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Für alle, die Rotweine mediterranen Stils lieben: TAMINO

kräftige Tropfen in Deutschland gewachsen aus PIWI-Sorten

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Für alle, die Rotweine mediterranen Stils lieben: TAMINO kräftige Tropfen in Deutschland gewachsen aus PIWI-SortenFür alle, die Rotweine mediterranen Stils lieben: TAMINO kräftige Tropfen in Deutschland gewachsen aus PIWI-Sorten
Wer vollmundige kräftige Rotweine liebt, tiefdunkel mit harmonischen sanft pfeffrigen Noten, natürlich trocken, und das Ganze auch noch aus robusten pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, ist bei TAMINO richtig. So heißt die Marke solcher Rotweincuvees, initiiert vom Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg, ein Vorreiter in der Züchtung von pilzwiderstandsfähigen, s.g. PIWI-Rebsorten. Die Nutzung der Marke steht prinzipiell Weingütern aus Baden-Württemberg offen für Weine, die zu 85% oder mehr aus naturschonenden PIWI-Sorten (dazu unten mehr) gekeltert wurden und mindestens ein Jahr im Holzfass reiften. Hier z.B. fünf TAMINO-Weine, die mir gut gefallen haben – dem Foto nach von links:

2022 TAMINO vom Staatsweingut Freiburg

Staatsweingut Freiburg, Blick auf den BlankenhornsbergStaatsweingut Freiburg, Blick auf den BlankenhornsbergQualitätswein Baden mit 13% Alkohol: In der Nase Johannisbeergelee, Rosmarin, Preiselbeerkompott; fest gebauter Körper mit dichter Struktur, leicht salzig unterlegt; weiniges sanft pfeffriges Finish mit dezenten Tanninen, gut passend zu Kürbissuppe, gefüllten Pfannkuchen, Quiche Lorraine oder Rinderbraten.

Das Staatsweingut des Landes Baden-Württemberg betreibt Weinbau und dient zugleich der Wissenschaft auf erstklassigen Lagen in Freiburg über der Stadt sowie am Blankenhornsberg am Kaiserstuhl, benannt nach dem Weinbauforscher Prof. Adolph Blankenhorn, der den Betrieb bereits im 19. Jahrhundert zu Forschungs- und Versuchszwecken nutzte. Seine Familie hatte das Gelände ab 1842 für den Weinbau urbar gemacht und ab 1844 bepflanzt.

2020 TAMINO, Bio-Weingut Maier, Baden-Baden: so kräftig wie harmonisch – 94 bonvinitas Punkte

Qualitätswein Baden, 13%: Intensiver Duft nach Heidelbeerkompott und Kirschenplotzer sowie Waldboden, Torf und dunkle Schokolade, was die Reifung im Holz verrät; vollmundiger Körper mit Frucht und Schmelz sowie dezent eingebauter Pfeffernote; sehr harmonisches Finish angenehm balancierend zwischen Frucht und pfeffrigen Tanninen; schön zu Wildgulasch, Rehrücken oder Lammkeule. Die Punkte stellen in diesen Fällen meine eigene Meinung dar im Gegensatz zu unseren Blindbewertungen mit externen Prüfern.

Das Weingut Maier bewirtschaftet 10 Hektar in besten badischen Lagen, darunter am Neuweierer Mauerberg oder Baden-Badener Eckberg, und setzt auf naturnahen Weinbau. „Unsere Weinberge bleiben bereits seit über 20 Jahren vor chemischen Keulen verschont“, so Inhaber Volker Maier.

2020 TAMINO, Winzergenossenschaft Britzingen: vollmundig harmonisch, 95 bonvinitas Punkte

Bick auf Britzingen. Foto: Juergen Wiesler - adobestockBick auf Britzingen. Foto: Juergen Wiesler - adobestockQualitätswein Baden – Markgräflerland, 14,5%: reifer Duft nach Cassis, Schattenmorellenkompott mit einem Hauch Lakritze und dezentem Barrique im Untergrund; am Gaumen ein reifer, vollmundiger Rotwein mit üppigen auf reifer Frucht reitenden feinen Tanninen, dezent salzig unterlegt; fein elegante fruchtige Länge, die in dezenten Tanninen ausschwingt; schöner Begleiter zu Rindersteaks, Hirschkalbskeule, Wildhase oder Lammkeule.

Das Winzerdorf Britzingen gehört zur Stadt Müllheim im Markgräflerland zwischen Basel und Freiburg zu Füßen des Schwarzwalds. 200 Hektar Reben werden von 180 Mitgliedswinzern gepflegt.

2018 TAMINO, Ökologisches Weingut Schmidt, Eichstetten

Bienenfresser im Weingut Schmidt, Eichstetten, Kaiserstuhl. Foto: RoyalPicturesBienenfresser im Weingut Schmidt, Eichstetten, Kaiserstuhl. Foto: RoyalPicturesQualitätswein Baden – Kaiserstuhl, 13,5%: Würziger Duft nach Johannisbeergelee, Salbei, mit einem Hauch Orangenschalen und einem sanftem Vanille von der Holzreifung; runder, würziger, fruchtiger Körper, einschmiegsam pfeffrig unterlegt; würziges Finish in dem nochmals Temperament aufblitzt; schön zu Rinderschmorbraten, gefüllten Paprika oder Bouletten.

