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Staatsweingut Freiburg und Weingut Peter Masser glänzten mit den besten PIWI-Rotweinen

beim PIWI International Wine Challenge 2022 - Baden und Südsteiermark

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Staatsweingut Freiburg und Weingut Peter Masser, Südsteiermark, glänzten mit den besten PIWI-Rotweinen beim PIWI International Wine Challenge 2022. Links: Bernhard Huber, Betriebsleiter Staatsweingut, Foto: Gyula Gyukli; rechts: Peter Masser, Foto:derFLORStaatsweingut Freiburg und Weingut Peter Masser, Südsteiermark, glänzten mit den besten PIWI-Rotweinen beim PIWI International Wine Challenge 2022. Links: Bernhard Huber, Betriebsleiter Staatsweingut, Foto: Gyula Gyukli; rechts: Peter Masser, Foto:derFLOR

Staatsweingut in Freiburg: Sieger mit seinem Cabernet Cortis

Das Staatsweingut hoch auf dem Blankenhornsberg über Ihringen am KaiserstuhlDas Staatsweingut hoch auf dem Blankenhornsberg über Ihringen am KaiserstuhlGanz im Vordergrund bei den Rotweinen beim diesjährigen PIWI International Weine Challenge stand der Cabernet Cortis vom Staatsweingut des Landes Baden-Württemberg in Freiburg gefolgt von Peter Masser aus der Südsteiermark mit seinem Cabernet Jura. Für das Staatsweingut, dessen Reben auf dem Blankenhornsberg hoch über Ihringen am Kaiserstuhl thronen, war es sozusagen ein Heimsieg, wurde doch die PIWI-Sorte Cabernet Cortis vom eng verbundenen Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gezüchtet und bereits 2013 für den Weinanbau zugelassen. Zu PIWIs – pilzwiderstandsfähige Rebsorten, der Umwelt und Gesundheit zu Liebe die Zukunft des Weins – unten mehr.
 
Mit 94,66 Punkten – GOLD – bewertet wurde der rote Sieger, 2018 Blankenhornsberg Cabernet Cortis Qualitätswein Baden-Kaiserstuhl trocken mit 13,5% Alkohol, ein Ökowein DE-ÖKO-039, in der Blindprobe der Top-Fachleute in der Kategorie 2, trocken über 12%. Meine Notizen beim Nachprobieren: Würziger Duft mit Noten von Kirschkuchen, Holunder, Honigbrot, Schokolade; auf der Zunge ein sehr angenehmer, runder, molliger Körper mit Frucht und Schmelz; kräftiges Rotweinfinish mit harmonischen Tanninen und leicht pfeffrigen Noten; ein kräftiger Rotwein, der beweist, was PIWI-Sorten können, gut 8-10 Jahre weiteres Potenzial und schön zu Rinderschmorbraten, Lammkeule oder Wild.

Bernhard Huber, Betriebsleiter im Staatsweingut, zu „seinem“ Cabernet Cortis

Cabernet Cortis. Foto: Rebschule FreytagCabernet Cortis. Foto: Rebschule Freytag„Bekanntlich entsteht die Qualität im Weinberg. So haben wir den Cabernet Cortis auf einer guten Südwestlage stehen und schon viel Erfahrung mit Cabernet Sorten, auch im Keller, gesammelt. Denn man muss diese ‚wilden Pferde‘ zähmen.“ In der Tat ist ein Elternteil des Cortis Cabernet Sauvignon. „Man darf die Maische nicht stoßen, sonst werden die Gerbstoffe noch wilder, sondern muss den Gärkuchen mit abtropfendem Saft immer wieder überfluten (bis die Maischegärung abgeschlossen ist und das Ganze auf die Kelter kommt – Anmerkung der Redaktion). Wir legen den Wein dann in Holz, doch bewusst in nicht ganz neue Fässer. Bei Bedarf geben wir in winzigen Mengen Sauerstoff zu, was die Reifung begünstigt und dazu führt, dass sich die Phenole (Gerbstoffe) zu größeren, weicher und wohlschmeckenderen großen Molekülgebilden verbinden,“ so Huber weiter. Und genau das ist es, was wir an vollmundigen, fruchtigen und nicht zu gerbstoffträchtigen Rotweinen nach entsprechender Reifung lieben, und was dieser Cabernet Cortis in schönster Weise zeigt.

Weingut Peter Masser mit seinem großartigen Cabernet Jura

Das Weingut Peter Masser in Leutschach, Südsteiermark. Foto: Christian FreydlDas Weingut Peter Masser in Leutschach, Südsteiermark. Foto: Christian FreydlAn zweiter Stelle mit 94,33 Punkten und GOLD bewertet, auch Kategorie 2, wurde der 2018 Cabernet Jura aus der Lage Sturmkogel Rebsortenwein Südsteiermark trocken mit 13,5% des Weinguts Peter Masser in Leutschach/Südsteiermark: Tief dunkles Rot und ebenso tiefer Duft nach Johannisbeerkuchen, Cassis, Bratäpfeln, Nougat; sehr harmonischer Körper mit Schmelz, unterlegt mit vegetativen und pfeffrigen Noten, der im Finish eine schöne Geschichte erzählt mit nochmals sanft vegetativen Kräuternoten, harmonisch eingebauten Tanninen und sanftem Schmelz. Ein dichter harmonischer Rotwein mit gut 10-12 Jahren Potenzial und schön zu Rehrücken, Hirschkalbskeule oder Sauerbraten.

