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bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020: Die besten Weine mit Restsüße

in der bonvinitas Kategorie 3 – orange Punkte

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bonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020: Die besten Weine mit Restsüße in der bonvinitas Kategorie 3 – orange Punktebonvinitas Weinbewertung vom 15.6.2020: Die besten Weine mit Restsüße in der bonvinitas Kategorie 3 – orange Punkte
Hier die besten Weine der Kategorie 3 – über 9 g/l Restzucker - wie immer bewertet von neutralen Prüfern in Blindverkostung in unserem 100-Punkte-System - hier die Prüfer vom 15.6.2020. Ab 85 Punkte gelten Weine als sehr gut, ab 89 als hervorragend. Ich probiere die besten dann nach, um sie hier vorzustellen, Weine von feinherb bis lieblicher:

Winzergenossenschaft Albig/Rheinhessen

Schönburger

86 Punkte erzielte die Schönburger Spätlese 2018 Albiger Schloss Hammerstein Deutscher Prädikatswein Rheinhessen der Winzergenossenschaft Albig, mit 13% Alkohol und mit 32g/l Restzucker schon im lieblichen Bereich, zu der ich notiert habe: Ruhiger, breitgefächerter blumiger Duft nach reifen Äpfeln, Lindenblüten, Buttergebäck, Honigmelone; auf der Zunge ausladende Frucht und Süße gut zusammengehalten auf feinherber Grundlage mit dezenten Karamellnoten; feinherbes Finish mit fruchtigem Temperament. Ein Wein wie ein Glockenspiel, mit gut fünf bis sechs Jahren weiterem Potenzial und ein schöner Dessertwein, der auch gut zu altem Hartkäse passt. Mehr zur Sorte Schönburger unten.

Cabernet Sauvignon Blanc de Noir

Mit sehr guten 88 Punkten bewertet wurde der Alzeyer Cabernet Sauvignon Blanc de Noir 2019 Qualitätswein Rheinhessen der Winzergenossenschaft Albig mit 13% und mit 11g/l Restzucker bezeichnet als feinherb nur wenig über trocken: Ruhiger fruchtiger Duft mit Noten von Orangen und getrockneten Feigen; saftig-kräftiger Körper unterlegt mit saftig-feinherben Noten; fest gebautes Finish – ein Wein mit viel Festigkeit und gut zwei bis drei Jahren weiterem Potenzial, schön zu Curryhuhn, Peking-Ente oder auch zu Schlachtplatte oder Kesselfleisch. 

Sauvignon Blanc

Stolze 91 Punkte – im Bereich „hervorragend“ - gewann der Sauvignon Blanc 2019 Albiger Schloss Hammerstein Qualitätswein Rheinhessen der Winzergenossenschaft Albig feinherb mit 12,5% und mit 20 g/l Restzucker: Schöner kräftiger Duft mit Noten von Rhabarberkompott, Orangeat, kandierte Grapefruit; üppig fließender Körper, ein Bad in Frucht, begleitet von Karamell; schön fruchtiges Finish, das lange bleibt, und das man festhalten möchte. Ein Wein wie eine Obstwiese, mit vier bis fünf Jahren weiterem Potenzial und gut passend zu Kassler mit Sauerkraut – dazu darf es durchaus süß sein – sowie zu Früchtedesserts oder einfach zum Genießen.

Die Winzergenossenschaft Albig mitten in Rheinhessen bildet mit ihren 40 Hektar und 45 Mitgliedern eine große Familie geleitet von Kellermeister Harald Eller. Der Weinort Albig ist von den Lagen Schloss Hammerstein und Hundskopf umgeben, vorwiegend mit Lössböden, doch auch mit Rotliegendem und Kalkmergel. Der Name Schloss Hammerstein geht nicht auf ein heutiges Schloss zurück sondern auf eine Villa aus der Römerzeit, von der noch Mauerreste zu sehen sind. Eller zu diesem Sauvignon Blanc: „Wir möchten nicht den tausendundeinsten Sauvignon Blanc mit grünen floralen Noten bringen, sondern arbeiten gerade im feinherben Bereich auf einen üppigeren betont fruchtigen Wein hin, so dass sich unser Sauvignon Blanc bewusst von vielen anderen unterscheidet.“