Martin Schmidt, der das große Weingut Kiefer in Eichstetten leitet, hat zusammen mit Ehefrau Helen 2013 auch den elterlichen Betrieb übernommen, der schon seit 1987 ökologisch geführt wird.

 

2018 TAMINO aus der Lage Roter Bur, Glottertäler Winzer: kräftig mollig – 94 bonvinitas Punkte

Die Lage Roter Bur im Glottertal am Schwarzwaldsaum mit Herbstnebel über dem Rheintal im Hintergrund. Foto: Karl-Heinz RaachDie Lage Roter Bur im Glottertal am Schwarzwaldsaum mit Herbstnebel über dem Rheintal im Hintergrund. Foto: Karl-Heinz RaachQualitätswein Baden, 13,5%: tiefer, fruchtiger Duft nach Schattenmorellenkompott und Nougat bei einem Hauch Holzkohle, welches auch die Barrique-Reifung verrät; üppig geschmeidiger Körper, mundauskleidend mit feiner Frucht leicht pfeffrig unterlegt; sehr harmonisches Finish, in dem sich Frucht und Tannine wunderbar vereinen; schön zu Filetsteaks, Rehrücken oder Hirschkalbskeule.

Über 100 Mitgliedswinzer pflegen die Reben im Schwarzwälder Glottertal bei Freiburg. Die Steillage Roter Bur, benannt nach einem dortigen Bauernhof, erhebt sich bis 500 m und zählt zu den höchsten Rebanlagen Deutschlands.

Mehr zu PIWI-Sorten

Cabernet Cortis. Foto: Rebschule FreytagCabernet Cortis. Foto: Rebschule FreytagDies sind pilzwiderstandsfähige Rebsorten, vor allem gegen echten und falschen Mehltau. Denn diese Pilze wurden schon im 19. Jahrhundert aus der neuen Welt eingeschleppt, für die unsere Reben leider stark anfällig sind. Ein Befall kann zu massiven Ertrags- und Qualitätsverlusten führen und die Existenz der Betriebe bedrohen. Daher sind häufige Pflanzenschutzmaßnahmen leider unabdingbar. Da in der neuen Welt heimische Reben jedoch gut gedeihen, die offensichtlich gegen diese Pilze resistent sind, kam die Idee, diese mit unseren europäischen zu kreuzen, damit sich Qualität und Widerstandskraft vereinen. Wie auch diese Verkostung gezeigt hat, liefern PIWI-Sorten, von denen es inzwischen eine ganze Reihe gibt, ausgezeichnete Weine verbunden mit vielen Vorteilen für Natur und Gesundheit:

  • 50 bis 80 % Einsparung von Pflanzenschutzmitteln

  • weniger Traktorüberfahrten und somit geringere Bodenverdichtung

  • geringerer Kraftstoffverbrauch

  • geringere CO2 Emissionen bzw. Verbesserung des CO2-Fußabdrucks

  • geringerer Wasserverbrauch

  • langfristig vitalere Weinbergsböden

  • erhöhte Artenvielfalt

  • Verbesserung der ökologischen Balance

  • und bereits geringer Energieverbrauch bei der Produktion und dem Transport von Pflanzenschutzmitteln

Das Staatliche Weinbauinstitut ein Züchterpionier

Versuchsanlagen des Staatlchen Weinbauinstituts über FreiburgVersuchsanlagen des Staatlchen Weinbauinstituts über FreiburgDie Züchtung einer neuen Rebsorte bildet fast eine Lebensaufgabe, weil Reben schon seit Jahrtausenden durch Stecklinge bzw. Pfropfen geklont und hochselektioniert wurden und weiterhin werden. So fallen sie bei Samenvermehrung weit zurück. Musterstöcke müssen erneut hochselektioniert und die Weine in Kleinmengen getestet werden, was Jahre dauert. Allein schon die Bestäubung mit einer anderen Sorte ist knifflig, da die Rebe ein Selbstbestäuber ist. Für Aussichtsreiches folgt die Anmeldung beim Bundessortenamt. Dann folgt Versuchsanbau bei Winzern. Bis zur allgemeinen Zulassung im Ertragsweinbau und schließlich in Sortenlisten von Qualitätsweinbaugebieten, vergehen nochmals viele Jahre.

Neben bereits bekannteren vom landeseigenen Weinbauinstitut in Freiburg gezüchteten weißen PIWI-Sorten, wie Muscaris, Solaris oder Souvignier Gris, gehören zu roten in Freiburg gezüchteten Cabernet Cortis, Monarch, Prior sowie auch Cabernet Cantor, der erst 2019 allgemein zugelassen wurde.

Natürlich sind für TAMINO auch weitere rote PIWI-Sorten zugelassen, von denen es eine ganze Reihe von anderen Züchtern stammend gibt. Insbesondere zu nennen ist Regent, eine Sorte die bereits in den letzten 70er Jahren am heutigen bundeseigenen Julius-Kühn-Instituts in Siebeldingen/Pfalz gezüchtet wurde und von roten PIWI-Sorten in Deutschland am meisten angebaut wird. Regent ist jedoch rückläufig, weil neuere Sorten noch bessere Resistenzen aufweisen.

Verkostung, Text und Aufmacherfoto: Dieter Simon, bonvinitas. Fotos: PR falls nicht anders angegeben

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