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Toskana - Reise zum Wein - von Markus del Monego

erschienen bei Süddeutsche Zeitung Edition

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Von Horst Kröber  319  
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Toskana - Reise zum Wein - von Markus del Monego, erschienen bei Süddeutsche Zeitung EditionToskana - Reise zum Wein - von Markus del Monego, erschienen bei Süddeutsche Zeitung Edition

Toskana, gute Küche, gute Weine große Kunst

Klein und handlich ist das neueste Werk „Toskana“ von Markus Del Monego. Doch in diesen 250 Seiten steckt sehr viel Wissen um Wein und Kultur dieses schönen Fleckchens Erde im Weinland Italien. Ein Gebiet, das vielleicht wie kein anderes große Küche,  große Weine und erlesene Kunst mit der italienischen Leichtigkeit verbindet. Doch Del Monego hat sich nicht nur seiner Passion Wein gewidmet sondern nimmt den Leser mit in Weingüter, Städte und Dörfer, lässt ihn teilhaben an kulturellen Veranstaltungen und entführt ihn zu sehenswerten Ausflugszielen, in typische Trattorien und Vinotheken, in Schlösser und alte Gehöfte. Nicht erst seit der „Toskanafraktion“ der Grünen Anfang der 80er Jahre erfreut sich dieser Landstrich großer Beliebtheit.

Früher und heute 

Del Monego macht in diesem Taschenbuch deutlich, wo die Reize dieser Landschaft liegen, und was sie so besonders macht. Natürlich steht dabei der Wein im Vordergrund. Auf den ersten Seiten unternimmt Del Monego einen Kurztrip in die Historie. Weine dieser Region gab es schon in der Antike. So ist der Chianti einer der ältesten Weine Italiens und die Produktion des Vin Santo war schon bei den „alten Römern“ bekannt. Kurze Infos über das Weinprobieren, über Klima und Böden in der Toskana schließen sich an.

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Was wäre die Toskana ohne ihre Adelsgeschlechter. Nicht nur die Familien Antinori und Frescobaldi  haben über Jahrhunderte hinweg den Weinbau der Toskana geprägt. Ihnen ist denn auch das erste Kapitel gewidmet. Die nachfolgenden 30 Seiten gelten dem wohl bekanntesten Wein der Toskana: dem  Chianti. Angefangen vom Wein im Bastkorb als typisches Mitbringsel eines Italienurlaubs, bis zum heutigen Chianti Classico Gran Selezione begleitet Del Monego die wechselhafte Geschichte dieses Weines und verdeutlicht die heutigen Qualitäten und unterschiedlichen Ausprägungen beispielhaft an acht ausgesuchten Weingütern. Eingebettet in diese Porträts sind  die jeweilige Geschichte der Weingüter, deren Weine und deren Beschreibungen. Weine, die ihm besonders gut gefallen haben fasst er unter dem Begriff „Entdeckertipps“ zusammen.

tuscans, 

Nicht weniger bekannt dürfte der Wein sein, dem das nächste Kapitel gewidmet ist: der Brunello di Montalcino. Auch hier gibt ein Exkurs in die Historie Einblicke in die Geschichte des Gebietes um die Kleinstadt Montalcino. Hier hat sich Del Monego unter den 250 Weingütern des Gebietes drei herausgesucht, die die Qualität des Brunellos und seine Besonderheit auf typischste verkörpern und seine Verkostungen in besagte Entdeckertipps einfließen lassen.

Vom Sumpfland zur Top Region

Mit der eigentlichen, bekannten Toskana wenig zu tun hat das Gebiet was unter der Rubrik „Südliche Toskana“ vorgestellt wird. In der Antike noch malariaverseuchtes Sumpfland, avancierte die Region „Maremma“ heute zum Hotspot für Weinkenner. Renommierte Betriebe wie Antinori, Gaja oder Frescobaldi, um nur einige zu nennen, machten dieses Gebiet bekannt. Hier steht die Wiege vieler Supertuscans. Auch hier wie in den vorigen Kapiteln verdeutlicht Del Monego exemplarisch an sieben Weingütern, was gerade Weine dieser Region so besonders macht. Das Schöne an diesen Porträts ist, dass es Del Monego versteht, Menschen und Landschaft als Symbiose zu sehen und beides auch in deren Weine hinein zu legen. Authentisch und ungekünstelt. Nicht nur einmal hat man so das Gefühl die Landschaft und die Protagonisten vor sich zu sehen, ja fast schon ein wenig mit all dem vertraut zu sein.

„Supertuscans“

Was wäre ein Buch über die Toskana und ihre Weine ohne die „Supertuscans“. Jene Weine, die Anfang der 70er Jahre Kultstatus erlangten. Auch ihren Werdegang beleuchtet Del Monego und zeigt, dass es außer Antinori auch noch andere Weingüter zu entdecken gilt.  

Das Süße zum Schluss

Dass in der Toskana neben den Rotweinen auch interessante Weißweine zu finden sind, gehört ebenfalls zu den Entdeckungen, die sich aus den Verkostungen herauskristallisiert haben. Wie bei einem guten Essen, kommt das Dessert zum Schluss. Dies gilt auch für das Kapitel Süßweine, von denen es nicht nur den bekannten Vin Santo gibt, mit dem die Genießertour durch die Weine der Toskana endet. Zum Schluss des Buches, oder sollte man besser sagen Weinreiseführers, hat Del Monego auch noch ein paar Reisetipps auf Lager, die zeigen, was die Toskana außer Weingütern noch zu bieten hat. Ob Weinfeste, traditionelle kulturelle Veranstaltungen, typische Gasthäuser, Ausflugsziele, Weinstraßen, ja sogar noch ein paar regionale Rezepte komplettieren das Ganze. Wenig prickelnd dagegen fand ich das kurze Kapitel „Weingenuss“, in welchem sowohl Etikettenwissen, Gläserauswahl, Serviertemperatur etc. behandelt wird. Dies ist mittlerweile in jeder zweitklassigen Broschüre aufgelistet und ausgelutscht.  

Empfehlenswert

Fazit: Del Monego ist es mit diesem Büchlein gelungen, die Toskana schmackhaft zu machen. Seine Ausführungen sind fachlich fundiert und sein Schreibstil macht Spaß. Alles ist gut recherchiert, und man merkt, dass hier jemand mit Leidenschaft bei der Sache war. Die Bilder sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Auch hier gilt: nicht geschönt und nicht gestylt sondern realistisch. Als Ratgeber für den nächsten Toskanabesuch gehört dieser Weinreiseführer in jeden Koffer oder Rucksack. 
Text: Horst Kröber
 
Reise zum Wein.Toskana
Markus Del Monego
Hardcover, 248 Seiten
Süddeutsche Zeitung Edition
ISBN 978-3-86497-390-1
16,90 Euro
 
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