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Spanien überrascht in Rosé

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Rosé-Nuancen aus SpanienRosé-Nuancen aus Spanien

Bisher war Spanien vor allem durch ein gutes Angebot an kräftigen Rotweinen bekannt, doch die bekommen Konkurrenz aus dem eigenen Land.

  • Etikett Wilhelmshof
  • Etikett Bozen
  • Etikett Schales

Kreative Winzer und Önologen bringen seit kurzem wieder eine große Bandbreite an Rosé-Weinen hervor, die eine beachtliche Qualität erreichen.

Wenig geschmackvoll, zu leicht und zu wässrig - gegen diese Vorurteile konnte sich der Rosé-Wein in Spanien lange nicht durchsetzen. Erst in den 1950er Jahren adaptierten Winzer in Navarra und Katalonien die in Frankreich bereits etablierte Saignée-Methode und kelterten die ersten spanischen Rosé-Weine. Mit Erfolg, denn die frischen Weine mit den fruchtigen Aromen begeisterten unter anderem den Schriftsteller Ernest Hemingway und erlebten in Folge in den 70er und 80er Jahren eine Blütezeit. Doch mit dem Erfolg nahm die Qualität ab, Rosé-Wein minderer Qualität überschwemmte den Weinmarkt und das Publikum wandte sich wieder ab. Doch durch neue Kellertechniken und Experimente mit neuen Mischungen und alten Weinsorten hat der Rosé aus Spanien wieder an Qualität gewonnen.

Experimentierfreudig und erfolgreich

Spanische Rosés werden heute nicht mehr nur aus Garnacha und Tempranillo gemacht. Durch eine Kombination mit anderen Trauben entstehen Cuveés mit komplexem Geschmack. Azul y Faranza zum Beispiel kombiniert Garnacha mit Tempranillo zum seinem überragenden Rosa de Azul Granaza. Julian Chivite, einer der innovativsten Winzer Navarras, mischt für seine Gran Feudo Edition Rosado Sobre Lias dem ursprünglichen Garnacha Merlot und Cabernet Sauvignon bei und lässt das ganze in französischen Eichenfässern reifen. Die so produzierte Edition gilt als eine der qualitativ hochwertigsten Rosés der Welt. 

 

Rosé im ganzen Land

Mittlerweile kommen gute Rosé-Weine aus fast allen Anbaugebieten Spaniens. Auf den weißen Ton- und Granitböden des Portal del Montsant produziert Brunus einen frischen Rosé aus 100 Prozent Granacha, der Topnoten von Weinkritikern aus aller Welt erhält. In DoCa Rioja mischt die Bodegas Muga Granacha, Tempranillo und einem weißen Viura zu einem komplexen, kräftigeren Roséwein, der durch seine ursprüngliche Note ebenfalls viele Kritiker begeistert. Das genaue Gegenteil davon ist der Alma de Tobia von den Bodegas Tobia. Tempranillo, Graciano und Merlot entfalten darin ein ganz neues, modernes Aroma. Einige andere Winzer setzten ganz auf Tempranillo., erwähnenswert sind La Rosa Arrocal, ein frischer und fruchtgier Wein aus 100% Tempranillo von Arrocal aus Do Ribera del Duero, Quinta Clarsia von Didier Belondrade. Der Wein muss allerdings als Landwein verkauft werden, da das Anbaugebiet Do Rueda nur für Weißwein zugelassen ist. Weiter nördlich in Do Toro stechen vor allem die Rosé-Weine von Tinta de Toro aus der Masse hervor, aber auch der Colegiata Rasado von den Bodegas Farina zeigt das ganze Potential eines guten Rosés. 

Revival der Ursprünglichkeit

Eins der reizvollsten Merkmale der rosa Revolution ist die Wiederentdeckung von traditionellen, wenig verbreiteten Rebsorten und Keltermethoden.  

In der Region León zum Beispiel wurde der Prieto Picudo traditionell mit einer Methode zum Rosé gekeltert, die Madreo genannt wird. Dabei werden dem Most ganze, ungepresste Trauben zugesetzt, bis sie 5 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Domnio Dostares hat diese alte Technik wieder ausgegraben und nutzt sie für seinen Tombú, der selbst von erklärten Rotweinfreunden geschätzt wird.

Interessante Weine entstehen auch dort, wo die Winzer auf lokale und ursprüngliche Sorten setzen.  In Léon zum Beispiel produziert Terras Gauda einen Rosé aus Tinta Menica, einer Traube, die dem Tres Obispos Rosado frische Aromen von Erdbeere und Blüten verleiht. Lange vernachlässigt und jetzt wieder hervorgeholt wurde die Parraleta aus Do Somintano. Die Alodia stellt aus den letzten überlebenden Stöcken der fast vergessenen Sorte einen organischen Rosé her, ungewöhnlich würzig schmeckt. 

  • Vivani Schokolade

Auch am Mittelmeer experimentieren mehr und mehr Winzer mit ursprünglichen Rebsorten. Monastrell zum Beispiel wird vor allem im Südosten Spaniens angebaut und verleiht Weinen wie dem Castano Monastrell Rosado eine fruchtige Note. Auch Bobal erlebt derzeit ein Revival, im Aula Bobal Rosado de Lágrima der Bodegas Coviñas überzeugt sie durch ihre Fruchtigkeit. In der Region Penedés sorgt Sumoll für Aufsehen, eine beinahe ausgestorbene und bis jetzt nicht wieder offiziell gelistete Sorte, die gleich in zwei Weinen überzeugt. Dem Pardas Sumoll Rosat von Celler Pardas gibt sie eine besondere Farbigkeit und Cremigkeit und auch der Advent Sumoll von Heretat Mont Rubi sticht durch eine natürliche Süße hervor, die ihresgleichen sucht. 

Eine andere katalonische Rebsorte ist Trebat, die vor allem in Costers del Segre und Conca de Barberá angebaut wird. Sie gilt in der Rosé-Produktion als interessante Alternative zum üblichen Merlot und Pinot Noir.

Französischer Akzent

Großen Anklang erhalten aber nicht nur die Weine mit traditionellen spanischen Rebsorten, auch Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Petit Verdothaben Anteil an dem spanischen Rosé-Boom. Mischungen wie der überragende Arravan Rosado aus Do Mentrida tragen dazu ebenso bei wie sortenreine Rosés aus verschiedenen Regionen. Unter ihnen stechen besonders der Olvena Rosado von den Bodegas Olvena mit seinem kräftigen Bordeaux-Stich oder der Castillo de Monjadrin Rosado aus Do Navarra mit seinem typischen Merlot-Geschmack hervor. Auch Syrah bringt spannende Ergebnisse, zum Beispiel im Primeur Rosado von Gramona, der ein intensives Beeren-Aroma bietet. Cabernet Sauvignon dagegen verleiht dem Enate Rosado vn Vinedos y Crianzas del Alto Aragon eine ganz besondere Note. 

Einer der exotischsten spanischen Rosé-Weine ist unzweifelhaft der Petit Verdot von Pago del Vicario. Der überraschend reiche Rosé stammt vom Ufer des Guadiana und ist ein Beispiel von vielen für die heutige Vielfalt des spanischen Rosés. 

Es lohnt sich also, den neuen spanischen Rosé-Weinen Beachtung zu schenken, und das nicht nur an heißen Sommertagen. 

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Fotos: Juan Manuel Sanz/©ICEX


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