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89 bis 92 Punkte: Ausgezeichnete Weine - beste aus der bonvinitas Weinbewertung vom 4.4.2022

von frisch-quirlig über seidig-mundauskleidend bis frech aufblitzende Süße, eingehegt von Mineralnoten

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Ausgezeichnete Weine: beste aus der bonvinitas Weinbewertung vom 4.4.2022: Von frisch-quirlig über seidig-mundauskleidend bis frech aufblitzende Süße, eingehegt von MineralnotenAusgezeichnete Weine: beste aus der bonvinitas Weinbewertung vom 4.4.2022: Von frisch-quirlig über seidig-mundauskleidend bis frech aufblitzende Süße, eingehegt von Mineralnoten
Wieder haben externe Prüfer in Blindbewertung zugeschlagen und hohe Punkte zuerkannt – Weine ab 85 Punkten zählen nach unserem Bewertungssystem als sehr gut. So kann ich diese Tropfen nur wärmstens empfehlen:

89 Punkte Kategorie 1

(trocken bis 12% Alkohol – grüne Punkte) erzielte der 2021 Riesling CLASSIC Qualitätswein Rheinhessen vom Weingut Residenz Bechtel in Worms-Heppenheim, mit 12,0% und 6,2 g/l Restzucker, zu dem ich beim Nachprobieren notiert habe: Frischer Duft anklingend an Litschi, Kiwi, Bergamotte, ein Hauch rauchig; fest gebauter Körper mit schönem Schmelz, aus dem nach und nach eine quirlige Fruchtsäure aufsteigt und die Zunge streichelt; kompakter Nachhall – erinnerte mich an einen Findling. Es freut mich immer besonders, wenn Weine in der Kategorie 1 gut bewertet werden ohne überbordenden Alkohol. Gerne gebe ich dem Tropfen drei bis vier Jahre Zukunft, der gut zu Räucherfisch, Schweinebraten oder Pilzen in Rahm passt.

91 Punkte Kategorie 2

(trocken über 12% Alkohol – rote Punkte) erhielt der 2021 Graue Burgunder Spätlese trocken, Prädikatswein Rheinhessen, ebenfalls vom Weingut Residenz Bechtel in Worms-Heppenheim, mit 13,0% und 8,4 g/l Restzucker: Lebhafte Nase mit Noten von Herbstäpfeln, Spargel, Quittengelee; mundauskleidender, seidiger Körper mit Saft und Schmelz, sanft weiß-pfeffrig unterlegt; fülliges Finish mit nochmals aufsteigender Frucht. Ein Wein, dem ich durch gut eingebundenen Alkohol vier bis fünf Jahre Zukunft vermache, der mich an ein schönes Mosaik erinnerte, und gut zu Horsd’œuvre, Fingerfood, Schweinebraten, Schnitzel, sowie auch zu Grillhähnchen passt.

Das Weingut Residenz Bechtel in Worms-Heppenheim / Rheinhessen

Weingut Residenz Bechtel: Manfred und Junior Rainer BechtelWeingut Residenz Bechtel: Manfred und Junior Rainer BechtelNaturnaher Weinbau ist durch Grüneinsaaten in den Rebzeilen, mechanische Bodenbearbeitung und Verzicht auf Herbizide mehr als ein Wort. „Unsere ‚Grüne Hacke‘“, wie Junior Rainer Bechtel es nennt, „sorgt für eine natürliche Stickstoffbalance im Boden, und so können wir auf chemischen Dünger, der Nitratauswaschungen ins Erdreich verursacht, total verzichten.“ Auch mit Pflanzenschutzmitteln geht man äußerst dezent um. Zu den Terroirs erklärt Bechtel: „Wir haben feurige Böden, viel Löss-Lehm sowie kalkhaltige Kies- und Sandböden, die sich prächtig erwärmen.“

Residenz nennt sich das 40-Hektar rheinhessische Weingut, weil es einst den Herren zu Dalberg und später den Herren Heyl zu Herrnsheim gehörte. Die Dalbergs waren ein sehr einflussreiches Adelsgeschlecht, das auch Bischöfe in Mainz stellte. Noch heute nutzt das Weingut die großen, bis zu 10.000 Liter fassenden Holzfässer im „Schlosskeller“, welche die adligen Herren einst angeschafft hatten. Geführt wird das Gut von Manfred Bechtel und Junior Rainer, der sich um die Reben und den Weinausbau kümmert.

In Worms-Herrsheim führt man eine große Vinothek mit Raum Veranstaltungen bis zu 240 Personen. Hier Näheres.


Mit 92 Punkten - Kategorie 2

bewerteten unsere Prüfer den: 2020 „vom Rotliegenden“ Riesling trocken Qualitätswein Nahe vom Weingut Mathern in Niederhausen an der Nahe, mit 12,5% Alkohol: Reifer Duft nach Zitronat, Ananas, Sandkuchen und einem Hauch Vanille; sehr kräftiger Körper, fest gebaut mit frech aufblitzender Süße, eingehegt von Mineralnoten; ruhiges Finish in dem die Mineralnoten nochmals hervortreten. Ein Wein, dem ich gut fünf bis sechs Jahre weiteres Potenzial vermache, und der mich an einen antiken Flügel erinnerte. Schön zu Spargel, Gemüsegratin oder zu Grillsteaks.