Peter Massers Leidenschaft liegt bei den Rotweinen, und er sieht PIWI-Weine als Herausforderung: „2015 haben wir den Cabernet Jura in der Lage Sturmkogel gepflanzt – übrigens die größte zusammenhängende PIWI-Rebfläche Österreichs. Die Trauben des Cabernet Jura sind kleinbeerig und sehr kompakt, so kann man sie sehr reif werden lassen, ohne Fäulnis zu riskieren. Wir haben ihn auf einer reinen Südlage stehen mit tiefgründigen lehmig-sandigen Böden. Nach der Gärung legen wir den Wein ins Holz, wo er zwei bis drei Jahre reifen muss. Cabernet-Sorten brauchen eben Zeit für die Trinkreife.“ Der Cabernet Jura ist eine in der Schweiz von Valentin Blattner gezüchtete PIWI-Sorte und noch nicht überall zum Qualitätsweinbau zugelassen - in Deutschland nur im kleinen Gebiet Saale-Unstrut. „Bezeichnungsrechtlich ist er vorerst zwar ‚nur‘ ein Rebsortenwein", so Masser weiter, "und auf der Lage haben wir auch die weißen PIWI-Sorten Souvignier gris sowie Muscaris stehen, der schöne Sommerweine liefert, und mit dem ich 2021 Österreichsieger geworden bin."

Gleichfalls mit hohen Punkten und GOLD bewertet

Die besten Roten beim PIWI International Wine Challenge 2022Die besten Roten beim PIWI International Wine Challenge 2022Zwei Weine des Schweizer Forschungsinstituts agroscope in Nyon am Genfer See auch je in der Kategorie 2:

2020 Divico barrique VDP Schweizer Landwein mit 13%: Ein tiefdunkler eleganter angenehmer Rotwein mit leicht rauchigen Noten – bewertet mit 94,25 Punkt – GOLD.

2020 Divico barrique AOC Valais mit 13,3%: Ein ebenfalls vollmundiger, schön eingängiger Rotwein leicht pfeffrig unterlegt, 93,66 Punkte – GOLD.

DIVICO

Divico ist eine 1997 bei Agroscope gezüchtete Sorte benannt nach einem römischen Heerführer, die vollmundige tiefdunkle Rotweine liefert, wahre Tinto. Eine Sorte, die man sich merken sollte, die sich bisher vor allem in der Schweiz findet und in Deutschland (leider noch) nicht zugelassen ist.

 

 

 Die Schweizer Forschungsanstalt agroscope in Changins bei Nyon am Genfer SeeDie Schweizer Forschungsanstalt agroscope in Changins bei Nyon am Genfer SeeMilos Michlovsky, TschechienMilos Michlovsky, Tschechien

 

Aus Tschechien: 2019 Nativa moravské zemské víno (übersetzt: Mährischer Landwein) Perná, Purmice – von Bimssteinböden – mit 13% von Vinselekt Michlovský in Rakvice – ebenfalls mit 93,66 Punkten und GOLD bewertet: Ein üppiger Rotwein mit lebendiger Frucht und Schmelz bei betörendem Duft.

Dok. Ing. Miloš Michlovský zählt zu den führenden tschechischen Experten im Bereich Wein, Weinbau und Traubenzüchtung und gilt als Pionier bei der Einführung neuer Technologien. Nativa ist ein in Tschechien in der Gruppe um Vilém Kraus gezüchetet PIWI-Sorte, die in Deutschland (noch) nicht zugelassen ist.

Überhaupt PIWI-Sorten, die Zukunft des Weins
Das Verbands-LogoDas Verbands-Logo
Mehr und mehr kann das PIWI-Zeichen als Qualitätsmerkmal gelten, denn inzwischen gibt es ausgezeichnete PIWI-Weine. PIWIs sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die man deutlich weniger spritzen muss. Denn bereits im 18, und 19. Jahrhundert waren hartnäckige Pilzinfektionen aus der neuen Welt eingeschleppt worden, die an unseren europäischen Rebsorten ohne kräftige Schädlingsbekämpfung enorme Schäden anrichten. Eine Lösung sind PIWIs, gezüchtete Kreuzungen aus Reben der neuen Welt, die natürliche Resistenzgene gegen diese Pilze besitzen, mit unseren Reben. Inzwischen ist da sehr viel gelungen, und es gibt viele ausgezeichnete PIWI-Sorten, sowie auch einen internationalen PIWI-Verband, für den bonvinitas diesen Wine Challenge ausgerichtet hat. Unser Bewertungssystem findet sich übrigens hier.

Text: Dieter Simon. Fotos wie angegeben andernfalls PR

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