignac. Foto: Rebschule FreytagSauvignac. Foto: Rebschule Freytag

GOLD mit 94,33 Punkten erhielt der „Johannes“ 2021 Gimmeldinger Meerspinne ebenfalls Sauvignac, Qualitätswein Pfalz, mit 12,5% Alkohol: lebhaft frischer Duft mit Anklängen an Zitronensaft, Pfirsiche, Bergamotte; eleganter, sehr harmonischer Körper wunderbar balanciert zwischen dezenter Süße und Temperament; lebhaft frisch-elegantes Finish mit lediglich 9,3 g/l Restzucker knapp über trocken sehr harmonisch abgerundet. Gut drei bis vier Jahre weiteres Potenzial und schön zu Fisch gebraten, Kalbsbraten, eingemachtes Kalbfleisch oder Königsberger Klopsen.

GOLD mit 94,66 Punkten: 2020 Muscaris Spätlese Prädikatswein Pfalz ebenfalls vom Weingut Klohr, mit satten 90 g/l Restzucker bei 11,5% Alkohol: Ein goldfarbener Tropfen mit sanft betörendem Duft  nach Honigbrot, Pfirsichkompott, Nektarinen, Karamell; auf der Zunge eine üppige Frucht und Süße mit Erinnerungen an tropische Früchte, leicht pfeffrig unterlegt; ebenso opulentes Finish mit kräftigen Fruchtnoten. Ein schöner Dessertwein wie ein Blumenstrauß mit gut acht bis zehn Jahren weiterem Potenzial.

Muscaris ist eine vom Staatlichen Weinbauinstitut im badischen Freiburg gezüchtete PIWI-Sorte, die 2013 in Deutschland zum Weinanbau zugelassen wurde und kräftig-elegante, etwas fruchtigere Weine liefert.

Weingut Klohr, Edgar KlohrWeingut Klohr, Edgar KlohrWeingut Klohr, der romantische HofWeingut Klohr, der romantische Hof

Das 10 Hektar-Familienweingut mit malerischem Hof und Gästezimmern wird von Edgar und Christel Klohr geleitet zusammen mit Sohn Matthias und Tochter Susanne. Jüngst kam eine Vinothek hinzu. Bereits 2002 hat Edgar Klohr mit Regent als PIWI-Sorte begonnen. 2010 folgte Cabernet blanc und 2012 Sauvignac. Weitere PIWI-Sorten bilden Muscaris und Pinotin. Inzwischen beträgt der PIWI-Anteil 20%. Mussbach liegt vor dem Pfälzer Wald, die Reben steigen sanft vom Ort dorthin an. Die Böden bestehen aus Löss-Lehm und Kalkmergel.

„Sommer-Edition PIWI“ 2021 Gau-Algesheimer feinherb vom Wein- und Sektgut Nikolaushof

GOLD mit 93,66 Punkten bewertet! Qualitätswein Rheinhessen mit 15,3 g/l Restsüße bei 12% Alkohol: feiner Duft mit Noten von Zitronen und Zitronengras mit einem Hauch Zuckermandeln; runder, sehr harmonischer Körper mit elegantem Schmelz unterlegt von einer dezenten Pfeffernote, die sich sehr unterhaltsam im Finish fortsetzt, wo sich die Süße als feine gelungene Abrundung zeigt. Ein Wein mit gut vier bis fünf Jahren weiterem Potenzial und sehr schön zu Grillsteaks, Brathähnchen oder gefüllten Pfannekuchen.

Das 20 Hektar Weingut Nikolaushof wird von Winzermeister Klaus Hattemer betrieben zusammen mit Ehefrau Anja, ebenfalls gelernte Winzerin, sowie Tochter Anika Hattemer-Müller, die auf der Weinuniversität Geisenheim studiert hat. Im Vordergrund stehen Riesling und Burgundersorten, seit neuestem auch PIWI-Sorten, wie dieser Johanniter, eine vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg gezüchtete PIWI-Sorte, die Weine des Rieslingtyps liefert, die sich weinbautechnisch für die Löss- und Kalkmergelböden in Gau-Algesheim auf der anderen Rheinseite gegenüber von Schloss Johannisberg bestens eignet. Klaus Hattemer: "Inzwischen haben wir uns mit Sekt einen Namen gemacht, schon viele Preise gewonnen. und aktuell zehn Sekte im Angebot - natürlich alles Flaschengärung. Auch das Degorgieren, das heißt das Entfernen des Hefepropfens und das Auffüllen mit Dosage machen wir selbst."

Weingut Nikolaushof, Familie Hattemer. Foto: Daniel KröhlerWeingut Nikolaushof, Familie Hattemer. Foto: Daniel Kröhler

2021 Cabernet Blanc feinherb vom Weingut Kuhnle in Weinstadt-Strümpfelbach

GOLD mit 93,66 Punkten! Qualitätswein Württemberg mit 19,3 g/l Restzucker bei 12,5% Alkohol: Fruchtiger Duft nach Rhabarberkompott, Stachelbeermarmelade, Buttergebäck; kräftiger Körper mit unterhaltsamer Pfeffernote, die sich im Finish fortsetzt und in einer sanft-breiten Süße verklingt. Ein unterhaltsamer Tropfen mit gut drei bis vier Jahren weiterem Potenzial und schön zu Schweinesteaks, Wiener Schnitzel oder gegrillter Schweinshaxe.

Das ansehnliche 25 Hektar Weingut wird von Werner und Margret Kuhnle sowie Sohn Daniel vielfach auf Steillagen betrieben. Der Cabernet blanc wächst auf Mergel und wurde schon 2012 gepflanzt. Werner Kuhnle. „Wir wirtschaften vielfach auf kleinen Parzellen, die wir nach und nach mit PWI-Sorten bepflanzen.“ Daniel: „Im Vergleich zum s.g. Bio-Weinbau müssen wir PIWI-Sorten deutlich weniger spritzen und entsprechend weniger rausfahren, was auch weniger Dieselabgase und weniger Bodenverdichtung bedeutet und bei den sonst arbeitsintensiven Steillagen einen weiteren arbeitstechnischen Vorteil bringt.“ Familie Kuhnle hatte auch einen Souvignier gris, einen Muscaris und einen Regent als weitere PIWI-Sorten beim PIWI International Wine Challenge angestellt und damit Silber gewonnen und bietet die PIWI-Weine vorwiegend als feinherb-fruchtige Varianten an. Das Weingut befindet sich im historischen ehemaligen Fachwerk-Forsthaus bestens passend zum malerischen Fachwerkdorf Strümpfelbach.

Blick auf Strümpfelbach in einem Seitental des Remstals. Foto: Manuel Schönfeld, AdobestockBlick auf Strümpfelbach in einem Seitental des Remstals. Foto: Manuel Schönfeld, AdobestockWeingut Kuhnle, Werner, Margret und Daniel Kuhnle (von rechts). Foto: Gottfried StoppelWeingut Kuhnle, Werner, Margret und Daniel Kuhnle (von rechts). Foto: Gottfried Stoppel

Text: Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas. Fotos: PR falls nicht anders angegeben. Aufmacherfoto: bonvinitas

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