92 Punkte - Kategorie 1

erzielte der 2019 „Wurzelwerk“ Cuvée weiß trocken Qualitätswein Nahe ebenfalls vom Weingut Mathern: Edles, feines, vielschichtiges Bukett von Frühlingswiese bis Waldboden; reifer, vollmundiger, warmer Körper mit viel Schmelz, unterlegt von einem sanften Muskatton; langes, mundfüllendes Finish in dem sich die Waldbotennoten nochmals melden: Ein Wein, dem ich gut fünf bis sechs Jahre Zukunft vermache – und dies alles bei lediglich 12% Alkohol, und der mich an ein Lagerfeuer erinnerte. Gut passend zu Gulasch, Schnitzel mit Pommes oder auch zu Grillhähnchen.

92 Punkte wiederum in der Kategorie 2

erhielt der 2020 Schlossböckelheimer Felsenberg – der als „Große Lage“ gilt – Riesling trocken Prädiaktswein Nahe nochmals vom Weingut Mathern, mit 13,0%: Reifer betörender Duft nach Zitronat, Buttergebäck, Blütenhonig mit einem Hauch Limette; reifer, runder Körper, wo einfach alles stimmt, vom vollmundigen Eingang bis zur gut eingebauten temperamentvollen Säure – alles in schöner Harmonie! Auch sehr harmonisches Finish. Ein Wein, der mich an ein Theater mit viel Plüsch erinnerte, dem ich sechs bis acht Jahre Zukunft zuschreibe, und schön als Aperitif, zu Meeresfrüchten, Fisch poschiert oder Kalbsteak.

Das Weingut Mathern in Niederhausen an der Nahe

'Riesling & Co – das ist unser Ding!' So lautet der Wahlspruch des Weinguts. Niederhausen, das kleine Dorf an der Nahe, ist umgeben von steilen Hängen, die vor Millionen von Jahren von Vulkanen geformt wurden und mit bis zu 70% Neigung beste Voraussetzungen für einen ambitionierten Weinbau bieten. 

Die große Bodenvielfalt und was der Riesling an individuellen Weinen daraus macht

Der Nahebogen zwischen Oberhausen und Niederhausen (hinten rechts) mit der 'Großen Lage' Hermannshöhle in der Mitte. Foto: Thomas Riebesehl - AdobestockDer Nahebogen zwischen Oberhausen und Niederhausen (hinten rechts) mit der 'Großen Lage' Hermannshöhle in der Mitte. Foto: Thomas Riebesehl - Adobestock

Gloria Marthern, die zusammen mit ihrem Sohn Henning das 12 Hektar Weingut führt: „Hier an der Nahe haben wir eine unvergleichliche Bodenvielfalt. Auf engem Raum finden sich bis zu 50 verschiedene Bodensorten, davon fast alle bestens für Weinbau geeignet. Dies führt zu sehr individuellen Weinen, die wir von kleinen Parzellen erzeugen.“ Bekanntlich reagiert der Riesling, dessen Anteil im Weingut Mathern bei 70% liegt, besonders stark auf die Böden und lässt spezielle Weine wachsen, deren geschmackliche Eigenheiten Sohn Henning besonders herausarbeitet. Gloria: „So kommt es, dass wir Jahr für Jahr 20 bis 25 individuelle Rieslinge anbieten je nach Lage und Böden. Neben Riesling gehören auch noch andere Rebsorten, wie Weißburgunder, Spätburgunder oder Cabernet Blanc, zum Portfolio.

Etliche der Lagen, in denen das Weingut Mathern Besitz hat, sind vom Verband "VDP.Die Prädikatsweingüter" als „Große-“ und „Erste Lage" klassifiziert. Gloria ist besonders stolz, dass sie auch mit einer Parzelle in der berühmten „Großen Lage" der Nahe „Hermannshöhle“ vertreten ist: „Zum Glück konnten wir schon vor einigen Jahren dort eine Parzelle erwerben, wo heute bis zu 100 Euro pro qm bezahlt werden, für landwirtschaftliche Flächen ein ungeheurer Preis!“

Gloria Mathern war gezwungen zu übernehmen - zeigte sich sehr geschickt

Henning Mathern, Weingut MathernHenning Mathern, Weingut Mathern

Helmut Mathern, der das bereits 1907 gegründete Weingut seinerzeit führte, wurde vom renommierten Weinführer „Gault Millau“ zur „Entdeckung des Jahres 1997“ gekürt. Bei seinem plötzlichen Tod im Jahr 2002 hinterließ Mathern seine junge Frau Gloria mit den Kindern Luisa und Henning. Gloria musste das Weingut übernehmen und zeigte sich sehr engagiert. 2020 hat Sohn Henning Mathern die Gesamtverantwortung für die Reben übernommen. Ab dem Jahrgang 2021 ist er auch alleiniger Kellermeister. Nebenbei absolviert er sein Studium des Weinbaus und der Önologie an der Geisenheim University, einer der renommiertesten Universitäten in Sachen Wein.


Text: Dieter Simon, Herausgeber und Chefredakteur bonvinitas. Aufmacherfoto: bonvinitas; Foto Bechtel: Horst Bless; Foto Nahebogen: Thomas Riebesehl – Adobestock; Foto: Henning Mathern: PR

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