Blick auf Albig. Vorne Teil des unteren Bereichs der Lage Schloss Hammerstein. Foto: Lothar Nahler - AdobestockBlick auf Albig. Vorne Teil des unteren Bereichs der Lage Schloss Hammerstein. Foto: Lothar Nahler - AdobestockWinzergenossenschaft Albig, Kellermeister Harald EllerWinzergenossenschaft Albig, Kellermeister Harald Eller
 

Weingut Jung in Obereisenheim/Franken

Bacchus

Teil der Lage Obereisenheimer Höll, die sich nach Südosten zum Main hin neigt, der unten vorbei fließt.Teil der Lage Obereisenheimer Höll, die sich nach Südosten zum Main hin neigt, der unten vorbei fließt.87 Punkte erzielte der Bacchus Kabinett 2018 Obereisenheimer Höll Deutscher Prädikatswein Franken des Weinguts Jung mit 12% Alkohol und mit 17g/l Restzucker im feinherben Bereich: Frischer temperamentvoller Duft nach Aprikosen und Johannisbeeren mit einem Hauch Rosmarin; fruchtiger Körper mit eigenen Noten, die an einen Kiefernwald im Sommer erinnern; ruhiges, fest gebautes Finish, aus dem anregend feinherbe Noten steigen. Ein Wein insgesamt wie ein reifes, goldenes Kornfeld, mit vier bis fünf Jahren weiterem Potenzial und schön als anregender Aperitif, zu Cordon bleu oder Kalbsnierenbraten. Nebenbei bemerkt: ‚feinherb‘ ist nicht gesetzlich definiert, wird aber von den Winzer mehr als Synonym für ‚halbtrocken‘ verwendet.

Rieslaner

Ebenfalls vom Weingut Jung mit sehr guten 88 Punkten bewertet: Rieslaner Spätlese 2017 Volkacher Mainschleife Deutscher Prädikatswein Franken des Weinguts Jung, mit 12% und 27g/l Restzucker: Anspringender fruchtiger Duft mit Noten von Grapefruit, Orangen, weißer Schokolade, Erdnussbutter; auf der Zuge eine so elegante wie mundfüllende Süße unterlegt mit Frucht, aus der nochmals Grapefruit und Orangen aufsteigen; in schöner Frucht verklingend mit langem Nachwinken - ein Wein wie ein Obstsalat. Gut fünf bis sechs Jahre weiteres Potenzial und schön zu Früchtebrot oder Teestollen sowie als Dessertwein. Nebenbei bemerkt: ‚Volkacher Mainschleife‘ ist ein Bereichsname, der 2017 eingeführt wurde. Zur Sorte Rieslaner unten mehr.

Weingut Jung, Franken. Klaus Jung (Mitte) bei der WeinleseWeingut Jung, Franken. Klaus Jung (Mitte) bei der Weinlese

Sehr engagiert führt Klaus Jung das mit 4,2ha noch recht kleine aber aufstrebende fränkische Weingut in Obereisenheim. Nur wenig flussaufwärts von Volkach ist dies einer der wenigen Orte, die direkt ans Mainufer reichen. Stolz darf sich Obereisenheim als Wiege des fränkischen Silvaners sehen, wurde er hier doch 1659 in Franken erstmalig urkundlich erwähnt. Höll ist eine Südostlage, die sich oberhalb des Dorfs zum Main hin neigt und sich am Hang entlang bis nach Untereisenheim zieht. Jung: „Die Böden sind Muschelkalk und ziemlich steinig.“ So ist die Lage durchaus als sehr gute zu sehen. Jung hat eine ganze Reihe von Sorten im Anbau, ganz vorne Silvaner, gefolgt von Müller-Thurgau und Bacchus und vielen weiteren bis hin zu Zweigelt.
 

Weingut Erlenwein in Ilbesheim/Pfalz

Gelber Muskateller

Hervorragende 89 Punkte gewann der Gelbe Muskateller 2019 Qualitätswein Pfalz vom Weingut Erlenwein, mit 12% Alkohol und mit 14g/l Restzucker sehr dezent süß: Typischer Duft nach Orangenmarmelade und Blütenhonig mit einem Hauch Lebkuchen und einem kleinen Tick Gewürznelken; ruhiger mundfüllender Körper mit dezenter, leicht würziger Süße, die in ein kräftiges feinherbes Finish mündet. Ein Wein wie Weihnachtsbäckerei mit gut vier bis fünf Jahren weiterem Potenzial und gut passend zu kräftigem Gulasch, zu Kartoffelpuffern sowie auch zu Weincreme.

Das ausgesiedelte Weingut Erlenwein zwischen Ilbesheim und LeinsweilerDas ausgesiedelte Weingut Erlenwein zwischen Ilbesheim und LeinsweilerTimo Erlenwein (Mitte) mit Familie und Senior Willi Erlenwein mit EhefrauTimo Erlenwein (Mitte) mit Familie und Senior Willi Erlenwein mit Ehefrau

Das 150-jähriger 18 Hektar-Weingut liegt ausgesiedelt in den Reben zwischen Ilbesheim und Leinsweiler auf einer der weinbestandenen Hügelketten, die sich als sehr gute Lagen vom Pfälzer Wald in die Rheinebene ziehen. Ein Teil der Weinberge liegt am steileren Hang im Leinsweiler Sonnenberg mit Muschelkalkböden, den der VDP zu den Großen Lagen zählt. Das Weingut, das schon mit etlichen sehr guten Bewertungen bei uns aufgefallen ist, wird von Timo Erlenwein geleitet, Senior Willi Erlenwein kümmert sich um den Außenbetrieb.

Alle Weine dieses Termins ab 82 Punkten finden sich in Deutsch und Englisch im bonvinitas Weinführer - und natürlich auch diese.

Zu Schönburger

SchönburgerSchönburgerSchönburger ist eine Weißweinrebe, die 1939 von Heinrich Birk an der Forschungsanstalt Geisenheim gezüchtet wurde. Zu den „Eltern“ bzw. „Großeltern“ gehören blauer Spätburgunder und eine Reihe weiterer Sorten. Der Name rührt von der Schönburg in Oberwesel unterhalb derer die ersten Anpflanzungen datieren. Die Weine sind blumig-würzig ein wenig wie Traminer oder Viognier, durchaus mit einer gewissen Eleganz, wie ich mich beim obigen Wein überzeugen konnte - keine „erschlagende“ Bukettsorte. Schönburger ist seit 1980 offiziell zugelassen wird aber nur wenig angebaut, insgesamt keine 20ha, vorwiegend in Rheinhessen. Die Rebe ist kaum anfällig gegen echten und falschen Mehltau sowie Grauschimmelfäule und verdient daher wohl mehr Beachtung. Foto: Staatl. Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg / Wikipedia

Zu Rieslaner:

RieslanerRieslanerAuch Rieslaner ist eine Weißweinsorte, nicht zu verwechseln mit Riesling. Es handelt sich um eine Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner, die 1921 August Ziegler an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim gelang. 1968 wurde die Sorte in Franken und in der Pfalz zugelassen, doch bis heute mit kaum 80ha auch nur wenig angebaut. Die Rebe ist ebenfalls recht resistent gegen echten und falschen Mehltau, bietet dem Winzer aber anderen Pflegebedarf. Die Weine werden vielfach, weil die Trauben viel Öchsle bringen, als Spät- und Auslesen angeboten, was ihnen gut steht, da Rieslaner meist eine kräftigere Säure aufweist. Der kräftigeren Säure wegen wird Rieslaner auch gerne versektet. Foto: Rebschule V&M Freytag, Neustadt/Weinstraße

 

Text: Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas. Aufmacherfoto: bonvinitas. Übirge Fotos PR sofern nicht anders angegeben.

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